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KT Eine Industrie im Blutrausch

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Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Die extrem blutigen Titel gab es früher auch schon. Was mich stört: Traditionelle Spieleserien wie Tomb Raider oder Splinter Cell werden jetzt auch noch mit brachialen Splatterszenen ausgestattet, obwohl es völlig unpassend ist. Nichts gegen ein zünftiges Mortal Kombat, aber bitte lasst Splatter und Gräueltaten aus den Spieleserien, die das nicht nötig haben!
 
Marcello schrieb:
Insane Kraut schrieb:
Man kann es auch übertreiben, ja. Die Zivilisten-Abknall-Szene am Flughafen in MW2 war auch way over the top.

Weiss ich nicht, find ich gar nicht mal.
Bei GTA überfährt man doch auch mal einen ordentlichen Bürger oder schiesst ihn aus seiner Karre. Also da bin ich nicht päpstlicher als der Papst.
Hab auch keine Skrupel wie bei Dead Space 2 zum Beispiel Kinder zu erschiessen.
Klingt jetzt erstmal martialisch, aber das sind ja schliesslich auch nur Pixel und dessen bin ich mir beim Spielen ja auch durchaus jederzeit bewusst.
Moralische Granzen zieh ich da also eher weniger (wobei ich bei Spielen wo man sich entscheiden kann meist den "guten" Weg wähle. Konnte mich noch nie durchringen einen bösen Charakter am Ende eines Spiels zu habe).

Hmm, interessant. Ich denke, da gibt es keinen einheitlichen Maßstab, den man anlegen kann, sondern das muss jeder für sich entscheiden, nach seinem Gefühl. Fand es einfach zu viel bei MW2 und hatte das Gefühl, dass die Entwickler sich hier nur daran aufgeilen wollen, einen Albtraum in unseren Köpfen (einen Terroranschlag auf ein Flughafenterminal) virtuell wahr werden zu lassen. Das ist in meinen Augen billige Effekthascherei. Und gerade hier spielen die Entwickler ja damit, dass die Grenzen zwischen Spiel und Könnte-in-echt-Passieren verwischen und wollen daraus Kapital schlagen.
In Dead Space waren die Babys dagegen ja Teil der gruseligen Atmosphäre und konnten dazu dienen, einem noch einen zusätzlichen Schauer über den Rücken zu jagen. Zudem spielt Dead Space natürlich in einem Fantasy-Setting.

Man kann mir aber natürlich auch vorwerfen, hier mit zweierlei Maß zu messen. Bricht sich ja auch durchaus mit meinen Äußerungen zu Battlefield.
 
Ah, nee.
Dann gebe ich Dir sogar Recht.
Ich dachte du meintest jetzt die moralische Art und Weise.

Bei der billigen Effekthascherei gebe ich Dir Recht. Das hab ich in meinem vorherigen Text ja auch teilweise so angeschnitten.
Gore soll nicht irgendwas ersetzen oder kaschieren.

Es soll nicht nur da sein um zu sagen "Mensch ist das krass" und dass nur durch die Gewalt das Spiel definiert wird.
Deshalb finde ich das zersägen bei GoW absolut ok weil das Spiel als solches schon vorher gut ist, die Gewalttätigkeiten bei Postal gefallen mir hingegen nicht weil sie einfach nur derbe sein sollen und eigentlich das ganze Spiel ausmachen. Mehr hats ja nicht zu bieten.
 
MachtAG schrieb:
Flexx finde das ehrlich gesagt nicht schlimmer als frühere, musst halt mal andere Spiele zocken.

Barbies Pferdetraum
Lego Batman
Forza

Da spritzt auch keine Blut, sollte wohl klar sein das in einem God of War Blut spritz, oder bei einem Kriegsspiel Blut fließt.

Musst dich halt anderen Genres widmen, da fließt dann auch kein Blut.

Na gut, für normale Erwachsene mag das gelten, die zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können. Es gibt genügend Menschen, die sich in der geistigen Entwicklung befinden (unter 18 und auch darüber), und vielleicht auch nie eine erwachsene Reife erreichen, die diese extreme und realistische Gewaltdarstellung als "normal und umsetzbar" empfinden.
Gerade weil es so einfach ist, Altersbeschränkungen zu umgehen, sollte die Spieleindustrie auch eine gewisse freiwillige Beschränkung der Gewalt entwickeln.

Ich muss auch sagen, im letzten Jahr hatte ich mit Kinect Adventures mehr Spielspaß, als mit etlichen Spielen in den Jahren davor, dazu noch völlig gewaltfrei. Auch die von dir erwähnten Lego-Spiele können das bieten, wobei hier die "Gewalt" in Steine gemildert ist.
 
Türenmacher schrieb:
Solange Sam Fisher in einem Splinter keine Herzen rausreißt geht das alles in Ordnung.

siehe tomb raider.

lara war mal die leichtfüßige frau indiana jones.

jetzt ist sie die blutüberströmte kampfmaschine, die mal eben im vorbeigehen pfeile in kehlköpfe rammt...
 
Ich finds nicht brutaler ich meine in Doom 1 schon bleibt ein Haufen zerstückeltes Fleisch liegen und in Soldier of Fortune schießt man Gegnern die Bauch auf und die Innereien sind zu sehen, selbst in Halo 1 ist der Boden mit massig Blut geschmückt von den blutverschmierten Gängen in Doom 3 mal ganz zu schweigen.

Nein die Spiele waren schon immer so brutal.
 
Nasreddin schrieb:
Die extrem blutigen Titel gab es früher auch schon. Was mich stört: Traditionelle Spieleserien wie Tomb Raider oder Splinter Cell werden jetzt auch noch mit brachialen Splatterszenen ausgestattet, obwohl es völlig unpassend ist. Nichts gegen ein zünftiges Mortal Kombat, aber bitte lasst Splatter und Gräueltaten aus den Spieleserien, die das nicht nötig haben!

So sehe ich das im grossen und ganzen auch. Imo ist es eine kreative Bankrotterklärung wenn Serien, die früher ohne Gewalt mit Inhalt punkten konnten diesen billigen Joker ziehen.
 
Auf jeden Fall ein Trend der beschämend ist. Zeigt es doch ganz gut wie wenig Ideen mittlerweile vorhanden sind um von solch billigen Effekthaschereien absehen zu können.
 
Also wenn der Eingangspost noch ganz wenig aufgehübscht wird und gerne auch ein kleines Zitat aus dem verlinkten Bericht darin gepostet wird dann würde ich das gerne im Kolumnen Sub sehen wollen, finde das Thema eigentlich gut und diskussionswürdig. Also Flexx, wenn du Lust hast dann...
 
Ich finde schon das es mehr geworden ist, zusätzlich zur realistischeren Darstellung. Viele E3 Videos haben mich in der Hinsicht gelangweilt, z.b. tat ich mir schwer, erneut anzusehen wie Kratos alles abschlachtet was nicht bei 3 auf den Bäumen ist. Sicherlich ist das ein Erkennungsmerkmal der Serie aber bei Szenen wie der Gehirnentnahme, fragt man sich schon nach dem Sinn dahinter.

Bei Last of Us hingegen hat mich die Gewalt nicht so gestört, da fand ich es ganz passend.

Völlig daneben fand ich das Metal Gear Schnetzelgame. Wirkte sehr seelenlos und grafisch recht trist. Vielleicht bin ich gerade nur in so einer Phase aber diese übertriebene Gewaltdarstellung zum Selbstzweck ermüdet mich sehr. An solchen Games hab ich zur Zeit null Interesse.

Cale schrieb:
Bei Syndicate gabe es auch so eine Szene, wo mein Kollege einfach wahllos Zivilisten abgeknallt hat. Da habe ich mich auch unwohl gefühlt und zu Atmo hat das genau Null beigetragen. Ich hoffe, die kriegen da wieder die Kurve :tip:

Das fand ich auch befremdlich aber es unterstrich ganz gut den Wahnsinn von dem Kollegen und zeigte wieviel ein Menschenleben wert ist in dieser Dystopie.
 
kellewap schrieb:
Ist auf jeden Fall mehr geworden. Ich fand das gestern bei Tomb Raider etwas fehl am Platze, so etwas auf einer Messe in alle Welt zu streamen. Auch als ich vor ein paar Wochen die ersten Trailer von Max Payne 3 gesehen hatte, war das mMn zu viel des Schle(ä)chten.
Vermutlich geht es nur noch mit immer extremer dargestellter Gewalt, Spiele zu verkaufen. Für mich ist das auf Dauer langweilig. Finde das zensieren von Spielen gar nicht so schlimm.

Cale schrieb:
Ich habe ja auch nichts gegen eine realistische Physik in realistischen Shootern. Wenn ich einem eine Bombe vor die Füsse werfe, soll der auch korrekt durch die Luft fliegen.

Aber wenn ich so wie bei May Payne am Ende jedes Shootouts in SloMo und rangezoomt sehe, wie meinem Gegner das Gesicht weggeschossen wird, das ist mir (!) das doch zuviel des Guten. Es verdirbt mir ein wenig den Spielspaß, auch wenn es nur ein Spiel ist. Bei Syndicate gabe es auch so eine Szene, wo mein Kollege einfach wahllos Zivilisten abgeknallt hat. Da habe ich mich auch unwohl gefühlt und zu Atmo hat das genau Null beigetragen. Ich hoffe, die kriegen da wieder die Kurve :tip:

Zimtzicke schrieb:
Früher hat es mich teilweise gestört, weil ich unnötige Gewalt (und sie ist sehr oft unnötig) noch nie leiden konnte.

Heute ödet sie mich nur noch an und ich verliere quasi automatisch das Interesse an einem Titel, wenn Blut und Gedärme im Vordergrund stehen.

Wahrscheinlich auch ein Grund, warum ich fast nur noch Rennspiele spiele. :ugly:

Zerfikka schrieb:
Ich finde schon das es mehr geworden ist, zusätzlich zur realistischeren Darstellung. Viele E3 Videos haben mich in der Hinsicht gelangweilt, z.b. tat ich mir schwer, erneut anzusehen wie Kratos alles abschlachtet was nicht bei 3 auf den Bäumen ist. Sicherlich ist das ein Erkennungsmerkmal der Serie aber bei Szenen wie der Gehirnentnahme, fragt man sich schon nach dem Sinn dahinter.

Bei Last of Us hingegen hat mich die Gewalt nicht so gestört, da fand ich es ganz passend.

Völlig daneben fand ich das Metal Gear Schnetzelgame. Wirkte sehr seelenlos und grafisch recht trist. Vielleicht bin ich gerade nur in so einer Phase aber diese übertriebene Gewaltdarstellung zum Selbstzweck ermüdet mich sehr. An solchen Games hab ich zur Zeit null Interesse.

Cale schrieb:
Bei Syndicate gabe es auch so eine Szene, wo mein Kollege einfach wahllos Zivilisten abgeknallt hat. Da habe ich mich auch unwohl gefühlt und zu Atmo hat das genau Null beigetragen. Ich hoffe, die kriegen da wieder die Kurve :tip:

Das fand ich auch befremdlich aber es unterstrich ganz gut den Wahnsinn von dem Kollegen und zeigte wieviel ein Menschenleben wert ist in dieser Dystopie.

Ich habe mal diese Beiträge zusammengefasst weil sie auch meine eigene Meinung recht gut wiedergeben.
Ich finde es selbst oft sogar eher abstoßend wenn die Gewalt zu übertrieben ist. Wenn dieses Mittel dann noch eingesetzt wird um die Leute zum Sabbern zu bekommen, dann frage ich mir ehrlich, für welche Leute diese Spiele so gemacht werden!?!

Nein nein, für mich ist das nichts. Gewalt darf es geben so lange sie einen Sinn im erzählerischen Sinne hat. Sonst ist sie absolut sinnlos.
 
Ich glaube der aktuelle Impact der Gewalt hängt damit zusammen, das einfach die Szenarien der Spiele realistischer geworden sind. Der Überlebenskampf in "The Last of Us", in einem Tomb Raider oder im kommenden Far Cry 3 haben nichts mehr mit dem comicartigen Splatter zu tun, den ein Gears of War, Prototype oder Dead Rising abliefern. Die Gewalt ist nicht überzeichnet, sondern direkter, zwar genau so gut inszeniert, aber auch punktiert. Die Protagonisten sind emotionaler geworden, menschlicher, artikulieren sich durch Gefühle und nicht nur dumme Sprüche. Dadurch wirkt alles viel greifbarer und ein gebrochener Arm schmerzt beim Zuschauen mehr als ein Herausgerissener bei Gears of War...
 
Das stimmt wohl, bei einem überdrehten Bulletstorm, wo es auch noch Punkte für kreative Kills gibt, stört mich die Gewalt keineswegs. Aber auch nur, weil das Gameplay erste Sahne ist, das Spiel sich nicht selber Ernst nimmt und sogar noch eine nette Story präsentiert wird.
Bei realeren Settings, muß man für sich selbst abwägen ob das gesehene vertretbar ist. Kann man ja gut an "Last of Us" sehen, an der Gewaltdarstellung scheiden sich die Geister. Aber auch in diesem Game wird Gewalt nicht zum Selbstzweck eingesetzt, sondern ist eine Folge des Niedergangs der Zivilisation. Man hat mit interessanten Charakteren zu tun, deren Überleben einem am Herzen liegt (die Kleine zumindest, auf den Ziehvater kann man sich noch keinen Reim machen) und es wird sicherlich eine gute Story mit allerlei Wendungen präsentiert.

Bei Titel wie MGS:R und Gow4 fehlt mir das, die Chars gehen mir am Arsch vorbei und ne tolle Story wird man wohl auch kaum geboten bekommen. Alles was bleibt ist die übermäßige Gewaltdarstellung, das kann mich heute nicht mehr so begeistern wie noch vor ein paar Jahren. Aus dem Grund gucke ich auch keine Horror/Slasherfilme, sie haben keine Substanz und langweilen mich, wiedern mich zum Teil sogar an, mit ihrer menschenverachtenden Darstellung. Bei dem heutigen Realismusgrad, sind manche Spiele genauso an diesem Punkt angekommen.
 
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