Ong-Bak 2:
Nach 20 Minuten habe ich die lahme und unsinnige Handlung nicht mehr ertragen und begonnen vorzuspulen. Handlung? Ja, denn Tony Jaa hat nämlich tatsächlich versucht Storytelling zu betreiben. Leider ist dieses Vorhaben, meiner Meinung nach, in die Hose gegangen, denn, wenn ich ehrlich bin, will ich bei einem solchen Film keine Story. Vor allem keine, die, bei genauerer Betrachtung, genauso langweilig ist, wie die der Vorgänger und lediglich durch das höhere Budget an Schauwert gewinnt. Beim Durchspulen sah mir das ganze irgendwie nach einer Mischung aus "Planet der Affen" und "House of Flying Daggers" aus. Habe nämlich hässliche, dreckige, haarige Menschen, gegen hübsche, in güldenen Kostümen steckende, geschminkte Menschen kämpfen gesehen.
Wie gesagt, ich habe gespult, trotzdem traue ich mir zu eine Zusammenfassung der Story abzugeben, die lediglich auf meinen Eindrücken der ersten 20 Minuten basiert: 15. Jahrhunderd, irgendwo in Thailand: Tony Jaa spielt irgendeinen Typen (keine Ahnung wie der heißt), dessen Dorf, als er noch ein Kind war, von Sklavenhändlern überfallen und er daraufhin entführt wurde. Diese Slavenhändler werden, einige Jahre später, ebenfalls überfallen - FAIL!. Diesmal von Piraten, die den kleinen Jaa irgendwie gut finden und mitnehmen. Bei ihnen lernt er allerlei Kampfkünste und zieht, einige Jahre später, los, um den Tod seiner Eltern - achja, habe ich vergessen zu erwähnen: die sind natürlich beim Angriff der Slavenhändler auf sein Dorf gestorben - zu rächen. Fertig.
Diesmal wird zwar kein Elefant oder Steinkopf entführt, viel spannender klingt die Story aber trotzdem nicht. Naja, aber, um es nochmal zu erwähnen, ich habe vorgespult. Konnte die unzähligen, sinnbefreiten Zeitlupeneffekte (kommt davon, wenn man ein größeres Budget hat und nicht weiß, wie man es ausgeben soll) und dramatischen Handlungstränge nämlich nichtmehr ertragen.
Leider musste ich ganze 50 Minuten spulen, bis sich der Herr Action endlich entschloss die Szenerie zu betreten. Ok, zwischendurch gabs auch schon kleinere Kampfeinlagen, aber die sind nicht der Rede wert. Also, der Endkampf, welcher immerhin gute 20 Minuten läuft, entschädigt dann doch irgendwie für die ganze Warter- und Spulerei. Hier haut Tony Jaa gewohnt heftig auf die Kacke und verprügelt nacheinander dermaßen viele Gegnerwellen, dass ich davon ausgehen muss, dass er selbst alle 300 Spartaner im Alleingang in den Boden gestampft hätte. Schön ist hier, dass diesmal auch allerlei Waffen eingesetzt werden. Leider geht dadurch etwas die Spannung den Bach runter, welche die Faustkämpfe in "Ong-Bak" noch hatten, aber immerhin gibts verhältnismäßig viel Abwechslung im Kampfgeschehen.
Naja, irgendwann gibts dann wohl auch noch eine Storywendung, welche ich zwar nicht verstanden habe (nochmal zur Erinnerung: habe vorgespult!), wegen Jaas überraschten und zugleich schockierten Blick, jedoch als solche deuten konnte.
"Ong-Bak 2" ist leider nicht das, was ich erhofft habe. Der Versuch eine tiefgründige Story zu verbauen ging nach Hinten los, denn so muss der Genrefan eine ganze Stunde auf vernünftige Action warten. Die Martial Arts einlagen sind dann zwar sehr fein, können, bedingt durch spannungsarmen Waffenkampf und CGI Blut, aber nicht mit denen aus "Ong-Bak" mithalten. Dafür sind die Aufnahmen im allgemeinen sehr hübsch geworden. Trotzdem hätte ich mir lieber eine direkte Fortsetzung zu "Ong-Bak" gewünscht und keinen Ausflug ins 15. Jahrhundert. Tony Jaa soll gefälligst wieder über Autos springen, in der Unterwelt Schläger verprügeln und Motorradgangster von ihren Rädern kicken.
Genre- und Tony Jaa-Liebhaber dürfen einen Blick riskieren. Alle Anderen sollten besser einen weiten Bogen um "Ong-Bak 2" machen. Da ich die Hälfte des Films weggespult habe, gebe ich diesmal keine Wertung. Mehr als 5 Punkte wären es aber sicherlich nicht geworden.
Gleich schaue ich nochmal kurz ins Making-Of rein. Wahrscheinlich ist das sogar unterhaltsamer und spannender als der eigentliche Film.