Um mal was positives rauszukramen, was meiner bescheidenen Meinung nach früher mal für den Glauben gesprochen hat. Früher, als die Menschen noch stärker glaubten, hatten sie eine andere Einstellung zur Gesellschaft, zum Leben und zu den Dingen, die für die Gesellschaft wichtig sind. Man sieht das daran, wie früher oft gebaut wurde. Ich nehme nur mal als kleines Beispiel die Kanalisationen in großen Städten wie Berlin. Sicherlich hat die Kirche an sich damit nichts zu tun. Aber die Einstellung der Menschen, Dinge zu schaffen, die über ihr eigenes kleines Leben hinausstrahlten, die haben wir in vielerlei Hinsicht verloren. Wir leben heute in der gottlosen Vorstellung davon, dass nach unserem Leben nichts mehr kommt. Und so leben wir auch. Nach uns die Sintflut. Ich glaube, vieles von dem wir heute noch ganz selbstverständlich profitieren, mit dem sich aber damals nicht unbedingt die dicke Kohle machen liess, dazu wären wir als Gesellschaft gar nicht mehr in der Lage, sowas heute wieder zu erschaffen.
Ich schätze, das ist etwas, was wir mit dem Glauben an Gott verloren haben und ich bin davon überzeugt, dass auch in der katholischen Kirche viele kleine Rädchen arbeiten, die noch heute von dieser Selbstlosigkeit und Nächstenliebe angetrieben werden und die nicht darauf warten, dass man ihnen dafür dankt, sondern es ganz selbstverständlich, Tag für Tag machen und danach leben.