Ja, und das wird uns noch mächtig auf die Füße fallen. Das Thema ist schon soooo alt, und alle möglichen Politiker reden immer mächtig verständnisvoll daher. Es passiert aber nix. Ich erinnere mich da noch an den Wahlkampf von Merkel, als sie von einem jungen Krankenpfleger angesprochen wurde. Danach ist nix passiert... trotz der üblichen großen Versprechen.
Die Lage ist jetzt schon beschissen... die einzige Lösung der Politik ist immer Niedriglohn-"Fachkräfte" aus dem Ausland zu holen. Nur haben die mittlerweile auch keinen Bock mehr die Scheiß-Arbeit für wenig Kohle in Deutschland zu machen. Dann ist das gejammer groß wenn es schlicht gar keine Plätze mehr in Altenheimen gibt... im Krankenhaus man nicht mehr anständig behandelt wird oder man keine Therapeuten mehr findet. Gerade letztes ist jetzt schon quasi unmöglich... Wartezeiten von 1-2 Jahren sind die Regel. Wer wirklich Hilfe braucht bekommt diese schlicht nicht. Als Therapeuten-Ersatz landen die Leute dann bei mir im Büro... ich hab Leute die kommen zu mir schon seit 3 Jahren alle 2 Wochen zur "Überbrückung der Wartezeit auf einen Therapieplatz". Nur: Ich und meine Kollegen sind auch komplett zugeschissen und haben keinen Bock mehr die Ersatztherapeuten für ein Affengehalt zu spielen. Wir sind auch ununterbrochen auf der Suche nach Sozialpädagogen... und bei meinem Träger eigentlich auch kein Problem. Bezahlt "gut", bietet viele Sozial-Leistungen usw. usw. Vor Jahren noch ein Traumjob in dem Bereich... jetzt findet man kaum noch Leute weil keiner mehr Bock drauf hat.
Aber Hauptsache die Wirtschaft brummt und man fährt Monstergehälter ein.
Wann? Das frage ich mich wirklich. Denn wie du sagst, ist das Thema schon alt und taucht auch immer mal wieder verstärkt in den Medien auf. Und scheinbar passiert nichts.
Aber warum passiert denn nichts? Was muss denn passieren, dass sich was ändert?
Über das Thema habe ich mich schon oft in der Runde mit Freunden unterhalten, die sowohl aus Pädagogen und Pflegern im KH besteht, aber auch gegensätzlich dazu Leute in der Privatwirtschaft und dazwischen im öffentlichen Dienst. Die aus den Pflegeberufen sagen vor allem, sie brauchen mehr Geld, da sie unterbezahlt sind im Vergleich zu anderen Berufen. Auf die Frage, wieviel mehr Geld sie denn für angemessen sehen, gibt es nie eine Antwort. Stimmen aus der Privatwirtschaft sagen dann, die Menschen in den Pflegeberufen sind vergleichsweise leicht ersetzbar und wenn wir hier keine Kräfte finden, kommen eben Arbeiter aus Nachbarländern und machen´s für weniger Geld. Wieviel Wahrheit darin steckt oder in der Zukunft stecken könnte, sei natürlich dahingestellt. Das Thema des Gehalts weicht dann fast immer dem Thema, dass es zu wenig Beschäftigte in den Bereichen gibt und das das Problem sei nicht das Geld, sondenr die hohe Belastung der Beschäftigten. Aber wie will man mehr junge Menschen in die Berufe kriegen? Attraktiver machen durch ein höheres Gehalt und weniger Belastung? Aber sind wir dann nicht wieder bei der Ersetzbarkeit?
Und genau da komm ich zurück zu deiner Aussage. Das Thema ist soooo alt, es ändert sich nichts- wann fällt es uns auf die Füße?
Eine Sache noch dazu, bei der ich mir bewusst bin, dass sie falsch verstanden werden kann- ich hoffe, das passiert nicht:
Warum starten denn Menschen in den Beruf, wenn man doch schon so lange weiß, dass sie nicht gut genug bezahlt werden und die Belastung zu hoch ist? Natürlich kann der Beruf der Traumberuf und Leidenschaft sein, aber wenn man doch weiß, dass es so hart ist, warum tut man sich das an?