Finsternis. Über mir nur die Sterne. Das Rauschen der Wellen vermischt sich mit dem Brummen der riesigen Insekten in der Luft und feindseligem Geknurre in der Ferne zu einem Klangteppich der mir vor allem eines sagt: Ich bin offensichtlich angekommen.
Um mich herum herrscht nebelige Düsternis, in der Distanz kann ich noch die felsigen Klippen der Insel erahnen, die zu Erreichen mein Ziel war. Daß ich dabei mein Schiff verloren habe, stärkt meine Entschlossenheit nur noch: Ich muss das Geheimnis der Katakomben unter diesem Eiland lüften und einen Weg weg von hier finden.
Eine kurze Bestandsaufnahme des feuchten, schlickigen Untergrunds unter meinem sandigen Schädel deutet darauf hin, daß ich auf einer kleinen vorgelagerten Landzunge angeschwemmt wurde. Bis auf meinen kleinen Dolch ist mir nichts von meiner Ausrüstung geblieben aber im stillen danke ich den Göttern dafür, keine Rüstung getragen zu haben. Auf einem Schiff. Auf hoher See. Wie auch immer, ich scheine unverletzt und so rappele ich mich auf und beginne mit der Erkundung der näheren Umgebung.
Das Wasser scheint hier seicht genug, um hindurch waten zu können und kurze Zeit später finde ich mich an der Küste der größeren Insel wieder und betrachte die felsigen Steiwände. Es gibt dort oben offensichtlich hölzerne Brücken und Wege, doch weit ausserhalb meiner Reichweite. Kurze Zeit später treffe ich auf einen alten Fischer, der zu dieser mitternächtlichen Stunde offenbar sein Glück an der Küste versucht. Sein Ton ist freundlich aber bestimmt. Niemand kommt hier mehr weg, erzählt er mir. Das Wasser, man könne ohne das Wasser nicht mehr leben nach einer Zeit. Ich kann nur freundlich nicken und hoffen, daß er mich nicht auffrisst, doch er fährt fort, ich solle meine Suche beim alten Leuchtturm dort drüben beginnen und tatsächlich, in der Düsternis flackert schwach ein Licht, das mir vorher nicht aufgefallen war.
Ein paar Minuten und unzählige Stufen später stehe ich auf dem Leuchtturm und überblicke meine Umgebung. Es ist ein trostloser Anblick und so wende ich mich ab, nur um beinahe über einen großen Brocken zu stolpern, der - halt, es ist kein Brocken, es ist einer jener magischen Kristalle, über die ich in der großen Bibliothek gelesen habe. Dieser hier verleiht mir die Macht des Feuers, das dürfte sich sicherlich als nützlich erweisen.
Nachdem ich alles an spärlichen Kräutern gesammelt habe, was die Küste hergibt, nehme ich all meinen Mut zusammen und betrete eine der Strandhöhlen. Kahle Wände, leere Fässer, doch halt, in einem befindet sich eine eiserne Maske. Besser als nichts und schon angelegt, denn aus der Finsternis nahen bereits agressive Strand-Oktopusse! Ich nehme die Beine in die Hand und flüchte schleunigst aus der Höhle, den Strand entlang. Doch da nehme ich aus den Augenwinkeln ein Geräusch wahr! Langsam wie im Traum wendet sich mein Blick - - -...ein dumpfer Schlag. Das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren, dann nasse Kälte. Schwärze.