Oder man akzeptiert, dass die Lösung womöglich ist, die Infektionsrate so zu steuern, dass sich Menschen in einem Ausmaß infizieren, das das Gesundheitssystem noch stemmen kann.
Mir kommt es so vor, als wäre ein Großteil der öffentlichen Diskussionen darauf ausgelegt, Infektionen zu vermeiden. Das ist schlicht nicht möglich, wenn wir uns nicht noch viele Monate zuhause einmotten wollen, worauf die Wirtschaft komplett vor den Karren fährt, Massenarbeitslosigkeit und Armut kommt, viele Familien kaputtgehen, viele Kinder vernachlässigt werden und Gewalt aushalten müssen, soziale Unruhen unermeidlich sind und so weiter.
Ob das besser ist, als "kontrolliert" Neuinfektionen zuzulassen? Besser als dort annähernde Normalität zu gestatten, wo es das Infektionsniveau zulässt (in Mannheim gab es z.B. 48 Stunden lang keine bekannte Neuinfektion) und vorübergehend zu beschränken, wenn der lokale Verlauf eingedämmt werden muss?
Ich denke nicht.
Daher sehe ich auch diese lokalen Häufungen als notwendiges Übel an. Solange es nicht wieder insgesamt anzieht und die Kapzitäten des Gesundheitssystems in Gefahr sind, ist das imo die Welt, in der wir jetzt erst mal leben.
Wir nehmen mit jedem Schritt vor die Tür Risiken auf uns. Im Auto, in der Bahn, auf der Straße. Überall lauern Risiken, die wir natürlich und selbstverständlich eingehen. Nur bei Corona soll auf einmal jegliches Risiko einer Infektion ausgeschlossen werden.
Hier im Forum wurde leidenschaftlich gegen Tempolimits auf der Autobahn argumentiert, obwohl durch zu schnelles Fahren Menschen sterben, auch wenn sie komplett unbeteiligt am Risikoverhalten waren. Als ein Beispiel. Aber ohne dass ich _diese_ Diskussion nochmal lostreten will.