So, nach drei geschlagenden Stunden in Bloodborne, die ich jeweils mit jedem der vier Charakter bestritten hab, folgt nun mein Eindruck der Alpha.
Meine ersten Schritte in Yharnam habe ich mit dem Standard Char (Saw Cleaver + Blunderbuss) gewagt und schnell merkte ich den großen Unterschied zur Souls Serie. Bloodborne verzichtet nicht nur auf das Schild, sondern auch auf jegliche Atempausen.
Angriff ist hier die beste Verteidigung und bevor der Gegner einem im Hinterhalt überraschen kann, sollte man eher selbst mit gezückter Klinge in seine Richtung rennen und somit dem Feind keine Zeit für einen Angriff lassen.
Sollte man aber mal nicht schnell genug gewesen sein und Schaden nehmen, hat man zwei Möglichkeiten wieder auf die Beine zukommen. Entweder man rächt sich direkt für den Hieb und haut nach und nach den Gegner zu Brei, was einem wiederum einen Teil der HP zurückgibt, oder man gibt sich per Tastendruck eine Ladung aus den Blood Vials, die deutlich schneller ihre Wirkung zeigen als z.b. die Estus Flask aus Dark Souls und somit ohne Probleme in Kämpfen konsumiert werden können.
Während sich die bekannten Flasks aber wieder mit jedem Bonfire Besuch auffüllen, müssen wir die Blood Vials aus den Klauen der Toten entreißen. Wie viele man davon mit sich tragen kann, kann ich nicht wirklich beantworten. Das Limit für die Munition des Blunderbuss und der Pistole lag aber bei 20 Stück und ich schätze mal, dass die Vials eine ähnliche Grenze haben werden.
Apropo Munition: die Schusswaffen sind wie erwartet ein reines "Crowd control"-Werkzeug und besonders die dicken Brocken lassen sich damit wunderbar nach und nach auseinandernehmen. Wer schon das parieren in den Souls Titeln perfektioniert hat, wird hier seine Freude mit den Büchsen haben.
Stahl, Schrot, Blut, aber auch Feuer ist ein wichtiges Element in den Kämpfen. Per Molotov Cocktail und Fackel zünden wir Gegner an, doch wollen wir sie richtig brennen sehen, schmeißen wir vorher nochmal eine Flasche mit wertvollen Öl auf sie drauf. Diese Kombination ist sogar so kräftig, dass selbst härtere Gegner danach mit einem Schuss erledigt werden können.
Die Technik hinter Bloodborne ist wie erwartet sehr gut. Alles steckt voller kleiner Details, die Schatten tanzen im Schein der Fackeln, Funken und Nebel breiten sich auf den Straßen aus und die Mäntel wehen durch die Luft.
Nur was die Framerate angeht, gab es hier und da ein paar typische Fromsoft Aussetzer. Vorallem auf der Brücke kurz vor dem Cleric Beast gab es eine sehr grenzwertige Stelle, doch ich schiebe das einfach mal auf die Alpha. Das ruckeln der E3 Demo war ja schließlich nach gut einem Monat auch wieder Geschichte.
Kommen wir zu meinem Lieblings-Segment: dem Sound. Der ist einfach absolut großartig und steht über allem. Ob es nun die Axt ist, die von einem Bewohner von Yharnam über den Boden geschleift wird, das knallen des Blunderbuss, das krächzen der angreifenden Raben und selbst die Nachrichten und Grabsteine der anderen Spieler geben ein trauriges wimmern von sich.
Ja, in Bloodborne sieht nicht nur alles angsteinflößend aus, sondern es klingt auch so.
Was mich aber auch noch sehr beeindruckt hat, war das Gefühl des Levels. Ähnlich wie damals in Demon´s Souls Boletaria fühlt man sich in der Alpha als Angreifer und nicht als der strahlende Held, der nur mal eben den bösen Drachen befreien und die Prinzessin töten will, oder so... Nein, man ist der Feind hier, der Eindringling, der nur stört und getötet werden muss.
So rufen einem die Bewohner immer wieder Sätze wie
"Go away, away" oder
"You cursed beast" zu
, während sie einem mit Mistgabel und Fackeln entgegentreten. Das man dann später voll mit ihrem Blut darsteht, macht die Sache nicht gerade besser und so fühlt man sich den Monstern und Bestien näher als den Menschen.
Zum Multiplayer kann ich leider nichts sagen, da ich weder einem Spiel beitreten, noch jemand anderen beschwören konnte. Die vier Klassen haben sich aber recht unterschiedlich angefühlt und ich kann mir gut vorstellen, dass die verschiedenen Spielstile sich in den Kämpfen mehr als ergänzen werden.
Bloodborne ist so geworden, wie ich es mir erhofft habe. Das wilde Kind der Souls Reihe, welches Elemente beinhaltet die man kennt und liebt und gleichzeitig auch genug neue Ideen bietet. Freut euch auf den 06.02.2015, denn Bloodborne wird ganz groß und dürfte jetzt schon einer der ersten heißen Game of the Gen Anwärter sein.