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Konrektor an einer der größten Realschulen im Ländle. Ich mache meinen Job sehr gerne und fühle mich als Beamter durchaus privilegiert. Die Besoldung passt und die Pension als Beamter auch.
Ich vertrete die Meinung, dass ich im Luxus lebe, da ich mir keine Gedanken über das Geld für Miete/Bank/Nahrung/Klamotten usw. machen muss, sondern diesbezüglich sehr sorgenfrei leben kann. Das ist für mich Luxus (nicht Ferrari & Co) und diese Einstellung ermöglicht mir ein sehr glückliches Leben.
Super Einstellung, in die ich auch immer wieder verfallen möchte. Leider bricht dann immer mal wieder doch dieses Gefühl durch, man könnte es noch besser haben. Sei es die bessere Wohnung, das noch sorgenfreiere Leben oder oder oder.
Man muss sich regelmäßig selbst erden. Uns geht es aktuell finanziell gut. Haben zwar „nur“ ne normale ETW aber das passt schon.
Nahezu alle Kumpels sind Topverdiener in der Schweiz. Mitunter 20k netto Jahresbonus u.s.w. aber das ist kein Maßstab. Die sind lange Abends zur Schule also sollen sie das Geld auch bekomme. Ein Kumpel hat sich jetzt ne eigene Wohnung genommen weil die Ehe im Eimer ist. Da ist die ständige Abwesenheit zuhause sicher nicht ganz unschuldig. Gott sei Dank alle bodenständig und da wird null geprahlt.
Sich im Supermarkt alles leisten zu können und gesund sein ist meine persönliche Definition von Reichtum.
Mir tut das gelegentliche berufliche herumreisen auch dahingehend gut. Wenn man in anderen Ländern mit der dortigen Lebensituation der Menschen konfrontiert wird, holt einen das ganz schnell wieder auf den Boden. Vor allem letztes Jahr in Indien.
Da lernt man seine eigenen Privilegien wieder viel mehr zu schätzen.
@Nimble Darf ich fragen, warum du so spät die Ausbildung abgeschlossen hast? Und warum hast du dich für diesen Beruf entschieden? Ich hatte auch schon Azubis hier die älter waren als ich, die hatten vorher was ganz anderes gemacht und das waren die Besten in 10 Jahren. Jetzt bilden sie sich fort, können hinterher wählen und haben nach oben kaum Grenzen (in der Industrie, nicht im ÖD).
Natürlich darf man fragen
Hatte vorher leider keine Zeit zum antworten, aktuell ist Zeit eher Mangelware. Aber besser spät als nie
Ich versuche mal meinen Lebenslauf in Kurzform zu quetschen, dann dürfte einiges klarer werden.
Habe einen älteren Bruder, mein Vater hat auf dem Bau gearbeitet und meine Mutter war Krankenschwester. Mutter hat aufgehört zu arbeiten als die Kinder kamen, Vater viel schwarz dazu verdient damit es reicht. Mein Bruder war der Streber, ich eher das schwarze Schaf.
Bruder hat auf dem letzten Meter das Abi verkackt und fing an als Security zu arbeiten. Meine Mutter ebenso. Vater wurde arbeitslos weil die Firma insolvent ging und gab sich dem Alkohol hin. Als ich auf die Oberschule kam, war da schnell der falsche Freundeskreis, Drogen, ich blieb mehrfach sitzen, bin von der Schule geflogen, musste auf die Hauptschule wechseln wo ich der einzige deutsche in der Klasse war, Gewalt war an der Tagesordnung.
Eltern haben sich nie im klassischen Sinne um mich gekümmert oder mir irgendwas "normales" vorgelebt. Ich war mir selbst überlassen und habe getan worauf ich Lust hatte. Meine Jugend bestand aus Schule schwänzen, zocken, kiffen und skaten.
Mit 18 hat mir der Chef der Security Firma einen Job angeboten. Dort blieb ich locker zehn Jahre ohne je wirklich richtig viel verdient zu haben. Damals gab es noch keinen Mindestlohn.
Irgendwann hat mir eine damalige Partnerin geholfen da raus zu kommen. Sie war überzeugt davon, dass ich keine hohle Nuss bin und mein Potenzial verschenke. Also habe ich auf dem zweiten Bildungsweg sämtliche Schulabschlüsse nachgeholt. Dank der Abschlüsse und der langen Tätigkeit im Sicherheitsdienst habe ich eine Ausbildungs im Justizvollzug angefangen. Allerdings war das überhaupt nicht meine Welt. Zwar war die Verbeamtung und Besoldung durchaus reizvoll, aber die Tätigkeit an sich einfach zu extrem. Eigtl steht das Risiko auch in keinem Verhältnis zur Bezahlung. Ich habe im größten Knast Deutschlands gearbeitet, ausschließlich Schwerverbrecher mit Haftstrafen ab zehn Jahre aufwärts, und trotzdem hätte ich da trotz Vollzeit und Schichtdienst keine 2k raus gehabt.
Nach einigen Geschichten wie einer raus getretenen Kniescheibe, Bedrohung und Erpressung war mir klar, dass dies keine Tätigkeit ist, die ich noch über 30 Jahre machen möchte.
Von da an hielt ich mich mit 0815 Jobs über Wasser. Angefangen bei AreaGames gerri:), über Handwerk, Bau, Videothek und dutzend anderer Stellen, landete ich wieder im Sicherheitsdienst, dort wo alles anfing.
Ich war Schichtleiter im Alexa (einer großen Mall in Berlin) und habe ausschließlich nachts gearbeitet. Stets von 18 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Geld reichte geradew so zum Leben. Das erste Kind kam. Mein Vater starb.
Es kam die Einsicht, dass es so nicht weitergehen kann (mal wieder). Da die Familienplanung ins rollen kam und ich erstens: mein Kind auch mal sehen möchte und zweitens: normale Arbeit haben möchte, folgte die Neuorientierung.
Meine Partnerin ist gelernte Buchbinderin, ihre Eltern sind Buchbinder. Sowohl ich als auch meine Partnerin haben Stellenanzeigen gelesen und überlegt was zu mir passen würde. Eines Tages zeigte sie mir eine Anzeige vom Bezirksamt und die Ausschreibung der Bibliothek. Das klang gut, hat mich angesprochen und überzeugt.
Die Bewerbungen gingen raus, ich erhielt die Einladung zu einem zentralen Einstellungstest für die Branche, danach eine handvoll Vorstellungsgespräche und schließlich die Zusage.
Joa, ganz schön viel Text geworden
Aktuell bin ich beruflich erstmals in meinem Leben zufrieden (solange ich mich nicht mit dem abnormal hohen Standard KT vergleiche). Ich muss nicht mehr 24/7 in Schichten arbeiten, muss nicht mehr an Weihnachten, Silvester oder Feiertagen arbeiten, verdiene erstmals vierstellig und kann trotzdem noch am Familienleben teilhaben. Ich war nie in einer besseren Situation.
Natürlich ist es schade, dass Berlin tariflich in meinem Sektor das absolute Schlusslicht bildet. Selbst in Brandenburg ist man zwei Stufen höher eingruppiert und unbefristet ... Aber jetzt habe ich erstmal zwei Jahre Zeit irgendwas zu reißen und die Augen offen zu halten. Der Worst Case wäre in zwei Jahren wieder arbeitslos zu sein, mit zwei Schulpflichtigen Kindern. Daran darf ich noch nicht denken. Aber fürs erste ist es ok.
Edit:
Wie man sieht, habe ich eigtl noch Glück gehabt. Unter diesen Umständen hätte ich auch komplett falsch abbiegen können. Wer weiß was heute wäre, wenn die eine oder andere Partnerin nicht nachgeholfen hätte.
Edit 2:
Neulich hat mir meine Mutter erzählt, wie stolz sie auf mich ist. Während der Ausbildung habe ich den Führerschein gemacht und beide Prüfungen auf Anhieb bestanden, dann die Ausbildung und sämtliche Prüfungen auf Anhieb. Was will man mehr?
Nachsatz: Darum denke ich, dass ich eines Tages meinen Jungs gut erklären kann was im Leben wichtig ist und auch helfend zur Seite stehen kann, wenn es im Leben mal nicht so rosig läuft. Natürlich hätte es besser laufen können, ich hätte es einfacher haben können. Aber es hätte auch viel schlimmer kommen können.
Danke fürs Teilen. Sehe da viele Parallelen zu meiner eigenen Jugend und den ersten Jahren im Job (keine Eltern anwesend bzw. Alkohol, Hauptschule, schlechtes Milieu, Kackjob, irgednwann der "Durchbruch" mit abendlichem Lernen).
Mir tut das gelegentliche berufliche herumreisen auch dahingehend gut. Wenn man in anderen Ländern mit der dortigen Lebensituation der Menschen konfrontiert wird, holt einen das ganz schnell wieder auf den Boden. Vor allem letztes Jahr in Indien.
Da lernt man seine eigenen Privilegien wieder viel mehr zu schätzen.
Macht ein Freund auch.
Ist quasi 30-40% des Jahres in Afrika.
Kehrseite: Du siehst die hungrigen Kinder, kommst heim und deine Tochter/Sohn meckern, weil es die Lieblingswurst heute nicht gibt.
Er sagt, er muss sich da oft beherrschen. Am Ende sind es Kinder und sie kennen dieses andere Leben nicht.
Stell ich mir aber auch teilweise schwierig vor.
Die ganz harte Konfrontation mit der bitteren Realität ist mir gottseidank bisher erspart geblieben. Bisher war ich immer in mehr oder weniger zivilisierten Gebieten unterwegs. Weiß auch ehrlich gesagt nicht wie ich das verpacken würde.
Das durchschnittliche Bruttonationaleinkommen (BNE)/Pro Kopf in Deutschland betrug 2017 4.307 Euro/Mon. laut: Versch. Quellen
Bruttonationaleinkommen 2017: 4.278.587.200.000 Euro ~ 4.28 Milliarden Euro [Quelle: worldbank.org]
Einwohnerzahl Deutschlands 2017: 82.790.000 [Quelle: statista.com]
Bruttonationaleinkommen 2017 pro Kopf: 51.680 Euro [Quelle: Wikipedia]
4.278.587.200.000 Euro: 82.790.000 Einwohner = 51.680 Euro
51.680 Euro : 12 Monate = 4.307 Euro
Der durchschnittliche Bruttogehalt aller in Deutschland Vollzeitbeschäftigten betrug 2017 3.770 Euro/Mon. laut: statista.com
Die Statistik zeigt den durchschnittlichen Bruttomonatsverdienst eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers in Deutschland. Im Jahr 2017 betrug der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers in Deutschland 3.771 Euro.
Der durchschnittliche Bruttogehalt aller Arbeitnehmer (ink. Teilzeit) in Deutschland betrug 2017 2.860 Euro/Mon. laut: statista.com
Die Statistik zeigt den durchschnittlichen Bruttomonatsverdienst aller Arbeitnehmer in Deutschland, also auch alle Arbeitnehmer in Teilzeit oder in geringfügiger Beschäftigung in Deutschland. Im Jahr 2017 betrug der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst eines Arbeitnehmers in Deutschland 2.860 Euro.
Der durchschnittliche Nettogehalt privater Haushalte in Deutschland betrug 2017 2.706 Euro/Mon. laut: statista.com
Die Statistik bildet das Nettoeinkommen nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben privater Haushalte in Deutschland ab.
Der durchschnittliche verfügbare Nettogehalt privater Haushalte in Deutschland betrug 2017 1.345 Euro/Mon. laut: statista.com
Die Statistik bildet das verfügbares Nettoeinkommen (nach Abzug von lebensnotwendigen Kosten u. a. für Miete, Lebensmittel) privater Haushalte in Deutschland ab.
Das durchschnittliches Nettovermögen pro volljährige Person in Deutschland betrug 2017 203.946 US-Doller laut: Wikipedia
Nach dem durchschnittlichen Vermögen auf jede volljährige Person in US-Dollar.
Das durchschnittliches Nettovermögen (bereinigt nach Medianwert) pro volljährige Person in Deutschland betrug 2017 47.091 US-Doller laut: Wikipedia
Nach dem durchschnittlichen Vermögen auf jede volljährige Person in US-Dollar. Angegeben ist zudem das Median-Vermögen auf jede volljährige Person in USD. Der Medianwert bezieht die Vermögensungleichheit innerhalb eines Landes mit ein und hat deshalb eine höhere Aussagekraft, über welche Vermögenswerte die gewöhnliche Person eines Landes tatsächlich verfügt. Ein großer Teil der Daten, die von Credit Suisse erhoben wurden, stammt von Schätzungen. Bereinigt nach Spitzenwerten, repräsentativ für "normal" Bevölkerung.
Na bist du über oder unter dem deutschen Durchschnitt?
Nebenbei mal ein paar weitere Interessante Zahlen:
- 71% der Weltbevölkerung müssen mit weniger als 10 US-Doller am Tag auskommen. [Quelle: money.cnn.com]
--> Zum Vergleich: Der durchschnittliche deutsche Haushalt (Stand 2011: 2,02 Personen laut bpb) hat 90,20 Euro/Tag Netto zur Verfügung. Sprich hat pro Kopf Netto 44,65 Euro täglich zur Verfügung. Ist somit ca. 4,5 mal reicher als 71% der Weltbevölkerung.
- Der durchschnittliche Monatsgehalt in Kongo beträgt 34 Euro. [Quelle: leanderdaten.info]
--> Zum Vergleich: Der durchschnittliche deutsche Haushalt (Stand 2011: 2,02 Personen laut bpb) hat monatlich 2.706 Euro zur Verfügung. Sprich hat pro Kopf Netto 1340 Euro monatlich zur Verfügung. Ist somit ca. 40 mal reicher als ein Durchschnittsverdiener in Kongo (eins der ärmsten Länder der Welt).
- Die Weltbank besagen, wer mit weniger als 1,90 $ am Tag leben muss gehört zu den 10% der Ärmsten dieser Welt. [Quelle: 3Sat]
--> Zum Vergleich: Der durchschnittliche deutsche Haushalt (Stand 2011: 2,02 Personen laut bpb) hat 90,20 Euro/Tag Netto zur Verfügung. Sprich hat pro Kopf Netto 44,65 Euro täglich zur Verfügung. Ist somit ca. 23 mal reicher als 10% der ärmsten dieser Welt.
So jetzt frage ich euch:
- Liegt ihr über oder unter dem deutschen Netto-Haushalt Durchschnitt?
- Wie viele Personen kennt ihr die 4,5 mal mehr so viel wie ihr verdient?
--> durchschnittliches monatliches Netto pro Kopf in Deutschland: 1340 Euro x 4,5 = 6.030 Euro
- Wie viele Personen kennt ihr die 23 mal mehr so viel wie ihr verdient?
--> durchschnittliches monatliches Netto pro Kopf in Deutschland: 1340 Euro x 23 = 30.820 Euro
- Wie viele Personen kennt ihr die 40 mal mehr so viel wie ihr verdient?
--> durchschnittliches monatliches Netto pro Kopf in Deutschland: 1340 Euro x 40 = 53.600 Euro
Und was würde ich Jährlich verdienen, wenn ich: (obige Zahlen mal 12)
- das 4,5 fache verdienen würde?: 72.360 Euro
- das 23 fache verdienen würde?: 369.840 Euro
- das 40 fache verdienen würde?: 643.200 Euro
Kacke immer noch kein Millionär. Und Wohnen/Essen und mir was gönnen muss ich ja auch noch was davon.
Aber was wäre wenn ich 40 Jahre lang weiter so gut verdiene? (obige Zahlen mal 40)
- das 4,5 fache mein Leben lang verdienen?: 2.894.400 Euro
- das 23 fache mein Leben lang verdienen?: 14.793.600 Euro
- das 40 fache mein Leben lang verdienen?: 25.728.000 Euro
Kacke nur ein Bruchteil eines Bruchteils zu einer Milliarde. Pff...
Und dabei bin ich doch Reicher als du, wie du im vergleich zu den ärmsten der ärmsten auf dieser Welt reich bist.
Wie viel fehlt mir den noch zu einer Milliarden, wenn ich das 40 fache mein Leben lang verdienen würde?
Was? nochmal knapp 40 mal?
Ich fühl mich so elendig arm... dabei habe ich von meinen Millionen bisher noch nicht mal gehaust, gegessen oder mir irgendetwas gegönnt.
Und wenn ich mir überlege, dass Jeff Bezos (112 Billion $), Bill Gates (90 Billion $) und Mark Zuckerberg (71 Billion $) besitzen würde ich mich selbst unter Milliardären so arm fühlen wie ein Kongolese sich arm fühlt in vergleich zu dir.
Was Stimmt mit dieser Welt nicht?
Und mir sag noch einmal einer, die Welt hätte andere Probleme.
@Nimble Danke für die ausführliche Antwort. Mein Vater hat sehr lange in der JVA Moabit gearbeitet und obwohl er sehr tough ist, hat es ihn manchmal ganz schön mitgenommen. Ich war nur ein einziges Mal zu Besuch da und wollte sofort wieder raus. Daher verstehe ich deine Entscheidung gut.
Schön auch, dass du offensichtlich aus deinen Fehlern und den Fehlern deiner Eltern gelernt hast und diese nicht wiederholen willst.
Ich drück dir Daumen, dass du dort irgendwann entfristet wirst, aber der ÖD in Berlin ist leider auch super schlecht in der Personalplanung.
Hab heute die Zusage bekommen.
Etwas mehr als 4k. 13., Urlaubsgeld, VWL und echt n Ratenschwanz an Zeug. Zum Beispiel pro Jahr 600 Euro für Brille, Zahnersatz und falls man das nicht braucht, darf man auch Frau und Kind dafür melden.
Ach ja, 50% Rabatt auf die Stromrechnung ist auch nice.
Wenn Weihnachten und Neujahr aufs Wochenende fallen, gibt es Bonus Urlaub ein bzw. zwei Tage.
Das heißt maximal 34 Tage sind drin.
Freu mich sehr.
Das ist finanziell ok für mich aber vor allem ein sehr familienfreundliches Unternehmen.
Habe mich in meinem dritten Berufsjahr intern auf eine neue Stelle beworben und arbeite nun im Banken Reporting welches wohl durch die Finanzkrise und die ganzen Basel Verordnungen etc für Banken einer der sichersten Jobs ist . Erstaunlicherweise bewerben sich dafür sehr wenig weil sich die Stellen immer sehr juristisch und langweilig anhören, im Prinzip ist es aber sehr ähnlich zum controlling, viel Excel etc... Mir macht es zumindest extrem viel Spaß, was mir das wichtigste am Job ist, zudem haben wir ein lustiges Team mit einer angenehmen Stimmung!
Jetzt gibt's knapp ~5.500 brutto, das ganze dann 14 mal da Österreich. Rundet alles nochmal ab .
Aber am Ende des Monats habe ich dennoch kaum mehr übrig als vorher, man gewöhnt sich so schnell dran.
Ich habe seit fünf Monaten einen neuen Job. Gut bezahlt, macht mir viel Spaß, der Wechsel ist insgesamt eine gute Entscheidung gewesen. Und - und das soll jetzt nicht arrogant klingen, aber - die Firma braucht mich ziemlich dringend uns ist ohne mich aufgeschmissen.
Nun hat mir gestern mein alter Chef geschrieben. Er will mit mir nach Ostern essen gehen und mir ein Angebot machen, das ich "nicht ablehnen kann". Ich weiß, dass er mich damals schon behalten wollte und grundsätzlich mochte ich auch meine alte Firma.
Ich zerdenke also gestern den ganzen Abend diese Sache. Und was passiert heute morgen? Ein Headhunter kontaktiert mich mit einem ziemlich lukrativ klingenden Angebot.
Den einzigen Rat den ich dir geben kann ist, keine übereilten Entscheidungen zu treffen. Lass dir Zeit.
Abgesehen davon bin ich mit 40 jetzt vom Karrieretrip weg. Hat echt lange gedauert zu begreifen das so viele Dinge wichtiger sind als die Taler auf dem Konto. Und so lange es "genug" ist, muss es nicht immer noch mehr sein.
Wobei das "genug" ja durchaus sehr individuell ist. Ich brauche nicht viele materielle Dinge.
Bei uns in der Firma waren gerade 20-30 Langzeitarbeitslose. 4 von denen sind jetzt Kollegen. Viele mussten aber wieder gehen und es ist immer schwer den Leuten zu sagen das sie schon wieder keine Chance hatten.
Also du hast ein echtes Luxusproblem. Mach das was dir Spaß macht und wo du noch Freiraum hast. Geld ist wichtig, sollte m.M.n. aber nicht an erster Stelle stehen.
Ich kann Dir nur raten, über die Option mit dem Headhunter erst dann ernsthaft nachzudenken, wenn ein unterschriftsreifer Vertrag auf dem Tisch liegt. Headhunter oder Personalberater, die nicht direkt von dem Unternehmen kommen, welche die Stelle besetzen wollen, haben immer "lukrative" Angebote.
Achso und bezüglich der Nummer mit dem alten Unternehmen: Geh doch ruhig mit Deinem alten Chef essen und hör Dir an, was er zu sagen hat und entscheide, wenn Du alle Fakten kennst. Zuhören kostet nichts und ist auch nicht verboten...