Der Kinect-Thread erinnert mich wieder an das Fanboy-Thema.
Was hier und überhaupt viele Zocker brauchen ist ein Spieleurlaub. Und ich meine keine karibische Insel mit allen Konsolen dieser Welt.
Vor einigen Jahren war ich auch noch ein Fanboy dieser Sorte. Wenn jemand die Xbox angegriffen hat, war ich sofort zur Stelle und wenn Sony oder Nintendo (und ich habe und hatte Konsolen aller Hersteller) etwas angekündigt haben, hätte ich Bücher gelesen um das Schlechte herauszufiltern und in schönen, langen, überaus objektiven Beiträgen zu präsentieren.
Dann habe ich schlagartig mit dem Zocken aufgehört und alle Konsolen verkauft. Ich rührte über zwei Jahre kein Spiel mehr an, las keinen einzigen Spielebericht, wusste gar nicht, was in der Zeit in der Branche los war.
Dann fing es langsam wieder an. Wenn sich die Gelegenheit ergab, kaufte ich mir eine Konsole und ab und zu mal wieder ein Spiel. Seitdem (vielleicht 1,5 Jahre her) spiele ich deutlich weniger als sonst, aber ein gutes Gefühl kam zurück. Erinnert ihr euch noch an diese erste Konsole aus der Kindheit? Als man noch keine Ahnung hatte und einfach das gespielt hat, was cool aussah und wenn es der größte Rotz war, als man wirklich noch so naiv war und einfach Spaß an der Konsole haben wollte?
Das ist im kleinen Maße zurückgekehrt. Ich habe einfach mehr Abstand zu den Spielen, picke mir konsolen- und generationsübergreifend etwas aus, das mich interessiert und spiele.

Und bin bei jedem guten Spiel für Konsolen, die ich nicht besitze, einfach furchtbar neidisch.
Vielleicht geht's hier den Kämpfern nicht so wie mir damals, aber ich frage vorsichtshalber einmal nach: Stresst euch nicht eure eigene Argumentation? Ich empfand und empfinde solche Diskussionen immer als sehr ermüdend und schmerzhaft und unbefriedigend. Oder macht es euch wirklich Spaß in allen Dingen das Schlechte zu sehen?
Ich bin jedenfalls froh darüber hinweg zu sein und auch wenn es mich oftmals noch etwas in den Fingern juckt, wenn es darum geht die 360 oder Halo oder sonst etwas zu verteidigen, kann ich mir einfach denken 'Hmmm, ach, nein!

' und spare mir die unspaßigsten und dümmsten Diskussionen dieser Welt. Und die Angriffslust packt mich gar nicht mehr. Ich schaue nur noch neidisch rüber und wenn man diesen Gedanken akzeptiert, traut man sich gar nicht mehr in die Offensive zu steigen.
Sympathisch sind mir hingegen alle, die wirklich so etwas wie Multikonsoleros sind, die sagen 'Woohoo, Killzone ist geil, krass, Halo ist geil und Mario sowieso!' Das kann immer etwas naiv und dümmlich wirken, aber darin steckt einfach so viel Ehrlichkeit und Spaß am Spiel.
Und gerade das ist - bei den ganzen Boykottaufrufen, Lästereien über Hersteller, Zerreissungen und was für Waffen die Fanboybrigade noch zu bieten hat - rar gesät.
Mein Aufruf: Chillt ma!
Wer in schönen Dingen einen schönen Sinn entdeckt hat Kultur. Für solche besteht noch Hoffnung.