Alle paar Jahre kommt völlig unerwartet ein Titel aus dem nichts und bläst einen weg und um genau so einen Titel handelt es sich auch bei Xenoblade. Heute ging nach knapp 108 wunderbaren und traumhaften Stunden diese Meisterwerk zu Ende. Völlig zurecht wird es mit anderen Genrekönigen wie FFX verglichen.
Die Handlung ist meiner Meinung nach selten wirklich vorhersehbar, und das liegt nicht an irgendwelchen, an den Haaren herbeigezogenen Storywendungen. Die Geschichte rund um Shulk, Reyn, Dunban,... die auf einem göttlichen Titanen Bionis leben und sich gegen die feindlichen Invasoren von Mechonis behaupten müssen ist erstklassig erzählt. Dabei geht es wie schon so oft um das Thema Freundschaft und Zusammenhalt innerhalb der Gruppe. Dankenswerterweise lässt man das Klischee des melancholischen Helden außen vor und schafft es auch ansonsten meist recht zielsicher die Klischee-Fettnäpfchen zu vermeiden. Dass einem die Truppe so schnell ans Herz wächst liegt zu einem nicht geringen Teil am japanischen Voiceacting. Hier sind durchwegs ALLE super getroffen.
Aber auch ansonsten gilt:
Xenoblade kleckert nicht, es klotzt.
Score? Traumhaft!
[vid]http://www.youtube.com/watch?v=Ug6B7c_Xut8[/vid]
Das läuft z.B. als Hintergrundmusik während man den Endboss bearbeitet. Das sind so Momente wo man einfach nur mit einem angenehmen Zittern und offenem Mund vor dem Fernseher sitzt.

Aber nicht nur der Endboss bekommt so ein Stück verpasst. Jeder Moment im Spiel wird getragen von einem makellosen Soundtrack.
In der Gegend ums Eryth-Meer ist das die normale Hintergrundmusik...
[vid]http://www.youtube.com/watch?v=c_94rQjtmJo&[/vid]
Optisch kann das Spiel auf den ersten Blick logischerweise nicht mit dem mithalten, was man so von der PS3 und 360 gewohnt ist. Wenn man sich aber wieder an die Grafik gewöhnt hat wird man mit einer der schönsten und fantasievollsten Landschaften seit langer Zeit belohnt. Das Gegnerdesign ist über jeden Zweifel erhaben und man kommt oft aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Das Kampfsystem folgt dem Motte "Easy to learn, hard to master". Hält man sich von den wirklichen (Endgame)Brocken fern ist es zwar stellenweise fordernd aber nie frustrierend. Der Schwierigkeitsgrad im Spiel ist sowieso jederzeit "steuerbar". Wird es einem zu schwer, levelt man einfach etwas damit man 2, 3 Level über den Gegnern steht und schon sind alle Probleme beseitigt.
Es gibt zwar den einen oder anderen kleinen Makel (Warum ist die Itembox begrenzt? Warum kann ich beim wechseln der Ausrüstung automatisch meine Juwelen mitübernehmen?) aber das sind alles bestenfalls die berühmten Tropfen auf den heißen Stein oder das, was den Kohl auch nicht mehr fett macht...
Löblicherweise gibt es für den zweiten Durchlauf (der sicherlich irgendwann noch ansteht und bei mir hochgradig selten ist...!) gibt es noch ein "New Game +" bei dem Ausrüstung, Gruppenharmonie usw. übernommen werden können. Vorher werde ich aber sicherlich noch das eine oder andere mal einen älteren Speicherplatz laden und mich ins grandiose EndGame stürzen.
Xenoblade holt das Genre der jRPG zurück aus der Versenkung und liefert gleichzeitig noch eine beinahe makellose Vorstellung ab, mit der es sich in Gesellschaft ein paar ausgewählter Vertretern des letzten Jahrzehnts weit oben an der Spitze gemütlich macht. Zurecht wird man das Spiel in einem Atemzug mit FF7, FF10, Xenogears,... und wie sie nicht alle heißen nennen, wenn man über die besten jRPG aller Zeiten schwärmt.