Deathloop und Psychonauts 2 waren doch 2021 sogar als Goty nominiert.
Was aber eher an dem schwachen Gaming-Jahr 2021 liegt. Oder denkst du dass diese Spiele etwa auch im Jahr 2018 nominiert gewesen wären? Bei Konkurrenz wie:
- Red Dead Redemption 2
- God of War
- Detroit
- AC: Odyssey
- Spider-Man
usw.
Nichts gegen die beiden Spiele, aber das sind doch beileibe keine Singleplayer-Blockbuster, die z.b. eine opulent präsentierte Geschichte erzählen. Oder durch Neuschaffung einer Marke plötzlich als Identifikationsfigur für eine ganze Konsole stehen (wie früher der Master Chief oder Gears für Xbox. Oder Spiele wie Last of Us, Uncharted, God of War bei Sony; Zelda und Mario bei Nintendo). Da würde ich am Ehesten noch ein Forza Horizon hinzu zählen, das über die letzten beiden Teile wirklich nochmal enorm an Popularität hinzu gewonnen hat.
Ein Flight Sim war definitiv wegweisend in vielerlei Hinsicht, aber ein richtiges SPIEL? Man nehme doch nur mal den Thread hier im Forum. Vor Release und in den ersten Tagen ein richtiger Hype, jeder wollte es mal anspielen. Und dann? Ist die erste Begeisterung verflogen (höhö), was dann bleibt ist der (sehr gute!) Simulationsaspekt und hängen geblieben ist genau die Nische der Simulationsfreaks. Aber doch kein Spiel für die Masse was man jedem blind empfehlen kann und was allein schon der Grund für die Anschaffung einer Konsole ist - etwas, dass 95 von 100 Menschen begeistern wird - eben auch die Definition eines Blockbusters. Spiele bei denen man früher gesagt hat:
"Mensch, hol dir UNBEDINGT eine Xbox 360, nur da kannst du Mass Effect spielen und es lohnt sich alleine schon dafür!"
Ersetze Mass Effect beliebig durch:
Bioshock (zeitexklusiv)
Project Gotham Racing 3
Forza
Gears of War 1-3
Halo 1-3
Oblivion (zeitexklusiv)
Alan Wake (zeitexklusiv)
Fable
Kameo
und etliche weitere.
Spiele die Titelseiten in Magazinen gefüllt haben, große Extrastorys bekamen, die das Internet zum Beben brachten und für die sogar hier im Forum einzelne Subs eingerichtet werden mussten! (wann gab es letzteres zuletzt?)
Man muss aber nun so fair sein und sagen, dass das Ganze auch die generelle Entwicklung der Branche ist. Weg von hochklassigen Singleplayer-Erfahrungen, hin zu Games as a service Multiplayer-Spielen mit Season Pass und Ähnlichem, die auch nach dem Kauf eine konstante Einnahme für den Publisher generieren - oft gänzlich ohne Geschichte dahinter und nur auf das Gameplay fokussiert. Im Gegensatz dazu das Singleplayer-Spiel, das nur einmalig eine Einnahme beschert. Eine Entwicklung, die mir persönlich nicht gefällt, aber vom Grundsatz schon länger nicht mehr aufzuhalten ist. Hier hat Sony mit seinem konstanten, hochwertigen Output immer die Fahne noch am höchsten gehalten. Allerdings zeichnet sich da durch den Bungie-Zukauf und der Entwicklung eines eben solchen Spiels durch Naughty Dog (was für eine Verschwendung der Storywriter meiner Meinung nach!) bereits eine leichte Trendwende ab. Ich hoffe, dass dies kein grundsätzlicher Wandel wird und die nächsten Uncharteds oder God of Wars dann PvP Online-Spiele mit vielen unterschiedlichen Kostümen und Feier-Gesten sind, die für ein paar Euro im Shop erworben werden können.
Um aber mit etwas sehr positivem abzuschließen:
Genau deswegen feiere ich aber auch den Zukauf von Bethesda sehr! Denn abgesehen von Ausreißern wie Fallout 76 merkt man, dass hier generell auch der Fokus noch auf großartigen Singleplayer-Erfahrungen liegt. Aber auch die Entwicklung eines neuen Wolfenstein (bitte nicht so ein Schrott wie Youngblood!), Fable oder Indiana Jones stimmt mich sehr positiv und hoffnungsvoll und zeigt dass auch die grüne Singplayer-Zukunft sehr rosig sein kann - es dauert eben nur noch ein wenig. Und es ist ein starkes Zeichen dass Microsoft das erkannt hat und anders als in der Xbox One Ära handelt. (Mehr "Beweis" dass es da Defizite gibt, braucht es also gar nicht)