Metal Gear Solid - The Twin Snakes
Es geht los! Ich taste mich an diese mir völlig unbekannte Serie und beginne einen Marathon. Den Plan verfolge ich schon länger. Leider gibt es im PSN nur die deutsche Version des ersten Teils, also habe ich mir den GameCube meiner Freundin ausgeliehen und starte mit dem Remake des ersten Metal Gear Solid-Teils. Ich freue mich!
Ich mag Zwischensequenzen und ich liebe gute Dialoge und natürlich Story! Und ich stehe auf Stealthgames! Perfekt!
Etwas anders habe ich mir das Spiel vorgestellt. Bin jetzt kurz vor Psychomantis nach mehreren Stunden und positiv überrascht.
Die Zwischensequenzen und Funkgespräche machen mir Spaß. Man wird wirklich andauernd von langen Cutscenes überrascht, aber das finde ich geil. Die Story ist bis jetzt nicht der Hammer, und ehrlich gesagt glaube ich einen Twist bereits zu checken. Ist aber egal, wegen der Charaktere und der Inszenierung will ich unbedingt wissen, wie es weitergeht. Die sind nämlich herrlich abgedreht und einfach nur cool. Okay, manchmal geht es etwas zu weit und wird schon lächerlich. Der Kampf gegen den Ninja war mir zu viel. Ich find's nicht cool, wenn Patronenkugeln zersäbelt werden. Die Dialoge schwanken extrem in der Qualität. Die englische Synchro ist manchmal gut und manchmal schlecht, aber wirklich gut und extrem schlecht wird sie nicht. Ist Mittelmaß imo und heute ist man besseres gewohnt. Der Inhalt der Dialoge kann auch interessant sein oder einfach nur dämlich. Auf jeden Fall hat Hideo Kojima irgendein sexuelles Problem. Die Flirtereien und Sexanspielungen wirken so als hätte er noch nicht viel mit Frauen zu tun gehabt. Unfassbar abtörnend was da abgelassen wird, aber irgendwie auch lustig.

Paar Szenen musste ich unbedingt meiner Freundin zeigen, die dann erstmal facepalmen musste.
Das Gameplay ist ganz anders als erwartet. Viel freier und sehr inventarlastig. Mit Stealth hat es irgendwie wenig zu tun. Es fühlt sich irgendwie arcadig an. Ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll. Es macht schon trotz mieser Steuerung Spaß, aber wirkt halt irgendwie trashig, wenn man um einen Panzer herumrennt und ihn minutenlang mit Granaten beschmeißt oder mit einem Bossgegner Fangen spielt. Das Spiel nimmt sich irgendwie gar nicht ernst. Und ich weiß nicht, ob ich das gut finden soll.
Man darf auf alle Fälle kein Splinter Cell erwarten. Bei MGS habe ich mir sehr schnell abgewöhnt vorsichtig zu sein. Ich renne durch die Anlage und gucke die ganze Zeit auf das Radar um nicht in den sehr kleinen Sichtkegel der Gegner zu laufen. Werde ich erwischt, baller ich halt paar Soldaten nieder. Das fühlt sich zwar richtig schwierig an, weil die Shootersteuerung ein Graus ist, aber die Gegner treffen nichts. Auch wenn drei Gegner zwei Meter vor einem stehen, überlebt man locker zehn Sekunden um in den Egomodus zu wechseln und das Fadenkreuz auf die Köpfe zu hakeln. Es liegt auch überall so viel Zeug rum, dass man sich eh andauernd heilen kann und wahrscheinlich einfach alle Gegner mit Betäubungspfeilen außer Gefecht setzen könnte. Da man aber mit so viel Story bombardiert wird, ist das Gameplay angenehm entspannend. Ich find's gut.
Das Spiel bewegt sich irgendwie an der Grenze zwischen gewolltem Trash und ungewolltem Trash mit sehr ausgefeilter, ernster Story. Eine seltsame Erfahrung, die mir bis jetzt aber sehr gut gefällt. Mal sehen, was noch so kommt.
