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Wahl-o-Mat zur Bundestagswahl 2013

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Mandos schrieb:
Genau, dazu der Höchststeuersatz von 53% (Millionärssteuer mal außen vor) und man ist relativ schnell bei einer Lohnbelastung von 73%. D.h. ein besser verdienender (kein "Reicher") hat ne Staatsquote von 3/4 seines Gehaltes. Absolut lächerlich ist das. So fördert man keine Leistungskultur in unserem Staat. Wenn dann gleichzeitig auch noch Sozialleistungen angehoben werden haben wirs ganz geschafft. Und dann wundern sich die Leute dass es so viele Steuerhinterzieher gibt. Da hätte ich auch einen Hals wenn ich wüsste, dass ich nur in der letzten Woche des Monats für mich selbst arbeiten gehe.

Anstatt immer über Steuererhöhungen zu quatschen sollte lieber mal an dem Thema Steuerverschwendung geschraubt werden. Da werden Milliarden rausgeworfen - prominentestes Beispiel der Stuttgarter Bahnhof, oder was mit dem Berliner Flughafen passiert oder auch bei uns im kleinen verschuldeten Saarland werden Millionen für unnötige Projekte verpulvert. Da sollte mal angesetzt werden. Aber dafür ist sich jede Partei zu schade. Wie soll man denn als Vielsteuerzahler das Gefühl bekommen sich solidarisch beteiligen zu wollen, wenn die Steuergelder verpulvert werden. Und wenns nicht reicht werden einfach die Steuer erhöht. Ich habe da die letzten Wochen echt wieder nen Hals bekommen.

Oder eben anstatt ständig Steuerfahndungsstellen aufzustocken doch mal die Stellen zu verbessern bei denen es um die Feststellung von Sozialbetrug geht. Wieviel Schindluder wird denn mit Hartz4 getrieben? Das eingespart und es könnten diejenigen die es wirklich benötigen - von denen es auch leider noch mehr als genug gibt - höhere Sätze bekommen.

Und bekannt ist ja eigentlich auch, dass 25% der "Oberen" zu knapp 75% des gesamten (Einkommen)steueraufkommens beitragen. Und die sollen dann noch mehr zur Kasse gebeten werden. Also irgendwo muss auch mal Schluss sein.

Aber ähnliche Ansätze finde ich leider bei keiner Partei. Ist jetzt alles wieder nur Wahlblabla und am Ende kommt doch wieder alles anders. Ekelhaft diese ganze Politiksch......


Die Linke fordert mit dem Spitzensteuersatz von 53% doch genau genommen lediglich zu einem Spitzensteuersatz zurückzukehren, der in den 50ern bis 90ern schon mal da war. Hat uns das damals umgebracht und die Leistungskultur zerstört :? Und wie kommst du auf 73%?

Du hast mit Steuerverschwendung und Co. sicherlich recht, nur ist das wieder ein ganz anderes Thema, das mit sozialer Gerechtigkeit und fairer Beteiligung aller absolut nichts zu tun hat.

Und bekannt ist ja eigentlich auch, dass 25% der "Oberen" zu knapp 75% des gesamten (Einkommen)steueraufkommens beitragen. Und die sollen dann noch mehr zur Kasse gebeten werden. Also irgendwo muss auch mal Schluss sein.

Das hat damit zu tun, dass diese oberen 25% ~90% des Vermögens besitzen ;)
 
73% wenn du noch den Arbeitnehmeranteil zur den Sozialabgaben drauf packst (rund 20%).

Und klar hatten wir früher schon höhere Steuersätze. Allerdings waren damals die Rahmenbedingungen auch anders. Früher gab es zig Gestaltungsmöglichkeiten die steuerlegal waren um eben die Steuer effektiv zu drücken. Diese gibt es heute nicht mehr. Weiterhin konnte man damals noch problemlos steuerfreie Aktiengewinne realisieren. Heute auch nicht mehr möglich. Effektiv ist die Steuerbelastung inzwischen also höher wie damals. Man darf da nicht nur auf die % Sätze schauen. Das ist zu kurz gedacht, wird aber immer wieder gerne so erzählt.

Weiterhin verfügen diese 25% nicht über 90% des Einkommens, sondern "nur" über 60% des Einkommens. Und diese 25% beginnen schon ab rund 45.000 Euro Jahreseinkommen.

Und keiner von uns mag gerne das Gefühl haben über den Tisch gezogen zu werden. Aus meiner Sicht entsteht das in dem Moment, in dem ich das Gefühl vermittelt bekomme dass meine Beiträge verjubelt werden bzw. nicht sinnvoll eingesetzt werden. Ab diesem Zeitpunkt habe ich ein Störgefühl und mein Gefühl für Solidarität hört auf. Ich sehe da schon einen elementaren Zusammenhang mit der Steuergerechtigkeit.
 
Mandos schrieb:
73% wenn du noch den Arbeitnehmeranteil zur den Sozialabgaben drauf packst (rund 20%).

Da du ja selbst Steuern zahlst, solltest du wissen, dass die Rechnung so nicht funktioniert ;) Zumindest gehe ich davon aus, dass du nicht so viel verdienst, dass der Spitzensteuersatz deinem Durchschnittssteuersatz entspricht. Und selbst wenn wären durch die Beitragsbemessungsgrenze dann deine Sozialabgaben weit unter den 20%.


Und klar hatten wir früher schon höhere Steuersätze. Allerdings waren damals die Rahmenbedingungen auch anders. Früher gab es zig Gestaltungsmöglichkeiten die steuerlegal waren um eben die Steuer effektiv zu drücken. Diese gibt es heute nicht mehr. Weiterhin konnte man damals noch problemlos steuerfreie Aktiengewinne realisieren. Heute auch nicht mehr möglich. Effektiv ist die Steuerbelastung inzwischen also höher wie damals. Man darf da nicht nur auf die % Sätze schauen. Das ist zu kurz gedacht, wird aber immer wieder gerne so erzählt.

Weiterhin verfügen diese 25% nicht über 90% des Einkommens, sondern "nur" über 60% des Einkommens. Und diese 25% beginnen schon ab rund 45.000 Euro Jahreseinkommen.

Und keiner von uns mag gerne das Gefühl haben über den Tisch gezogen zu werden. Aus meiner Sicht entsteht das in dem Moment, in dem ich das Gefühl vermittelt bekomme dass meine Beiträge verjubelt werden bzw. nicht sinnvoll eingesetzt werden. Ab diesem Zeitpunkt habe ich ein Störgefühl und mein Gefühl für Solidarität hört auf. Ich sehe da schon einen elementaren Zusammenhang mit der Steuergerechtigkeit.


Dein Bauchgefühl mag da ungünstig sein, das ändert aber nichts daran, dass die beiden Komplexe erstmal nichts miteinander zu tun haben :ugly: Ich will auch nebenbei bemerkt nicht sagen, dass die Steuerverschwendung kein großes Problem ist, nur heißt das ja nicht, dass man auf Basis dieses Problems die Steuer- und soziale Gerechtigkeit zurückstellen kann, bis (also nie) ersteres Problem (die Steuerverschwendung) gelöst wurde.

"Nur" über 60% also... na dann ist ja alles okay. Ich sprach übrigens vom Vermögen und da sind wir in der Tat bei um die 80, 90%. Was nebenbei bemerkt zeigt, dass bei den "unteren" Schichten schlicht nichts zu holen ist. Alles was du mehr aus der Tasche ziehst (und irgendwo müssen die Steuereinnahmen ja schließlich herkommen) bewirkt, dass die noch mehr auf dem Zahnfleisch laufen.
 
So, mal den wahl-o-mat durchgegangen :ugly:

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hm, mich überrascht tatsächlich, dass viele der gewählten Parteien einige Dinge wie verstaatlichte Banken nicht befürworten und von den gewählten nur die NPD mit meiner pers. Meinung übereinstimmt ... naja, zeigt mir nur, dass ich den Rest wirklich nicht wählen brauche - die NPD aber auch nicht :D
 
Steffko schrieb:
Mandos schrieb:
73% wenn du noch den Arbeitnehmeranteil zur den Sozialabgaben drauf packst (rund 20%).

Da du ja selbst Steuern zahlst, solltest du wissen, dass die Rechnung so nicht funktioniert ;) Zumindest gehe ich davon aus, dass du nicht so viel verdienst, dass der Spitzensteuersatz deinem Durchschnittssteuersatz entspricht. Und selbst wenn wären durch die Beitragsbemessungsgrenze dann deine Sozialabgaben weit unter den 20%.

Um das nicht zu weit zu treiben nur hierzu noch eine Anmerkung: Genau darum geht es doch - um den Grenzsteuersatz. Wozu mehr Leistung bringen und damit mehr verdienen wenn jeder zusätzliche Euro mit 42% oder nach Sicht der Linken mit 53% Prozent versteuert wird und gleichzeitig auch noch die Beitragsbemessungsgrenzen aufgehoben werden und oben drauf eben 20% Sozialabgaben kommen? Dann bist du bei meinen 73% und dem was der Gysi und seine Jungs (daneben auch Grünen und Co) wollen. Keine Ahnung was dabei jetzt dein Zwinkersmilie soll.

Im Übrigen ist genau so etwas auch der Grund weshalb in manchen Gebieten auch die ärztliche Versorgung nachlässt. Aufgrund Kappungen arbeiten viele Ärzte in den letzten Wochen des Quartals quasi umsonst. Ich hatte in der Vergangenheit den ein oder anderen Mandanten der daraufhin die Praxis die letzten beiden Wochen eines jeden Quartals geschlossen hat. Kann ich gut nachvollziehen. Die Besserverdienenden bekommen ihr Geld ja auch nicht in den Arsch geblasen, sondern haben im Normalfall auch was dafür gemacht bzw. müssen dafür auch einiges machen. Und wenn sich dieser Mehraufwand nicht mehr lohnt fehlt irgendwann auch die Motivation dafür. Kann aus meiner Sicht nicht das Ziel sein.
 
Mandos schrieb:
Um das nicht zu weit zu treiben nur hierzu noch eine Anmerkung: Genau darum geht es doch - um den Grenzsteuersatz. Wozu mehr Leistung bringen und damit mehr verdienen wenn jeder zusätzliche Euro mit 42% oder nach Sicht der Linken mit 53% Prozent versteuert wird und gleichzeitig auch noch die Beitragsbemessungsgrenzen aufgehoben werden und oben drauf eben 20% Sozialabgaben kommen? Dann bist du bei meinen 73% und dem was der Gysi und seine Jungs (daneben auch Grünen und Co) wollen. Keine Ahnung was dabei jetzt dein Zwinkersmilie soll.


Da hab ich dich falsch verstanden, ich dachte dir gehts um die durchschnittliche Belastung.
Wenn es dir um den Grenzsteuersatz geht weiß ich aber nicht was du da genau erwartest. Dass der Steuersatz an und für sich progressiv sein sollte wirst du ja vermute ich genau so sehen. Und wenn wir davon ausgehen, dass das Geld irgendwo her kommen muss, kann man sich einen Spitzensteuersatz von sagen wir mal 35% (damit du eine signifikante Entlastung zum Status Quo hättest) schlicht nicht leisten - außer man nimmt den "kleinen" noch mehr.
Die Sache mit der Aufhebung der Beitragsbemessungsgrenze sollte man imo auch ein bissal vor dem Hintergrund der politischen Realitäten sehen. Sollte die Linke jemals auf Bundesebene mit in die Regierung kommen, kann die ja nicht einfach so ihr Programm von a bis z durchsetzen. Das äußerste, was man sich da vorstellen könnte, wäre imo eine etwas höhere Grenze, was dann die 73% ja wieder aushebelt.



Im Übrigen ist genau so etwas auch der Grund weshalb in manchen Gebieten auch die ärztliche Versorgung nachlässt. Aufgrund Kappungen arbeiten viele Ärzte in den letzten Wochen des Quartals quasi umsonst. Ich hatte in der Vergangenheit den ein oder anderen Mandanten der daraufhin die Praxis die letzten beiden Wochen eines jeden Quartals geschlossen hat. Kann ich gut nachvollziehen. Die Besserverdienenden bekommen ihr Geld ja auch nicht in den Arsch geblasen, sondern haben im Normalfall auch was dafür gemacht bzw. müssen dafür auch einiges machen. Und wenn sich dieser Mehraufwand nicht mehr lohnt fehlt irgendwann auch die Motivation dafür. Kann aus meiner Sicht nicht das Ziel sein.


Das Gesundheitssystem hat jetzt aber auch wieder nicht so richtig viel mit Grenz- oder Spitzensteuersätzen oder der Steuergerechtigkeit zu tun.

Du hast ja generell schon Recht damit, dass sich "Leistung lohnen muss". Nur verlieren Vertreter dieses Arguments imo teilweise die Welt da draußen aus den Augen. Es herrscht eine unglaubliche Ungerechtigkeit. Manager, die Millionen verdienen, Putzfrauen, die nen 1000€er nach Hause bringen. Für den Manager lohnt sich die Leistung, er verdient nen Arsch voll Kohle - nur was bringt das der Putzfrau?
Sollen wir unsere Wirtschaft so aufstellen, dass Leistung alles ist und die, die zurückbleiben, haben halt drei Jobs zu machen, um irgendwie über die Runden zu kommen? "Amerikanische Verhältnisse" sind imo das letzte, was man sich wünschen sollte.
 
So sehe ich das im Kern eben auch. Es muss sich alles irgendwie die Waage halten - in beide Richtungen. Es sollen sicher keine amerikanische Verhältnisse entstehen, aber ich möchte auch keine DDR Verhältnisse sehen.

Ich finde die Belastung ist jetzt schon relativ hoch und an der Schraube sollte nicht weiter gedreht werden. Aber genau das wird derzeit wieder öffentlich gefordert. Für mich hört sich das einfach wieder nach billigstem Wahlkampf an.

Ich bin wie gesagt keiner Partei angehörig und über den derzeitigen Status Quo wirklich entsetzt. Wenn ich mir die ganze Parteienlandschaft anschaue....

Finde es ein Unding, dass wir von Steuereinnahmenhoch zu Steuereinnahmenhoch hechten, gleichzeitig aber immer weiter die Neuverschuldung steigt. Natürlich wird derzeit die Eurokrise hierfür vorgehalten. Aber es stimmt schon wie am Monatg gesagt wurde, dass ich seit ich denken kann immer davon gesprochen wurde dass man einen ausgeglichenen Haushalt hin bekommen wolle - demnächst. Und nie wurde das geschafft. Und ich glaube auch nicht daran dass das 2016 geschafft wird. Also muss ich mir doch erstmal meine Ausgaben anschauen.
 
An der Belastung würde sich aber doch z.B. nach dem SPD Plan so gut wie nichts ändern. Der Spitzensteuersatz steigt en bissal, dafür soll afaik der Freibetrag steigen, da wird unterm Strich für Leute bis ~50.000€ wahrscheinlich 0 rumkommen. CDU/CSU und FDP planen afaik überhaupt keine Mehrbelastung für die Wohlhabenderen, von daher weiß ich nicht was dich jetzt so schockiert.


Was die Verschuldung angeht: Imo muss man sich ein bissal davon verabschieden, den Staat wie einen Privathaushalt zu sehen. Der Staat macht andauernd Schulden, na und? :D Solange man die Schulden am Markt platzieren kann, und aktuell auch noch für Minizinsen, sollte man eigentlich sogar mehr Schulden machen. Wir haben da so einen Anti-Neuverschuldungswahn entwickelt und meinen, das wäre Ursprung allen Übels (auch und gerade in Südeuropa, was spätestens wenn man sich Spanien anschaut vollkommener Unfug ist).
 
Mandos schrieb:
Genau, dazu der Höchststeuersatz von 53% (Millionärssteuer mal außen vor) und man ist relativ schnell bei einer Lohnbelastung von 73%. D.h. ein besser verdienender (kein "Reicher") hat ne Staatsquote von 3/4 seines Gehaltes. Absolut lächerlich ist das. So fördert man keine Leistungskultur in unserem Staat. Wenn dann gleichzeitig auch noch Sozialleistungen angehoben werden haben wirs ganz geschafft. Und dann wundern sich die Leute dass es so viele Steuerhinterzieher gibt. Da hätte ich auch einen Hals wenn ich wüsste, dass ich nur in der letzten Woche des Monats für mich selbst arbeiten gehe.

Aber selbst mit diesen 73% hast du nach allen Abgaben immer noch erheblich mehr im Monat zu Leben als einer, der statt der 65.000 nur 36.000 im Jahr verdient. Also wird Leistung trotzdem weiter belohnt. Wo liegt da das Problem?

Die Linke ist nun mal im Gegensatz zu Union, FDP und Grünen (bei der SPD weiß man das ja nie so genau) keine Partei, die dem maximalen Gewinn und dem unbegrenzten Wachstum huldigt. Die Linke versucht, eine breit aufgestellte Mitte zu schaffen und die groben Ausschläge nach oben und unten einzudämmen, ohne aber den Besserverdienern oder gar den Reichen gleich alles abzuknöpfen, was sie über dem Durchschnitt verdienen. Das ist deren Ansatz. Und was ist daran verkehrt?

Von mir aus sollen Leute eine 500 Quadratmeter-Villa mit 12 Schlafzimmern, einem Pool und was weiß ich noch alles haben. Sie sollen 10 dicke Autos fahren und 20 Bimbos die Silikonärsche bezahlen. Ist mir Recht. Kümmert mich nicht. Aber wieso sollen auf einigen wenigen Konten unüberschaubare Milliardenbeträge sinnlos vor sich hin wachsen? Wozu brauchen die Leute das? Tun es 500 Mio nicht auch? Die können das doch 'eh nie ausgeben. Warum soll das Geld nicht der Allgemeinheit zugute kommen? Und damit meine ich jetzt nicht, dass man die Beträge von deren Konten einziehen soll, denn das wäre indiskutable Enteignung. Aber über die Steuern und Abgaben kann man das eben auch regulieren. Die sollen ruhig richtig viel Geld haben. Aber irgendwo wird es doch ziemlich sinnlos und immer nur mehr Geld einfach nur des Geldes wegen - also da fallen mir auf Anhieb so ein paar Sachen ein, wo das besser angelegt wäre.

Natürlich sind davon nicht nur die Ultrareichen sondern auch die Besserverdiener betroffen. Aber auch, wenn man gerade so am Spitzensteuersatz kratzt, wird das was übrig bleibt, immer noch reichen um ein sehr angenehmes Leben zu führen. Mit 65.000 pro Jahr wird man nicht reich. Daran wird kein Steuersatz irgendwas ändern. Man wird trotzdem bis zur Rente arbeiten müssen. Vielleicht kann man 1-2 Jahre früher aufhören, aber arbeiten wird man müssen. Aber trotzdem wird man mit knapp 5400 brutto pro Monat immer noch besser dastehen, als jemand, der mit 1500 brutto heimgeht. Also lohnt sich Leistung hier durchaus noch.

Was das Thema Steuerverschwendung angeht, da stimme ich dir vollkommen zu. Da muss eine Menge gemacht werden. Im Grunde müsste bei grober Verschwendung der Verantwortliche mit seinen Bezügen und seiner Pension haften. Und ja, da fehlen bei allen Parteien klare Worte. Aber das macht das Konzept Der Linken erstmal nicht falsch.
 
Ist mir zu müßig drauf einzugehen, da man bei solchen Diskussionen ohnehin nicht auf einen Nenner kommt. Für mich schreit das gesamte Wahlprogramm der Linken durchweg nur nach "Bauernfänger" und nichts anderem. Letzten Endes sind es auch die Linken die mich immer wieder zur Wahlurne treiben - egal wen ich wähle nur nicht diese Partei. Ich würde sterben bei dem Gedanken dass durch mein Nichtwählen, Stimmen für die Linken mehr wiegen.

Bei allem was die da machen wollen und fordern erinnere ich mich an die Geschichten meiner Verwandten aus der DDR damals. Warum Leistung bringen wenn eh jeder gleich gestellt ist? Jeder hat Arbeit, verdient das Gleiche. Dass dadurch komplett Innovationen bzw. absolute Fachkräfte letzten Endes komplett aus unserem Land verschwinden ist dann auch egal. Dann hast du keine "Reichen" mehr von denen du nehmen kannst und Steuern bekommst und dann ist der Ofen ganz aus. Immerhin leben wir in einer immer globaleren Welt. Die Generation nach mir ist jetzt schon viel offener was das Ausland und dorthin ziehen angeht. Glaubt hier auch nur einer dass die alle in Dtl. bleiben, wenn sie zwar das gleiche brutto verdienen wie bisher aber 30% mehr raus bekommen? Dass Firmen die sich ohnehin immer leichter tun ihren Sitz zu verlagern und günstige Arbeitskräfte zu nutzen nicht weg gehen? Und dann bleiben nur die kleineren Familienbetriebe die diese Möglichkeit nicht haben und dann an irgendwelchen Mindestlöhnen und Sanktionen zu Grunde gehen. Und damit wieder Arbeitsplätze flöten gehen. Aber das dürfte der Linke ja auch wieder in die Karten spielen, da man dadurch auch wieder potentielle neue Wähler bekommt. Denn wenn es einem scheiße geht greift man nach jedem Strohhalm. Und dann glaubt man eben einem Gysi bzw. will ihm glauben und hinterfragt nicht mehr.
 
Die Reichen abzuschröpfen bringt es doch nicht. Klar sollten sie genug Steuern zahlen müssen, aber wenn man sie weiter bestrafen will, nur weil sie reich sind, wandern sie dann halt in die Schweiz, Monaco etc. aus. So wie es in Frankreich momentan passiert.
Lieber die jetzigen Steuergelder als gar keine.
 
Steffko schrieb:
Du hast ja generell schon Recht damit, dass sich "Leistung lohnen muss". Nur verlieren Vertreter dieses Arguments imo teilweise die Welt da draußen aus den Augen. Es herrscht eine unglaubliche Ungerechtigkeit. Manager, die Millionen verdienen, Putzfrauen, die nen 1000€er nach Hause bringen. Für den Manager lohnt sich die Leistung, er verdient nen Arsch voll Kohle - nur was bringt das der Putzfrau?

Und jetzt überleg aber mal, wer mehr Energie und Ausdauer in seine Bildung gesteckt hat, wer von den beiden regelmäßige, wer unregelmäßige Arbeitszeiten hat und wer wohl mehr Verantwortung tragen muss und mehr Stress ausgesetzt ist.
 
no0bY schrieb:
Steffko schrieb:
Du hast ja generell schon Recht damit, dass sich "Leistung lohnen muss". Nur verlieren Vertreter dieses Arguments imo teilweise die Welt da draußen aus den Augen. Es herrscht eine unglaubliche Ungerechtigkeit. Manager, die Millionen verdienen, Putzfrauen, die nen 1000€er nach Hause bringen. Für den Manager lohnt sich die Leistung, er verdient nen Arsch voll Kohle - nur was bringt das der Putzfrau?

Und jetzt überleg aber mal, wer mehr Energie und Ausdauer in seine Bildung gesteckt hat, wer von den beiden regelmäßige, wer unregelmäßige Arbeitszeiten hat und wer wohl mehr Verantwortung tragen muss und mehr Stress ausgesetzt ist.

Also haben Polizisten, Krankenpfleger, Feuerwehrleute etc. weniger Verantwortung und weniger Ausdauer bewiesen?
 
SirHorst schrieb:
no0bY schrieb:
Steffko schrieb:
Du hast ja generell schon Recht damit, dass sich "Leistung lohnen muss". Nur verlieren Vertreter dieses Arguments imo teilweise die Welt da draußen aus den Augen. Es herrscht eine unglaubliche Ungerechtigkeit. Manager, die Millionen verdienen, Putzfrauen, die nen 1000€er nach Hause bringen. Für den Manager lohnt sich die Leistung, er verdient nen Arsch voll Kohle - nur was bringt das der Putzfrau?

Und jetzt überleg aber mal, wer mehr Energie und Ausdauer in seine Bildung gesteckt hat, wer von den beiden regelmäßige, wer unregelmäßige Arbeitszeiten hat und wer wohl mehr Verantwortung tragen muss und mehr Stress ausgesetzt ist.

Also haben Polizisten, Krankenpfleger, Feuerwehrleute etc. weniger Verantwortung und weniger Ausdauer bewiesen?

Sie haben einfach einen anderen Weg gewählt. Mir gehts nicht darum dass die unteren Einkommen so recht sind, nein, die dürfen ruhig mehr verdienen, fände ich richtig und gut. Aber ich kann einfach das Beispiel nicht mehr hören. Wir haben in Deutschland ein Bildungssystem, bei dem jeder die Möglichkeit hat, sich so zu bilden wie er möchte. Und wer halt in der Jugend lieber mit seinen Leuten rumhängt und nichts lernt, ja der verdient am Ende einfach weniger als einer, der bis Mitte - Ende 20 durchgepowert hat und ein erfolgreiches Studium absolviert hat. Finde ich richtig und gerecht.
 
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