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Mandos schrieb:Genau, dazu der Höchststeuersatz von 53% (Millionärssteuer mal außen vor) und man ist relativ schnell bei einer Lohnbelastung von 73%. D.h. ein besser verdienender (kein "Reicher") hat ne Staatsquote von 3/4 seines Gehaltes. Absolut lächerlich ist das. So fördert man keine Leistungskultur in unserem Staat. Wenn dann gleichzeitig auch noch Sozialleistungen angehoben werden haben wirs ganz geschafft. Und dann wundern sich die Leute dass es so viele Steuerhinterzieher gibt. Da hätte ich auch einen Hals wenn ich wüsste, dass ich nur in der letzten Woche des Monats für mich selbst arbeiten gehe.
Anstatt immer über Steuererhöhungen zu quatschen sollte lieber mal an dem Thema Steuerverschwendung geschraubt werden. Da werden Milliarden rausgeworfen - prominentestes Beispiel der Stuttgarter Bahnhof, oder was mit dem Berliner Flughafen passiert oder auch bei uns im kleinen verschuldeten Saarland werden Millionen für unnötige Projekte verpulvert. Da sollte mal angesetzt werden. Aber dafür ist sich jede Partei zu schade. Wie soll man denn als Vielsteuerzahler das Gefühl bekommen sich solidarisch beteiligen zu wollen, wenn die Steuergelder verpulvert werden. Und wenns nicht reicht werden einfach die Steuer erhöht. Ich habe da die letzten Wochen echt wieder nen Hals bekommen.
Oder eben anstatt ständig Steuerfahndungsstellen aufzustocken doch mal die Stellen zu verbessern bei denen es um die Feststellung von Sozialbetrug geht. Wieviel Schindluder wird denn mit Hartz4 getrieben? Das eingespart und es könnten diejenigen die es wirklich benötigen - von denen es auch leider noch mehr als genug gibt - höhere Sätze bekommen.
Und bekannt ist ja eigentlich auch, dass 25% der "Oberen" zu knapp 75% des gesamten (Einkommen)steueraufkommens beitragen. Und die sollen dann noch mehr zur Kasse gebeten werden. Also irgendwo muss auch mal Schluss sein.
Aber ähnliche Ansätze finde ich leider bei keiner Partei. Ist jetzt alles wieder nur Wahlblabla und am Ende kommt doch wieder alles anders. Ekelhaft diese ganze Politiksch......
Und wie kommst du auf 73%?Und bekannt ist ja eigentlich auch, dass 25% der "Oberen" zu knapp 75% des gesamten (Einkommen)steueraufkommens beitragen. Und die sollen dann noch mehr zur Kasse gebeten werden. Also irgendwo muss auch mal Schluss sein.
Mandos schrieb:73% wenn du noch den Arbeitnehmeranteil zur den Sozialabgaben drauf packst (rund 20%).
Und klar hatten wir früher schon höhere Steuersätze. Allerdings waren damals die Rahmenbedingungen auch anders. Früher gab es zig Gestaltungsmöglichkeiten die steuerlegal waren um eben die Steuer effektiv zu drücken. Diese gibt es heute nicht mehr. Weiterhin konnte man damals noch problemlos steuerfreie Aktiengewinne realisieren. Heute auch nicht mehr möglich. Effektiv ist die Steuerbelastung inzwischen also höher wie damals. Man darf da nicht nur auf die % Sätze schauen. Das ist zu kurz gedacht, wird aber immer wieder gerne so erzählt.
Weiterhin verfügen diese 25% nicht über 90% des Einkommens, sondern "nur" über 60% des Einkommens. Und diese 25% beginnen schon ab rund 45.000 Euro Jahreseinkommen.
Und keiner von uns mag gerne das Gefühl haben über den Tisch gezogen zu werden. Aus meiner Sicht entsteht das in dem Moment, in dem ich das Gefühl vermittelt bekomme dass meine Beiträge verjubelt werden bzw. nicht sinnvoll eingesetzt werden. Ab diesem Zeitpunkt habe ich ein Störgefühl und mein Gefühl für Solidarität hört auf. Ich sehe da schon einen elementaren Zusammenhang mit der Steuergerechtigkeit.
Ich will auch nebenbei bemerkt nicht sagen, dass die Steuerverschwendung kein großes Problem ist, nur heißt das ja nicht, dass man auf Basis dieses Problems die Steuer- und soziale Gerechtigkeit zurückstellen kann, bis (also nie) ersteres Problem (die Steuerverschwendung) gelöst wurde.
Steffko schrieb:Mandos schrieb:73% wenn du noch den Arbeitnehmeranteil zur den Sozialabgaben drauf packst (rund 20%).
Da du ja selbst Steuern zahlst, solltest du wissen, dass die Rechnung so nicht funktioniertZumindest gehe ich davon aus, dass du nicht so viel verdienst, dass der Spitzensteuersatz deinem Durchschnittssteuersatz entspricht. Und selbst wenn wären durch die Beitragsbemessungsgrenze dann deine Sozialabgaben weit unter den 20%.
Mandos schrieb:Um das nicht zu weit zu treiben nur hierzu noch eine Anmerkung: Genau darum geht es doch - um den Grenzsteuersatz. Wozu mehr Leistung bringen und damit mehr verdienen wenn jeder zusätzliche Euro mit 42% oder nach Sicht der Linken mit 53% Prozent versteuert wird und gleichzeitig auch noch die Beitragsbemessungsgrenzen aufgehoben werden und oben drauf eben 20% Sozialabgaben kommen? Dann bist du bei meinen 73% und dem was der Gysi und seine Jungs (daneben auch Grünen und Co) wollen. Keine Ahnung was dabei jetzt dein Zwinkersmilie soll.
Im Übrigen ist genau so etwas auch der Grund weshalb in manchen Gebieten auch die ärztliche Versorgung nachlässt. Aufgrund Kappungen arbeiten viele Ärzte in den letzten Wochen des Quartals quasi umsonst. Ich hatte in der Vergangenheit den ein oder anderen Mandanten der daraufhin die Praxis die letzten beiden Wochen eines jeden Quartals geschlossen hat. Kann ich gut nachvollziehen. Die Besserverdienenden bekommen ihr Geld ja auch nicht in den Arsch geblasen, sondern haben im Normalfall auch was dafür gemacht bzw. müssen dafür auch einiges machen. Und wenn sich dieser Mehraufwand nicht mehr lohnt fehlt irgendwann auch die Motivation dafür. Kann aus meiner Sicht nicht das Ziel sein.
Mandos schrieb:Genau, dazu der Höchststeuersatz von 53% (Millionärssteuer mal außen vor) und man ist relativ schnell bei einer Lohnbelastung von 73%. D.h. ein besser verdienender (kein "Reicher") hat ne Staatsquote von 3/4 seines Gehaltes. Absolut lächerlich ist das. So fördert man keine Leistungskultur in unserem Staat. Wenn dann gleichzeitig auch noch Sozialleistungen angehoben werden haben wirs ganz geschafft. Und dann wundern sich die Leute dass es so viele Steuerhinterzieher gibt. Da hätte ich auch einen Hals wenn ich wüsste, dass ich nur in der letzten Woche des Monats für mich selbst arbeiten gehe.
Steffko schrieb:Du hast ja generell schon Recht damit, dass sich "Leistung lohnen muss". Nur verlieren Vertreter dieses Arguments imo teilweise die Welt da draußen aus den Augen. Es herrscht eine unglaubliche Ungerechtigkeit. Manager, die Millionen verdienen, Putzfrauen, die nen 1000€er nach Hause bringen. Für den Manager lohnt sich die Leistung, er verdient nen Arsch voll Kohle - nur was bringt das der Putzfrau?
no0bY schrieb:Steffko schrieb:Du hast ja generell schon Recht damit, dass sich "Leistung lohnen muss". Nur verlieren Vertreter dieses Arguments imo teilweise die Welt da draußen aus den Augen. Es herrscht eine unglaubliche Ungerechtigkeit. Manager, die Millionen verdienen, Putzfrauen, die nen 1000€er nach Hause bringen. Für den Manager lohnt sich die Leistung, er verdient nen Arsch voll Kohle - nur was bringt das der Putzfrau?
Und jetzt überleg aber mal, wer mehr Energie und Ausdauer in seine Bildung gesteckt hat, wer von den beiden regelmäßige, wer unregelmäßige Arbeitszeiten hat und wer wohl mehr Verantwortung tragen muss und mehr Stress ausgesetzt ist.
SirHorst schrieb:no0bY schrieb:Steffko schrieb:Du hast ja generell schon Recht damit, dass sich "Leistung lohnen muss". Nur verlieren Vertreter dieses Arguments imo teilweise die Welt da draußen aus den Augen. Es herrscht eine unglaubliche Ungerechtigkeit. Manager, die Millionen verdienen, Putzfrauen, die nen 1000€er nach Hause bringen. Für den Manager lohnt sich die Leistung, er verdient nen Arsch voll Kohle - nur was bringt das der Putzfrau?
Und jetzt überleg aber mal, wer mehr Energie und Ausdauer in seine Bildung gesteckt hat, wer von den beiden regelmäßige, wer unregelmäßige Arbeitszeiten hat und wer wohl mehr Verantwortung tragen muss und mehr Stress ausgesetzt ist.
Also haben Polizisten, Krankenpfleger, Feuerwehrleute etc. weniger Verantwortung und weniger Ausdauer bewiesen?
no0bY schrieb:Wir haben in Deutschland ein Bildungssystem, bei dem jeder die Möglichkeit hat, sich so zu bilden wie er möchte.
Flips360 schrieb:no0bY schrieb:Wir haben in Deutschland ein Bildungssystem, bei dem jeder die Möglichkeit hat, sich so zu bilden wie er möchte.
Schön wärs, aber das entspricht nicht der Realität.
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