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Sind Videospiele Kunst?

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Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Frequenzberater schrieb:
SirHorst schrieb:
...Spiele die auf Realismus aus sind, kann ich nicht als Kunst wahrnehmen. Wenn ich mich in meinem Zimmer umschaue ist die pure Abbildung der Realen Welt auch keine Kunst...

Hast du mal versucht eine realgetreue Abbildung deines Zimmers zu malen?
Wenn das keine Kunst ist dann weiß ich auch nicht...

Das streben nach Realismus in der Grafik ist mit sicherheit ein großer aufwand und anspruchsvoll für die entwickler aber das macht das Spiel noch lange nicht künstlerisch wertvoll in meinen Augen. Für die Realität braucht es kein kreative Artwork, man muss sich nicht viel Ausdenken um das abzubilden was schon lange existiert. Daher finde ich zb. Modern Warfare 2 in seiner Optik sicherlich genial und heiße sowas auch absolut willkommen aber ob ich deswegen sagen würde das dieses Spiel künstlerisch wertvoll ist? Genauso sehe ich es nicht wirklich als Kunst an wenn jemand etwas bereits existierendes abzeichnet, egal in welcher Form. Für mich ist Kunst einfach kreative Arbeit, dinge die ein Mensch sich ausdenkt und nicht einfach übernimmt.

BAZONG schrieb:
Deswegen ist der Realismus auch ein Zweig der Kunst http://de.wikipedia.org/wiki/Realismus_(Kunst)

Ich weiss nicht ob man das so einfach vergleichen kann. Kunst hat viele ebenen und Aspekte, wir vergleichen Musik als Kunst auch nicht mit gezeichneter Kunst weil sie grundlegend unterschiedlich sind und für mich sind Videospiele und gezeichnete Kunst, auch wenn beide auf Bildern basieren, einfach nicht vergleichbar. Eine Realistische Szenerie, das Leben und auch Emotionen in einem stillen bild fest zu halten hat für mich einen anderen stellenwert als über eine von schauspielern mit motion capturing festgehaltene Szene mit Texturen zu versehen.
 
SirHorst schrieb:
Genauso sehe ich es nicht wirklich als Kunst an wenn jemand etwas bereits existierendes abzeichnet, egal in welcher Form. Für mich ist Kunst einfach kreative Arbeit, dinge die ein Mensch sich ausdenkt und nicht einfach übernimmt.

ist photographie also keine kunst? ;)
 
mnk schrieb:
SirHorst schrieb:
Genauso sehe ich es nicht wirklich als Kunst an wenn jemand etwas bereits existierendes abzeichnet, egal in welcher Form. Für mich ist Kunst einfach kreative Arbeit, dinge die ein Mensch sich ausdenkt und nicht einfach übernimmt.

ist photographie also keine kunst? ;)

Eine absolut andere Art von Kunst die sich mit Zeichnungen und Videospielen nicht vergleichen lässt. Daher sagte ich ja bereits: Videospiele verdienen es nicht mit Kunst im Sinne von Zeichnungen verglichen zu werden. Genauso darf man ein Foto nicht mit einem Ölgemälde vergleichen. Jede Kunst dieser Welt hat etwas anderes, das sie zu eben dieser erhebt.
 
Kunst kann man, wie schon erwähnt, unterschiedlich definieren. Trotz aller Kommerzialität und Oberflächlichkeit, würde ich Videospiele durchaus auch als Kunst bezeichnen. Denn sind vor allem das Produkt eines kreativen Schöpfungsprozesses und sie eröffnen dem Spieler eine einzigartige Welt. Man kann deswegen sicherlich nicht alle Spiele über einen Kamm scheren, so wie man auch nicht alle Filme als Kunst bezeichnet. Es gibt halt Spiele die sind künstlerisch wertvoller als andere.
 
kann film kunst sein ? ja
kann musik kunst sein ? ja

videospiele können/ sind eine kombination von film, musik, interaktion und auch philosophie...

demnach sind videospiele kunst
und in zukunft wird es davon auch mehr geben ganz sicher...

schaut euch metal gear solid an, resident evil, final fantasy, heavy rain , silent hill....
 
Das Wichtigste im Umgang mit dem Kunstbegriff ist folgendes Verständnis.

Kunst ist KEIN Qualitätsmerkmal und der Begriff enthält keine Wertung. Kunst muss nichts Wertvolles sein, nichts teures, nicht mal was "schönes". Es reicht aus, wenn es Ausdruck eines kreativen Schaffenprozesses ist.
 
Oh die Frage wird schon daran scheitern, weil man nicht klar definieren kann, was Kunst ist. Ich würde aber sagen, dass einige Spiele diesen Anspruch durchaus gerecht werden. Weil man dieses Medium in ganz anderen Arten nutzt. Anders in dem Sinne, dass es anders aussieht, es sich anders Steuern lässt, oder das man ganz anders macht.

Wie bei Musik auch, ist aber nicht jedes von der Industrie hingeschusterte 0815 Spiel Kunst.
 
Das Videospiel 1378km würde ich von der Grundidee schon näher an die "anerkannte" Kunst anlehnen als an die "normalen" Spiele

habe das Spiel aber nicht gespielt und kann mit der Kunst in Ausstellungen auch nichts anfangen :gerri:
 
"Sind Videospiele Kunst?"

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Frage beantwortet.
 
Heute war im Feuilleton der SZ ein recht ausführlicher Artikel zu "The Last of Us". Ich finde es spannend, wie damit die Rezension eines Videospiels ganz selbstverständlich neben der Kritik eines Filmes, eines Buchs oder eines Theaterstücks steht und denke, dass es dem Medium Videospiel ganz gut zu Gesicht stehen würde, wenn dies in Zukunft in der gleichen Regelmäßigkeit der Fall wäre, wie es bei den übrigen Kunst- und Kulturgütern bereits selbstverständlich ist. So wie jeden Donnerstag ein ausgewählter Film vorgestellt wird, könnte z.B. jeden Freitag ein Videospiel besprochen werden. Gerne auch erst einige Wochen nach Release, so wie in diesem Fall.

Da der Artikel (noch?) nicht online verfügbar ist, habe ich die entsprechende Seite mal eingescannt.

Wie findet ihr eine solche Betrachtungsweise der Videospiele? Ist das ein Schritt in die Richtung, dass Videospiele als Kunst anerkannt werden?
 
Klasse Rezension, von der Sorte wie ich sie öfter gerne auch bei Videospiel-Testern sehen möchte. Vor allem die angesprochenen und kurz darauf eingegangenen Dilemmata sind treffend wie interessant. Interessant vor allem dahingehend, dass dies so gut wie nie von Redakteuren der "Fach-Presse" kommen würde oder nur von wenigen Ausnahmen - die dafür dann aber auch oft verteufelt werden.
 
Jop, Videospielredakteure sind aber in der Regel und besonders in Deutschland auch ziemliche Pfeifen, deren Aufgabe darin besteht ein Spiel durchzuspielen (oder auch nicht) und dann auf einer Skala anzugeben, wie viel Spaß sie hatten. Das hat einfach nichts mit Journalismus zu tun.
Abseits davon gibt es aber nur den Blick von weit außen. Es fehlen auch in dem Artikel die Kompetenzen, was Gameplay anbelangt. Joel ist z.B. deutlich mobiler als die meisten anderen Videospielhelden und es gibt sehr viele Beispiele in denen der Videospielcharakter kein Supersoldat ist, sondern in eine Verteidigungshaltung gerät. Das sind keine Brüche der Konvention. Letztendlich ballert auch Joel, ich glaube, ca. 600 Feinde nieder. Da fehlt mir etwas die Feinfühligkeit für das Medium.
Es muss einfach Redakteure geben, die sowohl etwas von Spielen als auch von Journalismus und tiefergehenden Elementen des Mediums verstehen, wie Charakter- und Storypräsentation. Und da sieht es sehr mau aus.
 
Das kommt ja immer mehr, dass Videospiele im Feuilleton besprochen werden. Für eine wöchentliche Kolumne, wie von Mingo angeregt, sind die ernstzunehmenden Release aber momentan noch zu rar gesät. Die meisten Videospiele sind eben keine Kunst.
 
Wie eape auch sind unsere bekannten Spieleredakteure einfach keine Journalisten. Es wird nichts hinterfragt sondern einfach alles hingenommen. Das ist teils mehr als erbärmlich was sich in der deutschen (international wohl ebenso) Spielepresse so alles Redakteur oder Journalist nennt.

So Artikel wie von Mingo gepostet sind sehr interessant zu lesen, geben sie doch einen anderen Blick auf das Spiel wieder. Würde man da noch ein paar zusätzliche Infos zum Spiel reinpacken was den Schwierigkeitsgrad und solche Sachen angeht wäre das wirklich super.

Bei so einer Betrachtung würden aber 99% der Videospiele einfach nur extrem mies aussehen :deal: :ugly:
 
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