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Robert Enke verstorben...

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Viele Vereine haben schon einen Teampsychologen.
Aber das sind halt Sportpsychologen.
Und im Fall von Robert Enke hatte dieser ja noch einen privaten Psychologen plus den Psychologen der Nationalmannschaft, dem er sich aber auch nicht anvertraut hat.
Manchmal kann man solche Dinge eben nicht verhindern.
 
Ich bin mit enkes fall ja jetzt eh nicht wirklich vertraut aber recht hast du natürlich. Irgendwie muss sich der schalter zu der entscheidung bei enke ja auch sehr spontan umgelegt haben. Zu seinem psychologen hat man im optimalfall ja immer eine sehr enge bindung sodass dieser ja sowas hätte erahnen können.
 
SirHorst schrieb:
Hier mal eine grafik vom bundesamt für statistik...alle 47 sek...mal im ernst du hättest selbst merken müssen das das schwachsinn ist. Das würde bedeuten das sich fast eine millionen menschen im jahr umbringen :lol:

Suizide_D_80_05.gif

Hatte mich auch gewundert. Aber ich glaub so hatten die das vor kurzem im TV gesagt. Na gut dann sind es eben alle 22 min einer. Immer noch zu viel.
 
Ja aber wenn du der Statistik:
"Alle 98 Minuten starb ein Mensch im Straßenverkehr",
glauben magst ist es wieder viel. Bei so vielen Menschen und gestörten Autofahrern sind die 98 min sehr wenig.
Und 4mal soviele machen Suizid, dann ist es schon viel.
 
Die Mediengeilheit nervt mich schon irgendwie, aber die Trauerfeier schaue ich nun auch. Geht einem schon sehr nah und wenn man sieht, wie viele Menschen da ins Stadion pilgern, dann kann ich nur sagen: Respekt Hannover!!! Finde ich absolut rührend...
 
Ich sehe das ein wenig geteilt: Auf der einen Seite spiegelt das die Geilheit der Medien wieder, auf der anderen Seite war Enke eine öffentliche Person und Sympatieträger. Ich möchte mal behaupten, dass es für einen Kahn oder einen Ballack nicht so etwas in der Form gegeben hätte. Enke war einer der wenigen Fußballer, mit dem die Menschen sich identifizieren konnten, weil er kein abgebrühter Profi war, sondern noch Mensch geblieben ist und deshalb geht es den Menschen auch so nah...
 
Das mag schon sein, aber da läuft der Pathos ja schon am Bildschirm runter. Mal ganz abgesehen davon, das im Stadion mit Zuschauern und vor TV-Kameras zu machen.
 
wipf schrieb:
Das mag schon sein, aber da läuft der Pathos ja schon am Bildschirm runter. Mal ganz abgesehen davon, das im Stadion mit Zuschauern und vor TV-Kameras zu machen.

Da hast du sicher Recht. Das mit den Zuschauern finde ich noch in Ordnung, denn ich glaube, dass es viele Menschen, vor allem die Fans vom H96, gibt, denen es wichtig ist, dass sie sich so verabschieden und für die es zur Verarbeitung hilft. Zumal ist es so besser, denn bei der Beisetzung auf dem Friedhof ist dann ja nur der kleine Kreis dabei. Stell dir mal vor, die hätten nichts gemacht, dann würden alle zum Friedhof rennen...
 
BAZONG schrieb:
Schlimm auch, dass das Thema Depressionen nun wieder für allerhand Promis herhalten muß, um sich wieder ins Rampenlicht zu jammern ("Ich war auch depressiv...laberlaber....") :drunter:

Das machen ja nicht nur Promis.
Auch so Hirngulasch das im Zivilen Umfeld rumrennt outet sich dan immer als Experten.

Könnt ich kotzen von
 
Depressionen werden einfach gesellschaftlich noch immer als etwas viel zu "negatives" angesehen. Klar ist eine Krankheit etwas negatives, aber es ist nun mal eine Krankheit, die man bekommen kann und die nicht schön ist. Aber die Leute stellen es dann oftmals damit gleich, dass man bekloppt ist und einen Knall hat, was ja schlichtweg falsch ist. Auch die Öffentlichen Instanzen forcieren das. Wusstet ihr zum Beispiel, dass man, wenn man sich wegen Depressionen beim Psychologen behandeln lässt und dann irgendwann die Krankenkasse wechseln will, man von den meisten Kassen abgelehnt wird, wenn das innerhalb eines Zeitraumes von 6 Jahren war?
Na herzlichen Glückwunsch sage ich da doch nur...
 
Bexter schrieb:
wipf schrieb:
Das mag schon sein, aber da läuft der Pathos ja schon am Bildschirm runter. Mal ganz abgesehen davon, das im Stadion mit Zuschauern und vor TV-Kameras zu machen.

Da hast du sicher Recht. Das mit den Zuschauern finde ich noch in Ordnung, denn ich glaube, dass es viele Menschen, vor allem die Fans vom H96, gibt, denen es wichtig ist, dass sie sich so verabschieden und für die es zur Verarbeitung hilft. Zumal ist es so besser, denn bei der Beisetzung auf dem Friedhof ist dann ja nur der kleine Kreis dabei. Stell dir mal vor, die hätten nichts gemacht, dann würden alle zum Friedhof rennen...
Das geht auch so irgendwie, dass man das im "kleinen" Kreis macht ohne Fans und auch ohne, dass die einem den Friedhof kaputt rennen.
Ich will jetzt nicht sagen, dass die Leute im Stadion nur "schaulustig" sind. Natürlich sind da sehr viele dabei die wirklich trauern und für die sowas ein guter Weg zum Abschiednehmen ist. Aber ein gewisser Anteil im Stadion will halt auch "nur mal zuschauen".
 
wipf schrieb:
Bexter schrieb:
wipf schrieb:
Das mag schon sein, aber da läuft der Pathos ja schon am Bildschirm runter. Mal ganz abgesehen davon, das im Stadion mit Zuschauern und vor TV-Kameras zu machen.

Da hast du sicher Recht. Das mit den Zuschauern finde ich noch in Ordnung, denn ich glaube, dass es viele Menschen, vor allem die Fans vom H96, gibt, denen es wichtig ist, dass sie sich so verabschieden und für die es zur Verarbeitung hilft. Zumal ist es so besser, denn bei der Beisetzung auf dem Friedhof ist dann ja nur der kleine Kreis dabei. Stell dir mal vor, die hätten nichts gemacht, dann würden alle zum Friedhof rennen...
Das geht auch so irgendwie, dass man das im "kleinen" Kreis macht ohne Fans und auch ohne, dass die einem den Friedhof kaputt rennen.
Ich will jetzt nicht sagen, dass die Leute im Stadion nur "schaulustig" sind. Natürlich sind da sehr viele dabei die wirklich trauern und für die sowas ein guter Weg zum Abschiednehmen ist. Aber ein gewisser Anteil im Stadion will halt auch "nur mal zuschauen".

Klar, die Gaffer hast du überall. Aber es wäre den wirklichen Fans, die trauern, ja irgendwo auch gegenüber unfair, wenn man ihnen, wegen eben dieser Gaffer, diesen Abschied verwehrt...
 
ich frag mich eher ob es in seinem Sinne gewesen wäre

ich mein ich kenn den Typ nicht aber ich find immer n Begräbnis soll im Sinne des verstorbenen sein und nicht wie es Angehörige gerne hätten.
 
Mondknallschlumpf schrieb:
Trauerfeier im Stadion? Schön und gut. Aber den Sarg auch noch mitten im Stasdion aufzustellen... Wirft auch ein sehr seltsames Licht auf seine Frau...

Ist für mich eine Art der Verarbeitung. Ich finde das erfordert in meinen Augen eine Menge an Stärke. Die einen Stellen den Sarg in die Kirche, wo dann Hunderte Zuschauer bei der Trauerfeier sind, Robert Enke sein "Wohnzimmer" war das Stadion. Von daher finde ich das i.O.

Der_Geächtete schrieb:
ich frag mich eher ob es in seinem Sinne gewesen wäre

ich mein ich kenn den Typ nicht aber ich find immer n Begräbnis soll im Sinne des verstorbenen sein und nicht wie es Angehörige gerne hätten.

Da hast du Recht Ächti. Dazu gibt es einen schönen Kommentar:
"Und vielleicht begehen alle schon wieder den selben Fehler!
Nehmen wir einen Moment an, Robert Enke könnte uns jetzt zusehen, bei dem, was wir hier betreiben um seine Person. Was würde er wohl denken? Würde er sich wiedererkennen? Dargestellt fast als Heiliger! Einer ohne Fehl und Tadel. Oder würde er sagen: über den ihr da redet und schreibt, das bin ich ja gar nicht?
Ich bin wieder Teil eines Events. Aber genau daran bin ich doch zerbrochen.
Bloß keine Schwäche zeigen, niemals versagen!
Versteht ihr denn die Psychologenschar gar nicht, die jetzt seit Tagen zitiert wird?
Und dann könnte Robert Enke denken: Ich würde es wieder tun !"

Auszüge eines Kommentars von Jürgen Rönnau (Ressortleiter Sport der "Lübecker Nachrichten") vom 14.11.09
 
Man hätte ja z.B. die Kirchenzeremonie in der Kirche lassen können und das dann im Stadion übertragen können. Danach von mir aus dann noch einen Trauermarsch durch die Stadt. Und gut ist.
Aber dieses Zinober ist schon fast ekelhaft.
 
Bexter schrieb:
"Und vielleicht begehen alle schon wieder den selben Fehler!
Nehmen wir einen Moment an, Robert Enke könnte uns jetzt zusehen, bei dem, was wir hier betreiben um seine Person. Was würde er wohl denken? Würde er sich wiedererkennen? Dargestellt fast als Heiliger! Einer ohne Fehl und Tadel. Oder würde er sagen: über den ihr da redet und schreibt, das bin ich ja gar nicht?
Ich bin wieder Teil eines Events. Aber genau daran bin ich doch zerbrochen.
Bloß keine Schwäche zeigen, niemals versagen!
Versteht ihr denn die Psychologenschar gar nicht, die jetzt seit Tagen zitiert wird?
Und dann könnte Robert Enke denken: Ich würde es wieder tun !"

Auszüge eines Kommentars von Jürgen Rönnau (Ressortleiter Sport der "Lübecker Nachrichten") vom 14.11.09

Sehr guter gedanke

Lässt sich auch auf so manches anderes Ereignis ummüntzen
 
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