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Organspende rettet leben

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Gast
Hallo liebe Forengemeinde. Wollte heute mal ein für viele unangenehmes Thema ansprechen. Und zwar das Thema Organspende. Ich weiß, dass viele Leute da keinen Bezug zu haben, weil es sie persönlich nicht betrifft. Dabei kann es so schnell gehen, das man selbst oder jemand den man kennt in eine solche Lage gerät, und man selbst ein Organ braucht oder gar als Spender in Frage kommen könnte.

Ich persönlich bin auch direkt davon betroffen. Hier meine Geschichte zum Thema

Meine Frau wurde im Oktober 2010 lebertransplantiert. Das heißt ich habe den ganzen Prozess begleitet und kann aus erster Hand sprechen.
Im Juli 2010 haben ihr die Ärzte nur noch 1 Jahr zu leben gegeben, wenn sie kein Spenderorgan bekommt. Sie leidet an einer Autoimmunhepatitis, welche nicht heilbar ist.
Die Erkrankung trat wohl mit ca 16 Jahren auf und verlief in Schüben, bis es nicht mehr ging und die Zirrhose schon stark gewütet hatte.
So kam sie zur Vorbereitung ins Uniklinikum in Essen. 3 Wochen lang Untersuchungen, in der alle Körperfunktionen und -Werte überprüft wurden.

Als sie dann fürs erste entlassen wurde und sie auf der Spenderliste stand, begann die quälende Zeit des Wartens! Wann kommt eine Spenderleber oder kommt evtl gar keine und sie stirbt mit 28 Jahren?
Dann am 22.10.2010 um 4Uhr morgens klingelt das Handy und eine Frau sagt, dass ein Spenderorgan vorhanden ist und sie sich auf den Weg ins Klinikum machen soll.
Mama und Papa angerufen, welche sofort gekommen sind. Die Kinder im Bett am schlafen. So konnte sie sich nicht mal richtig verabschieden, da sie ja nicht wusste, ob sie das alles übersteht. Lebertransplatationen gelten als die schwierigsten Transplantationen überhaupt.
Um 23:30 abends die erlösende Nachricht, die OP ist gut verlaufen.

Sie lag dann noch bis Montag im künstlichen Koma und am Dienstag habe ich das erste Mal wieder mit ihr gesprochen.
Das Leben hat sich seit dem sehr verändert. Sie muss täglich Medikamente nehmen, damit das Transplantat nicht abgestoßen wird.

Als jemand der das alles mitgemacht hat, unterstütze ich zu 100%Organspende. Ohne Organspende würde meine Frau nicht mehr hier sein.
Weil jemand ja zur Organspende sagte, lebt meine Frau heute noch.
Habe selber auch einen Ausweis und auch alle unseren Freunde und Familienmitglieder.
Wenn man tot ist, braucht man sie nicht mehr. Selbst erhofft man auch Hilfe, wenn man sie benötigt.
Spenden kann ja nur derjenige, der zuerst Hirntod ist. So gibt es eh nur wenige die überhaupt Spenden können.
Außerdem kann man so seine Hinterbliebenen davor bewahren, kurz nach seinem Tode zu entscheiden, ob Organe gespendet werden sollen. Keiner will nach dem Tod eines Angehörigen über sowas nachdenken.
Den Ausweis trägt man einfach mit sich mit. Man wird nirgends registriert und kann ihn jederzeit wieder vernichten, falls man es sich anders überlegen sollte.
1 Spender kann 7 Leben retten.

Hier ist noch ein Link, welcher Apparat in Bewegung gesetzt wird, für eine Organspende

http://www.organspende-info.de/organ-und_gewebespenden.de/verlauf

Was denkt ihr über Organspende? Habt ihr schon einen Ausweis? Selbst wenn ihr dagegen seid, bitte ich euch trotzdem an der Diskussion teilzunehmen.

Liebste Grüße

Euer Julian.
 
ich habe auch seit Jahren einen Organspende-Ausweis in meinem Geldbeutel und führe den immer mit mir. Ich spende auch ohne Ausnahme sämtliche Organe, die gebraucht werden könnten. :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Imo würde es reichen, wenn die Kassen jedem Kunden einen Ausweis zuschicken müssten. Dann wird man damit zumindest mal konfrontiert und muss sich entscheiden. Von solchen Gesetzen, die einem etwas anhängen, dem man erst widersprechen muss, bin ich kein Freund.
 
Ich finde die österreichische gesetzliche Lösung zur Organspende sehr gut, muss ich sagen. Hier in Österreich gilt eben genau diese "Widerspruchsregelung", sprich jeder Person dürfen automatisch nach ihrem Tod brauchbare Organe entnommen werden. Wer das nicht will, kann zu Lebzeiten explizit widersprechen, dann kann er auch im Todesfall seine Organe behalten.

So wird die ganze Sache (meiner Ansicht nach) vom "Kopf auf die Beine gestellt", denn m.E. sollte es Standard sein, mit seinen Organen anderen zu helfen, wenn man sie sowieso nicht mehr braucht, immerhin geht es hier ja um das Rechtsgut "Leben" bzw. das Rechtsgut "Gesundheit" des Organempfängers, während auf Seiten des (toten) Spenders kein auch nur annähernd so wichtiges Rechtsgut verletzt wird, wenn die Organe entnommen werden.

Und dennoch wird den Leuten die wirklich extrem dagegen sind, die Möglichkeit eingeräumt, ohne Angabe von Gründen der Organspende zu widersprechen.
 
Ja genau daran hängst aber, ich komm nicht mal eben so an nem Copyshop vorbei. Und nein an das Thema hätte ich ohne diesen Thread in 100 Jahren nicht gedacht.
Die Krankenkassen sollen einem nen laminierten zuschicken und gut ist.
Man gibt ja etwas von sich aber ich finde man sollte nicht verlangen das die Menschen sich dafür auch noch Arbeit machen müssen.

Davon ab ist es sehr vielen Menschen sehr unangenehm (inkl. Mir) sich mit dem eigenen Tod auseinander zu setzen weil da auch teilweise extreme Ängste zusammenhängen. Dann will man da sicher nicht selbst drauf zugehen.
Ich kann mir auch gut vorstellen das viele sowas nicht im Geldbeutel haben wollen weil es sie dann daran erinnert.
 
Man gibt ja etwas von sich aber ich finde man sollte nicht verlangen das die Menschen sich dafür auch noch Arbeit machen müssen.

Das hat etwas von unterlassener Hilfeleistung. :p

Ich muss aber auch zugeben mich nie mit dem Thema auseinandergesetzt zu haben bis mir meine Krankenkasse die Plastikkarte zugeschickt hat. Wusste noch nicht einmal, dass das so einfach ist.
 
Ja genau daran hängst aber, ich komm nicht mal eben so an nem Copyshop vorbei. Und nein an das Thema hätte ich ohne diesen Thread in 100 Jahren nicht gedacht.
Die Krankenkassen sollen einem nen laminierten zuschicken und gut ist.
Man gibt ja etwas von sich aber ich finde man sollte nicht verlangen das die Menschen sich dafür auch noch Arbeit machen müssen.

Davon ab ist es sehr vielen Menschen sehr unangenehm (inkl. Mir) sich mit dem eigenen Tod auseinander zu setzen weil da auch teilweise extreme Ängste zusammenhängen. Dann will man da sicher nicht selbst drauf zugehen.
Ich kann mir auch gut vorstellen das viele sowas nicht im Geldbeutel haben wollen weil es sie dann daran erinnert.
Nur wenn du dich nicht damit nicht beschäftigst, werden im Falle des Falles deine Eltern,Frau,Kinder nach deinem Tod gefragt, ob deine Organe gespendet werden sollen. Keine angenehme Situation, um darüber nachzudenken. Man kann auf so nem spenderausweis auch explizit der Organspende widersprechen
 
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