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Mogelminister Guttenberg

Karl-Theodor zu Guttenberg

  • Rücktritt

    Stimmen: 63 42,9%
  • Ich hab auch schon abgeschrieben

    Stimmen: 46 31,3%
  • Mir alles egal

    Stimmen: 38 25,9%

  • Umfrageteilnehmer
    147
  • Umfrage geschlossen .

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Mmmhh...okay. Vielleicht bin ich in der Hinsicht auch wirklich einfach nur zu desillusioniert. Für mich sind das durch die Bank alles Wichser, die zuerst an die Wand gestellt werden sollten, wenn die Revolution kommt. Von daher ist mir das einfach furzegal. Ich denke, wenn Guttenberg jetzt abgesägt wird, wächst genauso eine Amöbe gleich wieder nach und es ändert sich ohnehin nix, solange man keine Waffen mitnimmt. Hat John Rambo schon sehr gut erkannt.
Friede. :bier:
 
Glod schrieb:
Was ich damit sagen will: Einen Doktoranden wegen Bescheißens bei seiner Doktorarbeit feuern, ist so ziemlich das Dümmste, was man machen kann. Doktortitel sind in 99% aller Fälle einfach nur Bullshit und sagen rein gar nix über die Qualität eines Mitarbeiters aus.

In vielen (ich würde sagen den meisten) Firmen sind gewisse Titel die Vorraussetzung in bestimmt Positionen zu kommen, die man sonst nicht erreichen kann, egal ob man sich später als geeingeter Arbeiter rausstelen würde oder nicht.

Das geht vom Realschulabschluss, über einen Bachelorabschluss bis hin zum Doktortitel.

Wenn ich mich wo mit einem gewissen Abschluss bewerbe, der für die Stelle benötigt wird und sich nachher rausstellt, dass ich mir diesen Abschluss ermogelt habe werde ich folgerichtig entlassen oder gezwungen ihn nachzuholen und das ist auch absolut richtig so.
Ich verschaffe mir sonst einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern, der einfach nicht fair ist.
Soviel mal zur Wirtschaft und akademischen Graden/Titeln.


Woher kommt deine schlechte Meinung über Doktortitel und die Unterstellung, dass man dafür nichts machen muss außer dieser einen Arbeit (die deiner Meinung nach in den meisten Fällen eh nichts wert ist)?
Für manche Fächer kann ich es halbwegs nachvollziehen, wo der Titel eigentlich nur reine Fleißarbeit ist (die meisten Medizinarbeiten fallen wohl darunter), aber wenn ich an Dr. Titel aus meinem Bereich (Elektrotechnik) denke. Ich kenne keinen der einen Titel bekommen hat, der nicht etliche Dinge vorher veröffentlich hat und jahrelange Forschung hinter sich hat. Dass solche Arbeiten von den wenigsten Leuten verstanden werden und womöglich sprachlich nicht so rosig sind mag sein, aber man kann sicher sein, dass da jemand von einem Thema (eben das mit dem er sich beschäftigt hat) wirklich verdammt viel Ahnung hat.
 
eMKay schrieb:
aber wenn ich an Dr. Titel aus meinem Bereich (Elektrotechnik) denke.

Genau da bin ich auch dabei. Und ja - vor einer Diss stehen da etliche Veröffentlichungen. Hab ich auch schon mitgemacht. Wird überschätzt. Ich habe selber veröffentlich, ich habe etliche Paper lesen und einschätzen müssen - der größte Teil davon ist blanker Huf (nehme ich meine Beiträge nicht aus), weil schon das grundlegende Thema in der Regel rein akademisch ist und außerhalb der Uni keine Sau wirklich interessiert.
Ich habe Vorträge auf Konferenzen gehalten (kleine Anekdote: Es gibt Typen, die sind mit einem Schriebs aus dem Paper-Generator auf einer Konferenz angenommen worden - soviel zum wissenschaftlichen Standard dieser Veranstaltungen), wo man mich entweder aufgrund der trockenen und verqueren Thematik nicht verstanden hat, oder wo einfach jeder nur mit seinem eigenen wichtigen Vortrag beschäftigt war und es deswegen nicht für nötig hielt, aufzupassen. Ist auch verständlich. Die meisten dieser Vorträge sind lahm (meine sicher auch), furchtbar trocken und wenn man sich dann mal die Ergebnisse so ansieht, die da allen Ernstes als großer Durchbruch gefeiert werden, dann greift man sich an den Kopf.
Ich selbst habe ca. 2 Jahre in ein Projekt investiert, welches sogar international auf die Beine gestellt wurde:

Ganz großes Kino

Wegen diesem Rotz war ich in der Schweiz, in Paris und in Nizza (nicht dass ich mich DARÜBER beschweren würde). Ich habe etliche laaaaange Beiträge verfasst, ich hab mich mit kaum zu verstehenden Italienern am Telefon rumgekloppt - weißt du, was dabei rausgekommen ist? Ein blanker Witz. Etliche Dinge waren technisch nicht machbar, bei anderen wiederum ist kurz darauf ein wichtiger Hersteller abgesprungen, was im Grunde meine komplette Arbeit (und die der Kollegen, die nach mir an dem Ding gewerkelt haben) obsolet werden ließ. Der ganze Chip, der da zum Schluss vor der EU-Kommission auf dem Tisch lag, war ein derartiger Witz, dass man echt niemanden in der ganzen Industrie (okay, abgesehen vielleicht von Nordkorea) damit beeindrucken konnte. Oder was will man mit einem Chip in der Bildverarbeitung, der nicht mal in der Lage ist, HD darzustellen?
Auf jeden Fall wurden dann unsere diversen Berichte genommen und zu diesem Buch da oben zusammengefasst. Gleich in der Einleitung fällt der Name "Galilei". Da hab ich echt 'nen Lachflash gekriegt.
Wie auch immer, auch hier wurde mit EU-Geldern in mindestens 7 stelliger Höhe wieder ordentlich Schindluder betrieben. Etliche haben diese Gelder genutzt, um weiter Mitarbeiter zu beschäftigen, oder Dinge für ihre Firma zu tun, für die sie von ihrer Firma keine Kohle bewilligt bekamen. War bei mir auch nicht anders. Hauptsache erstmal Drittmittel ranschaffen, oder versuchen, eigene schon ewig lang existierende Technologien zu pushen, ohne auf den Kosten sitzenzubleiben.
Und sicher sind aus diesem Projekt heraus auch die eine oder andere Diss enstanden. Wenn man das Buch liest, oder die allgemeine interne Berichterstattung könnte man meinen, wir hätten Krebs geheilt. Aber ich war dabei - der reine sinnlose Scheiß von vorn bis hinten. Und das ist nur ein einziges Projekt von vielen, aus denen Dissertationen entstehen. Das Projekt war noch nichtmal vorbei, da haben sich die Verantwortlichen schon zusammengesetzt und überlegt, wie man der EU noch mehr Kohle für ein Nachfolgeprojekt aus dem Kreuz leiern kann.
Und das ist nicht die Ausnahme, das ist die Regel. Gerade sind hier am Lehrstuhl die Arbeiten für einen Projektantrag in vollem Gange. Da geht es um richtig Asche. Es handelt sich um ein Nachfolgeprojekt. Der Vorgänger war auch schon so schlappe 3 Mio wert (Steuergelder). Du willst nicht wirklich wissen, was aus dem Geld geworden ist. Ich sage nur, dass hier jetzt u.a. eine nicht näher genannte Anzahl an PS3-Konsolen im Schrank verstaubt. Und wir haben drei Dienst... tschuldigung... "Forschungs"fahrzeuge: zwei 7er BMWs und einen X5. Nebenher fährt ein Chef eines anderen Lehrstuhls jetzt auch irgendeinen krassen BMW privat. Und auch daraus sind Veröffentlichungen entstanden, wird an Dissertationen gearbeitet.
Und das ist nicht nur der eine Lehrstuhl - das sind alle hier an der Uni. Worum es geht? Geld. Geld ist das einzig Entscheidende. Und das ist auch gar nicht mal schlimm. Wir haben sehr viele Mitarbeiter einstellen können, was ja per se nix Schlechtes ist. Wir haben ordentliche Technik zum Arbeiten - man kann im Grunde nicht meckern. Wenn du mich jetzt fragst, was hier oder anderswo großartiges in Sachen Wissenschaft geleistet wurde...da müsste ich echt passen. Und egal, mit welchen Mitarbeitern anderer Lehrstühle ich mich unterhalte - es ist überall der gleiche Mist. Außer natürlich wenn man mit den Chefs redet. Dann ist man natürlich top notch, cutting edge und generell absolut awesome.

Woher meine Einstellung zu Dissertationen etc. kommt? Ich sitz mittendrin. :nein:
 
Wenn jeder so denken würde, säßen wir noch im Mittelalter...
Ungefähr jede große Innovation unserer Gesellschaft in den letzten 50 Jahren oder so begann einmal als furztrockene Theorieveranstaltung, etlichen Fehlversuchen und abstrusen Ideen. Irgendwann greift aber einer ein KOnzept auf und entwickelt darauf basierend etwas komplett bahnbrechendes.
Natürlich passiert das nicht mit jedem Projekt (eigentlich wohl eher mit einem winzigen Bruchteil), aber ex ante kann man eben nicht feststellen, was mal nützlich und was in der Theorie-Mottenkiste verstauben wird. Von daher ist trockene und geldverschlingende Grundlagenforschung unbedingt nötig.
Und es geht auch anders: Unser Lehrstuhl für Mikroelektronik hier hat etliche funktionierende Projekte, sie haben sich auf SoC spezialisiert, ihre Schaltungen sind z.B. im iPhone vertreten, sie beraten einige Unternehmen, leisten Grundlagenforschung etcpp. Das meiste davon wird natürlich kein kompletter Durchbruch sein, aber unnötig scheint ihre Forschung nicht zu sein...

Und irgendwie scheint mit, du hast mit einer akademischen Karriere deine Interessen verfehlt. Viele Forscher treibt nicht unbedingt aussschließlich an, dass sie etwas bahnbrechendes entdecken könnten (natürlich kommt es aber jedem recht :D ) sondern auch einfach, Neuland zu betreten und Sachen zu machen, die noch niemand vorher gemacht hat.
Vllt hast du aber auch zu hohe Ansprüche gehabt. Natürlich kann nicht jeder das Rad neu erfinden.

Und natürlich geht es dabei auch um Prestige, Geld (ohne Geld keine Forschung), Machtspielchen etcpp. Aber warst du vor dem Studium wirklich so naiv und hast gedacht, an der Uni ist alles heile Forscherwelt und jeder handelt nur aus idealistischen Motiven?
 
ARD-Brisant meldet (ein hochpolitisches Magazin), dass Teflon-Karls Umfragewerte besser sind als vor der Affäre.
Die Univesität Bayreuth gibt ihre Entscheidung noch an diesem Abend bekannt.
 
Es geht nicht darum etwas bahnbrechendes zu entdecken. Es geht aber auch ganz sicher nicht darum, etwas zu entwickeln und als bahnbrechend zu vermarkten, was in der Industrie schon seit Jahren besser gemacht wird. Es geht auch nicht darum, Dinge zu entwickeln, die in der Industrie keiner haben will, weil sie voll an deren Belangen vorbeientwickelt wurden und im Grunde rein akademischen Charakter haben. Und ganz sicher geht es nicht darum, sich den Kopf voller Hirngespinste zu schlagen, dann dem Staat massig Kohle aus der Tasche zu leiern und am Ende etwas abzuliefern, was mit dem ursprünglichen Plan rein gar nix mehr zu tun hat.
 
für mich klärt sich die angelgenheit spätestens, wenn buyreuth darüber entscheidet, ob diese arbeit ein plagiat ist oder nicht. guttenberg verneint immernoch das seine arbeit ein plagiat ist, da dies eine bewusste und vorsätzliche täusche voraussetzt.

kommt die uni buyreuth nun zu dem schluss das seine arbeit ein plagiat ist und somit nicht mehr zitierfähig ist und vom markt genommen werden muss, dann stellt sich die frage über die bewusste und vorsätzliche täuschung guttenbergs auch gar nicht mehr, sie ist beantwortet.
 
Wieso das denn? Ob bewusst oder unbewusst kann die Arbeit ein Plagiat sein. Soll die Uni die Arbeit am Markt lassen, wenn der Guttenberg nur versehentlich ein Plagiat geschrieben hat? Seine Definition von Plagiat ist imo hier schwachsinnig. Wenn er einfach nur geschlampt hat, macht das die Sache nicht besser. Die Arbeit ist auch so nicht zitierfähig.
 
Laut Welt Online hat KT den Titel nicht nur zu Unrecht, sondern auch zu früh geführt. Strafanzeige ist in Arbeit.


Damit man auch mal sieht, was sein Titel so gekostet hat:

Vor seiner umstrittenen Promotion an der Universität Bayreuth war Karl-Theodor zu Guttenberg dort gleichzeitig Student und Sponsor. Die Rhön-Klinikum AG, bei der die familieneigene Beteiligungsgesellschaft derer zu Guttenberg ein dickes Aktienpaket hielt, gehört zu den Stiftern des Lehrstuhls für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften, der im Jahr 2000 eingerichtet wurde und bei der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät angesiedelt ist. Nach Tagesspiegel-Informationen fließt dafür pro Jahr von der Rhön-Klinikum AG ein sechsstelliger Beitrag.

Quelle
 
Ich mag Guttenzwerg nicht, aber diese Befragung und die anschliessenden Wortmeldungen der Opposition gingen mir zu weit.
Bin da wohl etwas zu weich für, aber als ich den Trittin und Co. reden hörte, war ich mehr auf Gutti's Seite.

Das ist ein Haifischbecken und da gehört so eine Demontage des polit. Gegners wohl zum Guten Ton, aber ich verstehe sowas nicht. Haben die alle keinen Funken Menschlichkeit mehr im Leib ??
 
total der kindergarten.....die kommen rüber wie kleine trotzige kinder....eigentlich blieb nur guttenberg ruhig und überzeugte mit guter rhetorik

ich denke das ist auch der grund für seine beliebtheit...er kommt einfach kompetent und begabt rüber
ich finde auch er macht keine üble arbeit soweit ich das beurteilen kann

seit der so beliebt ist fängt der kindergarten doch erst an, kein wunder dass man das gefühl bekommt die wollen dem was andrehen

denn wenn man wühlt findet man bei jedem was
 
Glod schrieb:
Wieso das denn? Ob bewusst oder unbewusst kann die Arbeit ein Plagiat sein. Soll die Uni die Arbeit am Markt lassen, wenn der Guttenberg nur versehentlich ein Plagiat geschrieben hat? Seine Definition von Plagiat ist imo hier schwachsinnig. Wenn er einfach nur geschlampt hat, macht das die Sache nicht besser. Die Arbeit ist auch so nicht zitierfähig.
das weißt du und das wissen alle anderen akademiker, aber sein fussvolk weiß das nicht. aber denen versucht er mit fadenscheinigen ausreden immernoch weiszumachen, er hätte zu keiner zeit plagiiert.

wenn er jetzt aber hochoffiziell bestätigt bekommt, dass er doch ein plagiat abgegeben hat, hat er seiner definition nach bewusst getäuscht. wie will er sich dann noch rausreden?
 
Wo ich grad am nachlesen bin:

Noch ein Kommentar von Spon.

Mit dem versäumten Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenbergs, mit der Rückendeckung der Kanzlerin für ihre so dringend benötigte Lichtgestalt ist es jetzt amtlich: Wenn ein Politiker von Werten redet und von Verantwortung, dann handelt es sich dabei nur um eine Simulation. Begriffe wie Anstand und Ehrgefühl werden nur bemüht, weil sie das Publikum gerne hören will. Doch sie bedeuten nichts. Das ist nicht gut für die Demokratie.


Von seiner Webseite:

"Verantwortung bedeutet vor allem Verpflichtung, Vertrauen und Gewissen."
 
Die ganze Diskussion (der Opposition) zeigt doch die Verzweiflung an der Beliebtheit von Guttenberg.
Sie wissen nicht, wie ein Politiker so beliebt bei den Menschen sein kann und ziehen nun die Notbremse in Form der medialen Zerfleischung.
 
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