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Mogelminister Guttenberg

Karl-Theodor zu Guttenberg

  • Rücktritt

    Stimmen: 63 42,9%
  • Ich hab auch schon abgeschrieben

    Stimmen: 46 31,3%
  • Mir alles egal

    Stimmen: 38 25,9%

  • Umfrageteilnehmer
    147
  • Umfrage geschlossen .

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Was hätt er er sonst sagen sollen? Ich weiß, was richtig gewesen WÄRE. Aber sieh das mal aus seiner Perspektive. Jeder hätte so geantwortet. Denn schon die Antwort "Ja, könnte sein, dass da was dran ist", hätte ihn den Titel sofort gekostet.
 
Nasreddin schrieb:
Ja, aber das muss ganz klar gekennzeichnet werden. Und der Autor der Arbeit gibt ja i.d.R. auch eine eindeutige Erklärung ab, dass über die angegebenen Fälle keinerlei Hilfe durch Dritte angenommen wurde.

Tatsächlich gibt man normalerweise eine Erklärung an Eides statt ab. Stellt sich eine Arbeit also als Plagiat heraus, müsste das afaik sogar ein Straftatbestand sein.
 
Glod schrieb:
Was hätt er er sonst sagen sollen? Ich weiß, was richtig gewesen WÄRE. Aber sieh das mal aus seiner Perspektive. Jeder hätte so geantwortet. Denn schon die Antwort "Ja, könnte sein, dass da was dran ist", hätte ihn den Titel sofort gekostet.

er hätte gleich die wahrheit sagen sollen und nicht darauf warten, bis sie stück für stück von anderen ans tageslicht kommt. sowas kommt immer schlecht.

es gibt nicht umsonst das sprichwort "ehrlich währt am längsten". wenn er gleich zugibt, richtig scheiße gebaut zu haben, und das ganze noch ehrlich und glaubwürdig, hätte das imo nur nen paar kleinere flecken auf seiner weißen weste hinterlassen. mit dem ganzen rausreden, hat er sein image nur noch weiter beschmuzt.

und es gibt menschen, die ihre fehler sofort eingestehen und die konsequenzen daraus ziehen. und für die geht die welt auch nicht gleich unter.
 
Das Problem ist doch offensichtlich folgendes: Guttenberg hatte überhaupt keinen Überblick, was sein Ghostwriter für eine Scheiße abgezogen hat. Hätte er sofort "Fehler" zugegeben, wäre es vermutlich gar nicht so viel ans Licht gekommen. Er hätte direkt den Titel opfern müssen.

So wie es jetzt ist, hat er sich arrogant verhalten und dabei auch noch tiefer in die Scheiße geritten. Sehr unklug und ich kann es voll und ganz verstehen, wenn das jetzt die Opposition ausschlachtet. Das hätte jeder so gemacht. ;)

AlephAlpha schrieb:
Tatsächlich gibt man normalerweise eine Erklärung an Eides statt ab. Stellt sich eine Arbeit also als Plagiat heraus, müsste das afaik sogar ein Straftatbestand sein.

War bei Guttenberg wohl nicht der Fall.
 
Nasreddin schrieb:
Das Problem ist doch offensichtlich folgendes: Guttenberg hatte überhaupt keinen Überblick, was sein Ghostwriter für eine Scheiße abgezogen hat. Hätte er sofort "Fehler" zugegeben, wäre es vermutlich gar nicht so viel ans Licht gekommen. Er hätte direkt den Titel opfern müssen.

So wie es jetzt ist, hat er sich arrogant verhalten und dabei auch noch tiefer in die Scheiße geritten. Sehr unklug und ich kann es voll und ganz verstehen, wenn das jetzt die Opposition ausschlachtet. Das hätte jeder so gemacht. ;)

AlephAlpha schrieb:
Tatsächlich gibt man normalerweise eine Erklärung an Eides statt ab. Stellt sich eine Arbeit also als Plagiat heraus, müsste das afaik sogar ein Straftatbestand sein.

War bei Guttenberg wohl nicht der Fall.



Doch schon - aber er geniesst als Abgeordneter Immunität und die wird für diesen Fall wohl nicht aufgehoben werden - 2 oder 3 Strafanträge sollen ja schon bei der Staatsanwaltschaft eingegangen sein!
 
Glod schrieb:
Was hätt er er sonst sagen sollen? Ich weiß, was richtig gewesen WÄRE. Aber sieh das mal aus seiner Perspektive. Jeder hätte so geantwortet. Denn schon die Antwort "Ja, könnte sein, dass da was dran ist", hätte ihn den Titel sofort gekostet.

Den Titel hat er ja jetzt eh ganz abgegeben, was ein indirektes (!) Schuldeingeständnis ist.

Die Frage lautet für mich nicht, was er hätte antworten sollen, nachdem er beschissen und gelogen hat.

Er hat beschissen und gelogen, das wohl wissentlich und bewusst, und das muss geahndet werden. Er steht an der vermeintlichen Spitze unserer Gesellschaft, und wenn die Konsequenz wäre "Ah, ok, is ja net so schlimm. Wir drücken da mal beide Augen zu und tun so, als wäre nix passiert", dann wäre das ein IMO verherendes Signal in alle Richtungen. Für uns als Volk, für die Regierung, für alle Studenten, die an einem Doktortitel arbeiten, für die Unis, für alle.
 
Gungrave schrieb:
Doch schon - aber er geniesst als Abgeordneter Immunität und die wird für diesen Fall wohl nicht aufgehoben werden - 2 oder 3 Strafanträge sollen ja schon bei der Staatsanwaltschaft eingegangen sein!

Ich habe gelesen, dass er zwar eine Erklärung abgeben musste, jedoch keine eidesstattliche.
 
Dieses Immunitätending hat sich mir sowieso noch nie erschlossen, wieso sollte man einem Personenkreis Immunität geben, der nachweislich so mit am anfälligsten ist für negativen Lobbyismus, Korruption und totale Blödheit...
 
Zimtzicke schrieb:
Er hat beschissen und gelogen, das wohl wissentlich und bewusst, und das muss geahndet werden. Er steht an der vermeintlichen Spitze unserer Gesellschaft, und wenn die Konsequenz wäre "Ah, ok, is ja net so schlimm. Wir drücken da mal beide Augen zu und tun so, als wäre nix passiert", dann wäre das ein IMO verherendes Signal in alle Richtungen. Für uns als Volk, für die Regierung, für alle Studenten, die an einem Doktortitel arbeiten, für die Unis, für alle.

That's the point.
Aus seinen jetzigen Reaktionen würd ich ihm auch keinen Strick drehen, das ist die ganz normale Reaktion eines in die Enge getriebenen Menschen, der sich seine (?) Arbeit bewahren und sie verteidigen will.
Den Strick dreh ich ihm daraus, dass er die ganze Geschichte imo (wie oben dargelegt) mutwillig gedreht hat um sich einen Titel zu erschleichen, von dem man weiß, dass er beim Volk gut und vertrauenswürdig ankommt.
 
Wieso soll er zugeben, dass er die Sache verkackt hat? Das Gremium, dass ihm den Titel verpasst hat, hat die Sache abgesegnet und damit sitzen die doch genauso in der kacke.
Wenn ich eine Leistung erbringe und mein Dozent mir sagt, dass sei so iO, dann verlasse ich mich doch darauf, dass es stimmt.
 
weil die deppen, die ihm den titel gegeben haben, am längeren hebel sitzen. von denen muss keiner mit konsequenzen rechnen. die können den schwarzen peter dem doktoranden zuschieben. nur der ruf der uni ist beschädigt.
 
Tommse schrieb:
Wieso soll er zugeben, dass er die Sache verkackt hat? Das Gremium, dass ihm den Titel verpasst hat, hat die Sache abgesegnet und damit sitzen die doch genauso in der kacke.
Wenn ich eine Leistung erbringe und mein Dozent mir sagt, dass sei so iO, dann verlasse ich mich doch darauf, dass es stimmt.

Klar, die Uni Bayreuth hat ihren Ruf genauso weg.
Aber dein Vergleich hinkt. Wer ein Studium hinter sich gebracht hat, der muss (!!) wissen, wie man eine wissenschaftliche Arbeit anfertigt und dass Verschweigen von Quellen (bei Normalsterblichen) zum Durchfallen führt. Das ist nicht erst bei der Diss so, sondern bei der popligsten Seminararbeit. Von daher muss man Mutwilligkeit unterstellen, "och, das hab ich ja gar nicht gewusst, sorry", zählt hier nicht.

Abgesehen davon: Wenn du irgendjemand z.B. finanziell betrügst und er es nicht merkt, bist du dann auch fein raus, weils keinen Widerspruch gab?
 
Nur war es eben für die betreffende Fakultät ein besonderer Bonus, sich mit dem Gütesiegel "Guttenberg" schmücken zu dürfen. Da kann man so eine Arbeit schon mal durchgehen lassen.
 
Tommse schrieb:
Wenn ich eine Leistung erbringe und mein Dozent mir sagt, dass sei so iO, dann verlasse ich mich doch darauf, dass es stimmt.

Betrug ist eine Leistung?

Hier war es so, dass Guttenberg seinen Dozenten bewusst getäuscht hat (er wird ihn wohl kaum über die Plagiate aufgeklärt haben).

Dass die Arbeit nach Einschätzung einiger Experten die Arbeit viel zu gut bewertet hat (selbst ohne die Plagiatgeschichte) und dass ihm die Plagiate nicht aufgefallen sind, legt den Verdacht nahe, dass zwischen Guttenberg und Doktorvater viel gemauschelt wurde.

Nur weil der Prof. Scheiße gebaut hat, heißt das nicht dass Gttenberg nen Freifahrtschein hat.

Edit: Ist natürlich peinlich für den Prof. Erst drückt er ein Auge zu und bewertet die mäßige Arbeit des Promis (und Freundes?) Guttenberg mit Bestnote. Wie dankt ihm das der Karl-Theodor? Seine Arbeit ist von vorne bis hinten ein Plagiat. Na dann, herzlichen Glückwunsch! :D
 
lüsterneLINDA schrieb:
die können den schwarzen peter dem doktoranden zuschieben.

Können sie nicht. Es ist Aufgabe der Prüfer, eine Diss auch auf Plagiate in abzuklopfen. Und wenn ich mir ansehe, was da bereits zusammengetragen wurde, dann kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, dass die das übersehen haben.
 
lüsterneLINDA schrieb:
Glod schrieb:
Was hätt er er sonst sagen sollen? Ich weiß, was richtig gewesen WÄRE. Aber sieh das mal aus seiner Perspektive. Jeder hätte so geantwortet. Denn schon die Antwort "Ja, könnte sein, dass da was dran ist", hätte ihn den Titel sofort gekostet.

er hätte gleich die wahrheit sagen sollen und nicht darauf warten, bis sie stück für stück von anderen ans tageslicht kommt. sowas kommt immer schlecht.

es gibt nicht umsonst das sprichwort "ehrlich währt am längsten". wenn er gleich zugibt, richtig scheiße gebaut zu haben, und das ganze noch ehrlich und glaubwürdig, hätte das imo nur nen paar kleinere flecken auf seiner weißen weste hinterlassen. mit dem ganzen rausreden, hat er sein image nur noch weiter beschmuzt.

und es gibt menschen, die ihre fehler sofort eingestehen und die konsequenzen daraus ziehen. und für die geht die welt auch nicht gleich unter.

Das ist genau der Casus Knaxus; Hätte er gleich Fehler eingestanden und glaubhaft argumentiert, das er sich der Tragweite seines Handelns zur Zeit der Doktorarbeit nicht bewusst war hätte er wohl ein blaues Auge davongetragen; so aber muß er sich Wohl oder Übel den Vorwurf gefallen lassen, daß sich ein ganzes Volk von ihm verarscht fühlt.

Daran wird er sich wohl ewig messen lassen müssen und gerade im Superwahljahr 2011 ist das natürlich ein gefundenes Fressen für seine Gegner und nicht nur da!!!
 
So gesehen wäre es auch nur konsequent, wenn es Folgen für die Gutachter dieser Arbeit haben würde. Es ist ja sogar so, dass die Art und Weise der Übernahme fremder Texte in dieser Arbeit so schlampig war, dass sogar eklatante sprachliche Stilbrüche sofort auffallen. Insofern ist das auch für die Uni eine peinliche Angelegenheit, zumal der werte Herr Verteidigungsminister noch kürzlich als VIP zur Verabschiedung von Doktoranden an dieser Uni eingeplant war :) Im harmlosesten Falle ist es für die Gutachter nur ein Zeichen, dass sie offensichtlich nicht besonders sorgfältig mit ihrer Prüfungsaufgabe umzugehen wissen.
 
Glod schrieb:
Können sie nicht. Es ist Aufgabe der Prüfer, eine Diss auch auf Plagiate in abzuklopfen. Und wenn ich mir ansehe, was da bereits zusammengetragen wurde, dann kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, dass die das übersehen haben.

Ja, für die Prüfer wird es sicher unangenehm. Die werden sicher nicht arbeitslos, aber das ist schon fatal für den Ruf und sicher auch ein Karriereknick (auch wenn sie ja schon ziemlich weit oben angekommen sind).
 
Einfach jetzt den Doktortitel ruhen zu lassen kann es im übrigen auch nicht sein. Wenn einem das als schlimmste Konsequenz droht, könnte ja jeder erfolgreiche Absolvent eines Studiums auf die Idee kommen, mit einer gefälschten Arbeit einen Titel zu erheischen, während man sich vom Staat bezahlen lässt. Mit Pech wird einem der Titel halt wieder abgenommen und das war's? So ist das für keinen normalen Doktoranden und so sollte es auch für Herrn Guttenberg nicht sein.
 
AlephAlpha schrieb:
Einfach jetzt den Doktortitel ruhen zu lassen kann es im übrigen auch nicht sein. Wenn einem das als schlimmste Konsequenz droht, könnte ja jeder erfolgreiche Absolvent eines Studiums auf die Idee kommen, mit einer gefälschten Arbeit einen Titel zu erheischen, während man sich vom Staat bezahlen lässt. Mit Pech wird einem der Titel halt wieder abgenommen und das war's? So ist das für keinen normalen Doktoranden und so sollte es auch für Herrn Guttenberg nicht sein.

Absolute Zustimmung. Hier muss definitiv über den Einzelfall hinaus geschaut werden, wenn es um die Konsequenzen geht.
 
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