Mit Renaissance bekommt man einen durchschnittlich guten Film geliefert, der vor allem durch seine grandiose Darstellungsweise punktet. Die Story an sich ist nicht sonderlich spektakulär. Eine mehr oder weniger normale Sci-Fi-Kriminalgeschichte: Im Jahre 2054 hat der machtvolle Wissenschaftskonzern Avalon die ganze Stadt Paris unter Kontrolle. Ohne wirklichen Grund wird eine der besten Wissenschaftlerinnen des Konzerns entführt. Der Polizist Karas soll ihr auf die Spur kommen und entdeckt dabei so manches Geheimnis, das vielleicht besser hätte eins bleiben sollen. Der simple Plot hat keine sonderlich großen Spannungsbögen und wird immer sehr deutlich erzählt, dass man ohne Probleme bzw. schon fast ohne auch nur ansatzweise nachzudenken folgen kann. Das ist bei Renaissance jedoch garnichtmal so schlimm, da man sich so besser auf die unglaublich gute visuelle Darstellung konzentrieren kann. Sowas hat man noch nicht gesehen. Das ganze erinnert im ersten Moment an Sin City, wurde jedoch nicht mit echten Schauspielern, sondern mit Motion Capturing gedreht. Die Motion Capture-Animationstechnik, die beispielsweise auch sehr gut in Der Polarexpress umgesetzt wurde, in Verbindung mit dem aus Sin City bekannten Schwarz-Weiß-Kontrast-Bild machen Renaissance zu etwas ganz besonderem. Sin City wirkt im Vergleich wenig künstlerich und andere Animationsfilme mit Motion Capturing-Verfahren schon fast langweilig. Renaissance bietet eine wirklich grandiose und so noch nie dagewesene Optik. Hat man sich einmal an den Stil gewöhnt kommt man aus dem Staunen garnichtmehr raus. Es gibt viele nette Ideen und tolle Szenen, die so wie sie sind wohl nur in dieser Schwarz-Weiß-Darstellung wirken. Hätte man das ganze mit normalen Schauspielern gedreht wäre der Film durch die mittelmäßige Story nicht halb so gut. Besonders in HD lässt das Bild keine Wünsche offen. Der krasse Kontrast kommt hier noch besser zur Geltung und man erkennt jedes kleine Detail - ja, es gibt viele Details zu bestaunen, was man bei so einer Technik garnicht vermutet.
Hätte man sich noch ein wenig mehr um Story und Charaktere gekümmert, die sehr schöne Ansätze bieten, jedoch nicht sonderlich ausgereizt werden, würde Renaissance ein wirklich grandioser Film sein. So bleibt "nur" ein kleines visuelles Meisterwerk mit einigen netten Einfällen. Für den Film an sich hätte ich sicherlich nicht mehr als 6 Punkte gegeben, dank der einfach grandiosen Inszenierung sehe ich aber auch gerne über Storyschwächen hinweg und vergebe gerade noch 8 von 10 Punkte. Fans von "Sci-Fi-Noir-Animationsthrillern" - oder am besten auch alle anderen, denn so eine Bild-Design hat man noch nicht gesehen - sollten sich den Film unbedingt mal ansehen.