Du hast offenbar nicht verstanden, was ich mit meinem Posting aussagen wollte.
Aber ich nehme das mal auf meine Kappe, weil ich mich wohl nicht klar genug ausgedrückt habe.
Daher versuche ich es nochmal deutlicher zu machen:
Thrillhouse schrieb:
Fühlst Du Dich im Netz so unsicher? Brauchst Du wirklich jemanden, der aufpasst, dass Du nicht auf böse Seiten surfst damit Du keine Albträume kriegst?
Mit der selben Argumentation könnte ich dich fragen, ob du dich auf den Straßen (wenn du zur Uni/Arbeit und zurück fährst) so unsicher fühlst, dass wir eine Polizei brauchen.
Und ob du jemanden brauchst der dir in der Öffentlichkeit die Hand hält...
Aber das ist nicht der Punkt. ICH persönlich fühle mich in der Öffentlichkeit nie bedroht, trotzdem käme ich nicht auf die Idee zu sagen, wir bräuchten keine Polizei, nur weil ICH mich in Gegenden und zu Zeiten bewege, wo alles sicher ist.
Genauso wie wir
wissen, dass die Polizei im RL genug Arbeit hat, auch wenn wir persönlich (zum Glück) hoffentlich nicht oft darin verwickelt sind,
wissen wir eben auch, dass im Internet Straftaten begangen werden.
Es geht hier also nicht um meine Befindlichkeit, sondern um die Rechte derjenigen, die betroffen sind. Und darum, dass der Staat sogar die Pflicht (!) hat diese Rechte zu schützen.
Thrillhouse schrieb:
Du sagst vielleicht auch Du hättest kein Problem damit, wenn plötzlich alle Neo-Nazi und Kirchenseiten vom Netz wären. Ich hätte damit schon ein Problem. Erstens soll jeder seine Meinung sagen dürfen, auch wenn ich das nicht mag.
Hier muss ich dich wirklich tadeln, dass du mein Posting wohl überhaupt nicht gelesen, oder den Sinn nicht erfasst hast, obwohl es glasklar von mir hingeschrieben wurde.
Ich schrieb: [...] mit den Grundsätzen der jeweiligen Verfassung und den Grundsätzen der Rechtsstaatlichkeit in Einklang[...]
Politische Zensur verstößt wohl krass gegen die Grundsätze und Prinzipien eines liberalen Rechtsstaates.
Ich verstehe wirklich nicht, wieso so viele Leute ein Problem haben, da zu differenzieren.
Thrillhouse schrieb:
Und zweitens wüsste ich nicht wer für mich entscheiden können soll, was ich mir angucken darf und was nicht, ausser mir selbst.
Das entscheidet die Legislative und die Judikative. Du "darfst" dir im Grunde alles ansehen, aber nur, so lange du damit nicht die Rechte anderer verletzt.
Außerdem geht es nicht drum was du dir ansehen darfst, sondern was andere verfügbar machen dürfen.
Das ist ein wesentliches Prinzip eines liberalen Rechtsstaates: Freiheit so weit wie möglich, aber die Grenze ist dort, wo du einen Dritten schädigst und dessen Rechte und Freiheiten durch dein Handeln beschneidest.
Mal angenommen jemand macht von dir im Geheimen Bilder die du selbst ABSOLUT nicht veröffentlicht sehen willst und stellt sie auf einem Server ins Netz, auf den Deutschland keinen Zugriff hat, der ausländische Provider reagiert auf keine Aufforderung der Löschung.
Jetzt hätte Deutschland die Möglichkeit, den Zugriff zu dieser Seite zu unterbinden, nach dem du vor Gericht dein Persönlichkeitsrecht geltend gemacht hast, tut dies aber nicht, mit dem Hinweis dass jeder selbst "entscheiden können soll, was er sich angucken darf und was nicht" wie du so schön schriebst.
Gilt dein Prinzip dann immer noch, oder würdest du dir da eine "Ausnahme" erwarten, wenn es um dich selber geht?
Thrillhouse schrieb:
Und wie einfach ist das bitte im Netz solche Sachen zu ignorieren? Du brauchst nicht mal räumlich Distanz aufzubauen. Lediglich das kleine X oben drücken und schwubs schon ist der böse Inhalt weg.
Und nochmal. Es geht nicht um
mich und was ich mir ansehe, sondern um die Leute, deren Rechte dadurch verletzt werden, dass diese Sachen überhaupt verfügbar sind.
Thrillhouse schrieb:
Man kann die Demokratie nur mit demokratischen Mitteln beschützen. Und es gibt nun einmal "Bedrohungen", wo es kein passendes rechtsstaatliches Mittel für gibt.
Was ich auch DEUTLICH in meinem Posting geschrieben habe.
WENN es nicht möglich ist das sauber zu regeln, dann eben gar nicht.
Aber die Grundidee ist nicht "falsch", darum geht es.
Thrillhouse schrieb:
Das muss ich dann akzeptieren; wenn ich erst einmal anfange zum Bekämpfen von Verbrechern Verbrecher-Methoden zu benutzen hab ich bald eh nix mehr, was ich beschützen kann.
Ich wüsste aber nicht, wieso das Sperren von illegalen Inhalten
im Rahmen von liberal rechtsstaatlichen Grundsätzen und der Verfassung im Internet eine "Verbrecher-Methode" sein sollte.
Die Polizei wendet auch Zwangsgewalt (unter Umständen sogar die Schusswaffe) an um z.B. fliehende Verdächtige aufzuhalten, sind das nun schon "Verbrecher-Methoden"?
Thrillhouse schrieb:
Gutes Beispiel waren die Zecken wo die Pro-Köln Kundgebung blockiert haben.
[yt]http://www.youtube.com/watch?v=_NOGqVMfagc[/yt]
Ich weiss echt nicht, welches von beiden das größere Pack ist. Die Stammtisch Proleten von Pro-Köln mit ihrer Islamisierungshysterie, oder die pseudo-Linken Gutmenschen die das Versammlungsrecht mit Füssen treten und nicht weniger Probleme damit haben zu akzeptieren, dass andere Leute andere Meinungen vertreten. Ich tendiere zu letzteren.
Ich finde an extrem Links und extrem Rechts nur gut, dass sie sich gegenseitig bekämpfen.
