[...]Aber es gibt jetzt einen glasklaren Erlass des Innenministeriums: Es wird keine Sperrlisten geben. Löschen ist sehr viel besser als jedes Sperren. Löschen ist der Königsweg. Wir werden das jetzt ein Jahr beobachten und dann Bilanz ziehen.
SPIEGEL ONLINE: Streben Sie ein Löschgesetz an?
Schröder: Möglicherweise brauchen wir später noch weitere gesetzliche Regelungen. Aber eigentlich steht schon jetzt alles Nötige im Gesetz, wir haben eher ein Problem in der Umsetzung des Löschens.
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SPIEGEL ONLINE: Kritiker nannten von der Leyen am Ende nur noch "Zensursula" …
Schröder: Sicher wäre es besser gewesen, die Internetcommunity mehr einzubinden. Ich habe das selbst gemerkt. Wenn ich mit meinen Wiesbadener Piraten diskutiere, dann kann das auch sehr konstruktiv sein. Ich werde demnächst auch deren Stammtisch besuchen. Natürlich sind da manche sehr speziell, keine Frage. Aber wir sind uns doch weitgehend einig: Wir wollen ein möglichst freies Internet und keine Kinderpornografie.
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Schröder: Vielleicht gelingt es uns nach allem, was schief gelaufen ist, mit einer neuen Gesprächskultur, auch bessere Lösungen zu finden. Die riesige Fachkompetenz der Internet-Welt kann da nur helfen. Die Argumente gegen das Sperren sind zum großen Teil doch bedenkenswert: Die Sperren sind sehr leicht zu umgehen; und ich verstehe die Skepsis gegen das Zustandekommen der Sperrlisten. Da können immer auch Fehler passieren. Ich will andere Wege finden.