Pay-TV-Markt muss neu geregelt werden
"Die Exklusiv-Vermarktung von Fernsehrechten im Profifußball verstößt gegen EU-Recht. Der Europäische Gerichtshof entschied, dass zum Empfang von Übertragungen im Bezahlfernsehen ausländische Decoderkarten nicht verboten werden dürfen. Das Urteil betrifft gundsätzliche Fragen des Urheberrechts und dürfte weitreichende Folgen für die Finanzierung des Profifußballs haben.
Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge befürchtet vorab "gefährliche Zeiten" für den Profifußball. Die Preise für nationale Übertragungsrechte dürften nun gewaltig unter Druck geraten. Derzeit sorgen die TV-Erlöse in Deutschland immerhin für knapp ein Drittel der Gesamteinnahmen der Vereine.
Auslöser des Rechtsstreits war der Fall Karen Murphy, die in ihrem Pub im südenglischen Southsea im Jahr 2007 Live-Übertragungen von Spielen der Premier League gezeigt hatte.
Dazu nutzte die Wirtin jedoch keine Gaststättenlizenz des britischen Pay-TV-Senders BSkyB, sondern importierte einen Satelliten-Decoder des Anbieters Nova, der seinerzeit die Übertragungsrechte für Premier-League-Spiele in Griechenland besaß. Dadurch sparte Murphy rund 6000 Euro (5200 britische Pfund) pro Jahr."
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