Jetzt mal ne Frage an die Papas hier.
Kinder werden bei uns auch langsam ein Thema. Aber mal ne doofe Frage, weil ich mir das noch gar nicht vorstellen kann:
Wie hat sich euer Leben geändert, vor allem, emotional. Also ich will Kinder und freue mich drauf, aber ich kann mir das gar nicht vorstellen, dass ich plötzlich von hier auch jetzt da ein kleines Wesen habe, für das ich verantwortlich bin.
Das ist alles irgendwie komisch, aber ich stelle es mir auch toll vor.
Verwirrt mich halt alles
Lässt sich wohl kaum beschreiben...Meine persönliche Sicht: Es ändert sich tatsächlich sehr vieles. Äusserlich sichtbar wohl primär mal dadurch, dass Papa plötzlich für ganz viele Sachen (und leider auch für den etwas weiteren Freundeskreis) sehr viel weniger oder gar keine Zeit mehr hat. Jeder und alles schienen mir vorher unglaublich wichtig und unverzichtbar zu sein. Die Kinder haben bei mir aber zu einer eindrücklichen Werteverschiebung geführt: Völlig neue Prioritäten wurden gesetzt und was früher unvollstellbar war, wurde plötzlich selbstverständlich und angenehm. Emotional erhielt das Leben halt sozusagen eine neue Bandbreite: Allen voran war die Geburt des ersten Kindes das prägendste Erlebnis meines bisherigen Lebens - die emotionale Achterbahn geht aber natürlich nicht nur nach oben, sondern hie und da auch nach unten, denn Kinder (auch die Netten

) sind schlicht und ergreifend unglaublich anstrengend. Mit der Zeit (relativ schnell) glätten sich aber die Wogen und zumindest bei uns hat das Leben sehr stark an Struktur gewonnen: Die Kleinen brauchen Regeln und Routinen und unser beider Leben hat sich zwangsläufig daran angepasst. Vorbei die Zeit der Tagträumerei - ich denke, dass sich werdende Eltern insbesondere auch über diese zweite - sozusagen postrosarote - Phase im Klaren sein müssen. Denn die ersten Monate, obwohl u.U. sehr anstrengend, sind halt in der emotionalen Hochphase irgendwie ein herrlicher Selbstläufer. Danach ist der Familienalltag da und dieser bleibt wunderbar, aber ebenfalls anstrengend: Abendessen, im Garten spielen, Gutenachtgeschichten erzählen, Quängeleien beim Zähneputzen, Quängeleien biem Einschlafen, kranke Kinder, Kinder mit Durst um Mitternach etc. (erst danach kommt halt die Koop-WM mit Rocketracer

). Dies war dann auch die Phase, wo ich plötzlich froh war, Kinder nicht mit 20 gehabt zu haben, denn zwangsläufig wäre bei mir wohl die Frage gekommen, was ich denn nun in Ermangelung an Zeit alles verpasst hätte... So durfte ich viel erleben, viele Dummheiten machen etc. und bin nun mit den Kids total glücklich und schätze die Zeit mit meiner wunderbaren Familie. Die ganz persönliche Freizeit ist zwar rar geworden, aber erstens lassen glücklich Kids dies plötzlich als unwichtig erscheinen, zum anderen geniesse ich die wenigen Stunden für mich alleine halt umso mehr (genau so jene, mit meiner Frau). Völlig neu ist natürlich die Verantwortung, die man nun hat: Diese ist gigantisch und ich habe mir plötzlich über Dinge den Kopf zerbrochen, an welche ich zuvor noch nie gedacht hatte. Es ist aber auch schlicht wunderbar zu erfahren, dass man von diesen kleinen Geschöpfen so bedingungslos gebraucht wird (ist schön, wenn von den ganzen Menschen im Raum einzig und allein der Papa heute eine Geschichte erzählen kann, anderenfalls die Welt zusammenzubrechen droht

).
Schlauer? Sicherlich nicht, aber Kinder zu haben ist - egal ob mit 20, 30, 40 oder 50 - wohl immer ein Sprung ins kalte Wasser und in einigen Belangen auch ein Kompromiss, bei dem einige ganz viel gewinnen (dazu zähle ich mich).