Heavy Rain zu spielen ist jedoch ein anderes Erlebnis. Zumindest die Episode, durch die ich mich bewegen durfte: Ein FBI-Agent, der auf einem Schrottplatz ein scheinbar einfaches Verhör führen muss, dann aber um sein Leben kämpfen muss. Denn gefühlte 90% der Zeit (reell mag das Verhältnis etwa bei 70:30 liegen) war ich damit beschäftigt, vergleichsweise simple Quicktime Events zu bewältigen, in denen man zwar abseits der üblichen geforderten Aktionen (Tasten oder einfache Richtungsangaben mit dem Stick) auch gelegentlich mit Halbkreisen etc. kurzzeitig überrascht wird. Gut aussehend, auf eine David Lynch'sche Art auf Weise mal ruhig, mal bedrohlich und dadurch und im Zusammenspiel mit der Kulisse interessant, aber unter dem Strich größtenteils simpel.
Es gab zwar auch die sehr willkommene Abwechslung mit technischer Hilfe einer Spezialbrille die Umgebung zu analysieren. Doch Denken wurde dabei weniger verlangt als stete Beharrlichkeit, alle wichtigen Punkte ausfindig zu machen. Dass diese Punkte als Markierung auftauchen und bei Aktivierung ähnlich wie in Minority Report eine "virtuelle" Beweisanalyse abspielen, bei der man nicht nachdenken oder gar eigene Rückschlüsse führen muss, ist spielerisch bedenklich. Dramaturgisch interessant, nachvollziehbar und den Fokus auf die Figuren und deren Aktionen legend, aber spielerisch mit Hang zur Belanglosigkeit.
Und die zwei Momente, in denen ich eine wesentliche Entscheidung mit weitreichenderen Konsequenzen fällen musste, waren im Vergleich zu Fahrenheit zu spärlich gesät, um letztlich für Spannung sorgen zu können.