So unglaublich, dass man NICHT mit der Erwartung, hier die gottgleiche Offenbarung eines Videospiels vorgesetzt zu bekommen, an God of War 3 herangeht? Teil1 und 2 habe ich aus Ermangelung einer PS2 ausgelassen und bin somit völlig unbedarft an das Teil herangegangen.
(Schade fand ich nur, dass ich die Vorgeschichte aus Wikis lesen musste - wenn man den Gesamtzusammenhang "miterlebt" hat, wirkt das ganze sicher noch viel besser)
Wurden im Vorfeld immer groß gelobt, finde ich aber bei weitem nicht so beeindruckend - durch die weit entfernte Kamera fühle ich mich kaum von den riesigen Dimensionen überwältigt oder ergriffen, sondern Kratos wirkt halt einfach ... klein. So ein Gefühl wie das, welches ich bei Gears of War hatte, als man sich auf die Emulsion Plant zubewegt, konnte God of War bei mir kein einziges Mal erzeugen.
Zum Einen die besagte Verzögerung, die bei solch einem Spiel nicht einmal "ganz leicht" sein sollte. Auch der Doppelsprung reagierte bei mir katastrophal, wenn ich ihn nicht wirklich bewusst ausführte, passierte einfach gar nichts. Ich bin öfter in Abgründe gestürzt, als bei irgendwelchen Gegnern zu sterben - mittlerweile frage ich mich aber ernsthaft, ob nicht mein Gamepad einfach einen Knacks hat (obwohl es seit November de facto nicht verwendet wurde). Dagegen spricht aber wieder, dass der Doppelsprung bei bewusstem Drücken sehr wohl problemlos ausgeführt werden konnte ... keine Ahnung.
Zum Anderen fand ich, ganz im Gegensatz zu dir, die Tastenbelegung keineswegs gelungen oder transparent. Ich hatte selbst gegen Ende hin manchmal noch Probleme, L1 und L2 auseinanderzuhalten und auch das "X-gedrückt halten um zu schweben" funktionierte gerne mal nicht.
Da ich aber sicherlich kein Gamepad Legastheniker bin und durchaus genügend spiele, fällt es mir ein wenig schwer, das alles auf eigene Unfähigkeit zu schieben. Messen muss sich God of War in dieser Beziehung natürlich besonders an Ninja Gaiden, welches einerseits in diesem Bereich der absolute Maßstab ist, andererseits auch thematisch an God of War erinnert. Und hier muss man ganz klar sagen, dass sich der olle Hayabusa bei weitem besser steuert als Kratos - flinker, präziser, direkter. Bestes Beispiel hierfür ist die Szene in dem Stachelkubus.
Einerseits wird das Kampfsystem natürlich von der Steuerung runtergezogen, andererseits auch von Grafik (Effektorgie) als auch von der Kamera (Iso-weit-weg) nicht unbedingt positiv beeinflusst. Wo ich bei Ninja Gaiden nur sehr selten Hayabusa aus den Augen verliere und eigentlich immer genau sehe, ob ich jetzt blocken, kontern oder ausweichen muss, geht Kratos nur zu gern in dem allgemeinen Durcheinander zwischen Massen an (größeren) Gegnern und den vielen Effekten unter. Wild Knöpfchen drücken ist also weitaus integralerer Bestandteil, als eben bei Ninja Gaiden (und sollte das bei den höheren Schwierigkeitsgraden gar nicht mehr gehen, dann wird das wohl umso frustiger sein).
(dafür sehen selbst normale Kämpfe gegen 0815 Gegner extrem spektakulär aus, was man von Ninja Gaiden nicht behaupten kann)
tlw. fragwürdiges Gamedesign
Gamedesign ≠ Design ... Gamedesign beziehe ich rein auf das Gameplay, das Design an sich ist wirklich über alle Zweifel erhaben.
Ich fand hier manche Rätsel und Kletter/Sprungpassagen eher langweilig bzw. aufgesetzt - für mich wurde hier oft ein homogenes Ganzes, ein gewisser Flow mehr gestört, als dass er durch diese auflockernden Elemente noch zusätzlich gestützt wurde. Auch die Hugo-Einlagen fand ich beim vierten (??) Mal dann mittlerweile etwas lahm (beim ersten Mal war ich aber selbstverständlich absolut geflasht).
Ebenfalls nicht besonders gelungen ist die Setzung der unsichtbaren Grenzen bzw. bleibt bis zuletzt unklar, wo man runterfallen kann und wo nicht. Manchmal wird man geführt und unterstützt, als wäre man ein 90-jähriger Blinder (Gartenlabyrinth), dann wieder gibt es überhaupt keine Grenzen und man fällt nach irgendeiner Sprung-Schwebe-Passage, bei der man dank ungünstiger, seitlicher Kamera sowieso nur erahnen kann, wo man sich gerade befindet ins Bodenlose.
Bei den ganzen Kritikpunkten (und du kritisierst hier immerhin die wichtigsten Punkte die ausschlaggebend für die God of War Spiele sind), wundert mich das jetzt ehrlich gesagt etwas.
Unerwarteterweise war weniger das Gameplay als viel mehr Handlung und Story der Hauptgrund für mein extrem schnelles Durchspielen. Ich wollte permanent wissen, wie es weitergeht und durch die extrem geschickten Levelübergänge (gab ja keine) war der "Nur noch bis zu der Entscheidung/der Konfrontation/usw."-Effekt extrem suchterzeugend. Und ja, die Geschichte gefiel mir tatsächlich so gut, dass die in meinen Augen unübersehbaren Kritikpunkte für mich bei weitem nicht so schwer wogen. Sie deswegen negieren, werde ich jetzt aber trotzdem nicht und massiv negativ beeinträchtigt haben sie mein Spielerlebnis auch nicht - HD Collection ist bereits bestellt, da ich die Story nun auch einmal im Gesamtbild erleben möchte.
WaldGespenst schrieb:

om3ga
Na, auch in der Vorschule "Erst denken, dann posten" geschwänzt?