Die Preisbremse sorgt dafür, dass Haushalte für 80 Prozent ihres bisherigen Energieverbrauchs maximal 40 Cent je Kilowattstunde Strom und zwölf Cent je Kilowattstunde Gas bezahlen müssen. Und damit die Menschen noch mehr Energie sparen, sollen sie für jede weitere eingesparte Kilowattstunde den vollen Tarif ihres Strom- und Gasanbieters erstattet bekommen. Je höher dieser Preis ist, desto mehr Geld bekommen sie zurück.
Ein Haushalt, der etwa seinen Stromkonsum von 5000 auf 2400 Kilowattstunden verringert, muss bei einem Tarif von 40 Cent je Kilowattstunde insgesamt 960 Euro bezahlen. Bei einem Tarif von 1 Euro je Kilowattstunde hingegen bekommt er die 2400 Kilowattstunden zum Nulltarif.
Menschen, die zum Beispiel 2023 lange verreisen oder ein Hallenbad besitzen, das sie im nächsten Jahr nicht länger beheizen, könnten vom Wechsel in teurere Tarife profitieren. Das seien »merkwürdige Anreizeffekte«, findet ein von den Kollegen zitierter Experte. Die Zeche zahlt der Staat.
Werden die Sparziele der Politik am Ende erreicht werden? »Bei der Strom- und Gaspreisbremse subventioniert der Staat Haushalte mit besonders hohen Tarifen besonders stark, wenn diese viel Energie sparen«, sagt mein Kollege Claus Hecking. »Das kann Anbieter und Verbraucher dazu verlocken, extrem teure Verträge abzuschließen, weil beide Seiten davon profitieren – auf Kosten des Staates. Die Politik muss aufpassen, dass nicht Schindluder mit den Preisbremsen getrieben wird.«