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Die große Sexismus-Debatte

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Sie gibts bei mir nur auf Hinweis. Die meisten Leute mögen das Du aber entweder mehr oder es ist ihnen unwohl das Sie aktiv einzufordern, weshalb ich fast immer per Du bin. Bricht das Eis wunderbar und die paar mit Stock im Arsch kann ich verschmerzen.
Wie machst du das bei Behördengängen oder zum Beispiel beim Arzt? Bzw. auch wenn du zuerst mit Sie angesprochen wirst? Stell mir das in einigen Situationen ziemlich seltsam vor und kann einem in Österreich ja auch schnell mal zum Nachteil werden. Wenn man einen waschechten Beamten kurz vor der Pensionierung am Finanzamt per Du um etwas bittet kann ich mir den Ausgang schon vorstellen. :D
 
In Deutschland ist man viel öfter mit dem du unterwegs. Wundert mich bei jedem Urlaub und finde es auch irgendwie merkwürdig mit du angeredet zu werden.

Wäre in wien undenkbar zb von einem Rezeptionist mit du angeredet zu werden
 
NeoTheMatrix.jpg

Ist das ein "binärer Mensch"?..
 
Wie machst du das bei Behördengängen oder zum Beispiel beim Arzt? Bzw. auch wenn du zuerst mit Sie angesprochen wirst? Stell mir das in einigen Situationen ziemlich seltsam vor und kann einem in Österreich ja auch schnell mal zum Nachteil werden. Wenn man einen waschechten Beamten kurz vor der Pensionierung am Finanzamt per Du um etwas bittet kann ich mir den Ausgang schon vorstellen. :D

Wie erwähnt, den meisten ist das entweder recht oder sie trauen sich nicht zu erwidern. Irgendein Wichtigtuer kommt einem immer mal wieder unter aber das stört mich nicht weiter. Fahre damit ziemlich gut.


und kann einem in Österreich ja auch schnell mal zum Nachteil werden.

Kommt drauf an wo in Österreich. Wien ist da scheiße, Oberösterreich ziemlich entspannt. Denke da gibts einfach bereits viel bayerische Mentalität, speziell am Land und besonders im Mühlviertel.


Wenn der mich penetrant weiter duzt, werde ich auch aktiv aggressiv :D

Wir würden uns dann wohl die Köpfe einschlagen :D
 
@Mingo

jetzt mal jemand mit ehrlichem Interesse, da ich mich nicht in "deiner" Welt auskenne, aber ehrliche Neugier habe was so Phase ist.

Im Grunde stehen Leute mit deiner Einstellung natürlich an sich immer gut da mMn, sie stehen auf der guten Seite, wollen verhindern, dass bei anderen (meist kleineren, unterprivilegierten Gruppierungen) irgendein Leid entsteht.

Aber ist das Verständnis da uferlos, so lange es nur Leid verhindert oder würdest auch du irgendwann sagen "Ne, das war es dann"?

1. Noob-Frage: Was sind die "korrekten" Bezeichnungen derzeit in Deutschland für Schwarze und Behinderte, die man nutzen soll/kann (um zB als Politiker danach nicht gelyncht zu werden)? Und ist es nicht oft eine Illusion sich vorzumachen, dass alle Betroffenen einer solchen Bezeichnung sich einig wären wie sie genannt werden wollen oder was als beleidigend anzusehen ist?

2. Warum steht bei manchen Leuten zB auf Twitter "she/her"....würde da "she" nicht ausreichen? Oder gibt es Leute, die sich im Possessivpronomen andersgeschlechtlich fühlen als im Personalpronomen?

3. Auch auf Twitter gibt es zB Leute, die eine cn (Inhaltswarnung) für so manches fordern, zB jeden Post, der was mit Essen zu tun hat....wie weit stehst du hinter sowas?

4. Gibt es auch Leute, die sich nicht als Mann statt Frau fühlen, sondern als Tier oder sich schwarz statt weiß fühlen (die Serie Atlanta lässt grüßen)? Wenn ja/doch...hätten sie deine Unterstützung? Auch Leute, die durch den Buchstaben a an ein Trauma erinnert und getriggert werden, so dass sie darum bitten, dass keiner ihnen Texte schreibt, die ihn enthalten? (Ja, überzogen, ich weiß, aber mich würde deine Sichtweise interessieren)

Ich habe halt schon oft das Gefühl, dass viele Leute meinen, ein Anrecht darauf zu haben nichts lesen zu müssen, was ihnen nicht gefällt.



Tip Of The Iceberg: 1 in 16 Women Reports First Sexual Experience As Rape (npr.org)

Eine Studie zeigt, dass (mindestens) jede 16. Frau in den USA Vergewaltigung als erste 'sexuellen Erfahrung' erlebt.
"[...]The average age of most victims was about 15 when they were assaulted. The average age of their partner, or the assailant, was 27, Hawks notes. This suggests a "major power discrepancy" and, possibly, a difference in physical size as well, she says.

More than 26% said they were physically threatened during the encounter, 46% said they were physically held down. Over half (56%) of them said they were verbally pressured into having sex, and 16% said that their partner threatened to end the relationship if they didn't have sex. These forms of coercion were not mutually exclusive.

"The definition of rape is any sexual encounter that's unwanted or nonconsensual," Hawks says. "And when a [woman or girl] is coerced into having sex that she doesn't want to have, that is still considered a rape."

The study shows that emotional or verbal coercion is also traumatic for girls and women, not only physical threats[...]"


Dies vielleicht auch noch mal als Kontext, warum ich bspw. nicht über dumme Sprüche (imo) lachen kann, die diese Realität verharmlosen, sondern sie vielmehr als ein Teil des Problems betrachte.

Richtig mies und schlimme Zustände, die wir leider immer noch haben.
Vor allem das Durchschnitts(!)alter 15 Vs 27 ist schockierend.

Aber die Definition klingt übel....wenn es "unwanted" ist, aber sie diese Information für sich behält und den Akt durchzieht wäre es Vergewaltigung?
Und wenn jemand die Beziehung beenden will, wenn es keinen Sex gibt, ist das nicht im Rahmen seiner eigenen Freiheit?
 
Aber die Definition klingt übel....wenn es "unwanted" ist, aber sie diese Information für sich behält und den Akt durchzieht wäre es Vergewaltigung?
Und wenn jemand die Beziehung beenden will, wenn es keinen Sex gibt, ist das nicht im Rahmen seiner eigenen Freiheit?
Wir bewegen uns bei dem Thema Vergewaltigung ja zwangsläufig, oder auch Gott sei Dank, im strafrechtlichen Bereich. Daher kann m. E. der erste Tatbestand eine Vergewaltigung gemäß § 177 StGB nicht rechtfertigen, da der Wille dem Partner bzw. vermeintlichen Geschlechtspartner nicht kundgetan wurde. Einen Empathie-Fehler kann man in der Situation unmöglich strafrechtlich geltend machen, was auch gut so ist. Hierfür wurden wir alle mit Kommunikationsfähigkeiten ausgestattet, die es zu nutzen gilt.

Die Beendigung einer Beziehung, wenn die körperliche Liebe (Ich drück das mal anders aus, weil das meiner Def. von Sex eher entspricht) einseitig abgelehnt wird, kann selbstverständig auch keine Vergewaltigung sein. Das ist übrigens auch vielfach ein nicht öffentlich ausgesprochener Grund für das Ende einer über Jahrzehnte dauernden Ehe.

EDIT: Ich wage auch zu behaupten, dass es bei den befragten Frauen eine Dunkelziffer gibt, die im Nachhinein eine geschlechtlichen Kontakt als „erzwungen“ erachten, weil der Akt bereut wird. Das liegt m. E. im Wesentlichen an der „falschen“ allgemeinen Auffassung, dass Frauen mit wechselnden Geschlechtspartnern einem höherem Rechtfertigungsdruck unterliegen als Männer, die im Freundeskreis dann noch als „Helden“ tituliert werden. Ich kenne so einen Fall aus meinem Bekanntenkreis, der fast bis zu einem Vergewaltigungsprozess eskaliert ist. Zeugenaussagen der vorhergehenden Party haben den Mann dann erheblich entlastet, sogar bis zur öffentlichen Entschuldigung der Frau. Der Makel ist trotzdem kaum mehr „abwaschbar“.

Das ist ein echtes Scheiß-Thema, das man kaum in den Griff bekommen kann. Um das aber zu der Studie ganz klar zu sagen: Über „physically“ brauchen wir wohl nicht zu diskutieren...
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Und da sich das alles leicht sagen/schreiben lässt, wenn man nicht in einer psychische Abhängigkeit oder Drucksituation ist (also psychische Gewalt ausgeübt wird oder man der Meinung ist entgegen seines eigenen Willens vermeintliche gesellschaftliche Normen erfüllen zu müssen) ist Schweden den harten weg gegangen und sagt: es muss aktiv zugestimmt werden.
 
Und da sich das alles leicht sagen/schreiben lässt, wenn man nicht in einer psychische Abhängigkeit oder Drucksituation ist (also psychische Gewalt ausgeübt wird oder man der Meinung ist entgegen seines eigenen Willens vermeintliche gesellschaftliche Normen erfüllen zu müssen) ist Schweden den harten weg gegangen und sagt: es muss aktiv zugestimmt werden.

Wie soll das funktionieren, muss man dann Zeugen dabei haben oder braucht man die Zustimmung schriftlich?
 
Und da sich das alles leicht sagen/schreiben lässt, wenn man nicht in einer psychische Abhängigkeit oder Drucksituation ist (also psychische Gewalt ausgeübt wird oder man der Meinung ist entgegen seines eigenen Willens vermeintliche gesellschaftliche Normen erfüllen zu müssen) ist Schweden den harten weg gegangen und sagt: es muss aktiv zugestimmt werden.
Ich werte das mal als Zustimmung zu meinem Beitrag, etwas anderes geht aus dem undifferenzierten Vergleich mit der „symbolischen“ Gesetzgebung der Schweden ja nicht hervor.... Inhaltlich setzt Du Dich nicht damit auseinander, was ich Dir auch bei dem Thema nicht verübeln kann.

@eape : Dann klär uns mal auf...ich bin total gespannt. Wir reden hier über „echtes“ Strafrecht und Du weißt, wie das dann vor Gericht funktioniert ? Lass mal hören..... Dann können wir endlich den § 177 StGB in Deutschland anpassen.

Nix für ungut, aber das sind genau die Kommentare, die m. E. in dem Problemfeld gar nicht weiterhelfen.
 
Das hört sich ja erst mal gut und richtig an "es muss aktiv zugestimmt werden",
doch wie will man im Nachhinein beweisen, ob der Sex mit oder ohne aktive Zustimmung war.
Da steht es dann Aussage gegen Aussage.
Es steht auch Aussage gegen Aussage wenn, wie zumindest vormals, ein aktiver Widerspruch erfolgen muss. Das kann also nicht das Argument sein.
 
Und wie will man im Nachhinein beweisen, dass sie/er passiv "zugestimmt" hat? Seit wann sammelt man Beweise für die eigene Unschuld einer potentiell möglichen Straftat? Wenn man wirklich wegen Vergewaltigung angezeigt wird in so einem Fall, steht hier sowieso Aussage gegen Aussage, also wofür dann Zeugen? Wenn nicht gerade sie/er Zeugen hat, die das Gegenteil behaupten?

Sorry, aber das ist so unendlich dumm.

Und wie eine aktive Zustimmung aussieht, sollte man mit einen Minimum an Leseverständnis nachvollziehen können. "Ich will Sex mit dir." Oder halt eine Million andere Wege, die keine schriftliche Notiz benötigen.

EDIT:
Zwischen-Mingo.
 
Ganz einfacher Fall. Auf einer Party ist jemand sehr betrunken. Eine andere Person nutzt das sexuell aus. Es gibt Zeugen oder der Akt wird als Erinnerung aufgenommen. Es gibt sicherlich Fälle, in denen die Formulierung eingreift. Außerdem ist die Definition einer Straftat ja erst einmal unabhängig von der Beweisbarkeit.
 
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