Mingo
wohnt mietfrei in deinem Kopf
Ironischerweise zeigt die Art der Verteidigung auch wieder genau das Problem der Sozialwissenschaften: Anstatt anzuerkennen, dass in der sozialwissenschaftlichen Forschung tatsächlich ein systematisches Beweisbarkeitsproblem existiert und zu versuchen, die Ursachen zu bekämpfen, wird ein (wiederholter) Nachweis wie dieser gleich wieder reflexhaft als "populistischer Stumpfsinn" und "Triggering" abqualifiziert... und im Gegenzug wird dann aber rumgeheult, wenn die Sozialwissenschaften nicht als gleichwertig mit den MINT-Fächern angesehen werden.
Ironischerweise beweist du aber gerade nicht das, was du zu beweisen vorgibst und unterminierst damit deine eigene Argumentation, die ja darauf zu fußen scheint, dass die sogenannten MINT-Fächer aufgrund der allgemeinen wissenschaftlichen Gütekriterien den Sozialwissenschaften überlegen seien.
Aber wie gesagt, deine Argumentation ist nicht valide (oder ist es reliabel? Ich weiß es nicht, ich bin ja nur ein Sozialwissenschaftler).
Mal wieder ein Beleg für die Qualität der Peer Reviews in den Sozialwissenschaften: The conceptual penis as a social construct.
Du benutzt hier die bestimmten Artikel so, als ob es a) die Sozialwissenschaften gebe (und nicht verschiedenste Disziplinen, die ein breites wissenschaftliches Feld ergeben, innerhalb dessen es einen pluralen Diskurs gibt), b) in der alle Veröffentlichungen von einer solchen Qualität seien wie die hier verlinkte, und c) die Zeitschrift, in der der Aufsatz publiziert wurde, repräsentativen Charakter (bei einer Stichprobe n=1; sagt man das so im MINT-Jargon?) für Peer Review Journals in den Sozialwissenschaften hätte (und hier beißt sich dann die Katze in den Schwanz).
Und ja, genau diese Argumentation ist schlicht und ergreifend populistisch.
Eine entsprechende Hoax-Studie in einem auf Peer Reviews spezialisierten naturwissenschaftlichen Fachblatt wie z. B. der Science platziert zu bekommen, wäre schlicht AUSGESCHLOSSEN, da sie erst gar nicht durch die Qualitätsprüfung kommen würde, egal, wie verschwurbelt die Studie formuliert wäre.
Du ziehst ein - wie ich annehme - sehr renommiertes Peer Reviewed Journal zum Vergleich heran und sagst, dort wäre ein vergleichbar minderwertiger Artikel niemals veröffentlich worden. Ach was... Du vergleichst gerade einen alten, rostigen Fiat mit einem frisch polierten Ferrari.
In jedem anständigen sozialwissenschaftlichen Veröffentlichungsorgan wäre dieser Artikel ebenfalls nicht veröffentlicht worden. Und genau das ist ja der Punkt. Ja, der Aufsatz ist offensichtlich Müll. Und ja, auch das Magazin, in dem er veröffentlicht wurde, ist offensichtlich Müll.
Aber das ist eben nicht "[m]al wieder ein Beleg für die Qualität der Peer Reviews in den Sozialwissenschaften".
Sondern es ist der Beweis, dass (auch) in den Sozialwissenschaften schlechte Wissenschaft betrieben wird.
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Dann kann Helene nächstes Jahr gleich mitkicken nach ihrer Show