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Die große Sexismus-Debatte

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Sex sells... war doch schon immer so. Ich find die Kampagne auch extrem plump und schwach, aber naja. Ist jetzt in meinen Augen nix bei dem man drüber grübeln muss obs richtig oder falsch ist. Den Pepsi Dude gibts ja auch. Da find ich die Mädels bei der F1 die in knappen Höschen die Schirme halten damit die Heroes of 4 Rädern nicht kollabieren "erniedrigender."
 
Wir alle gucken uns halt lieber schöne Dinge/Menschen an.

Ich kann mich noch erinnern, als Dove damals angefangen hat mit "dicken" Frauen Werbung zu machen. Auch halbnackt, und natürlich hat man sich nur die hübschen "dicken" Frauen rausgesucht. Weil die immernoch schöner sind als "hässliche" Dicke. Die "hässlichen" Dicken haben sich aber dadurch mehr angesprochen gefühlt, weil halt wenigstens "dick" in der Werbung vorkam.

Diese Werbekampagne wurde damals sogar in den Himmel gelobt, da endlich mal nicht mehr die Magermodels herhalten sollten.
 
Das Interview mit Uli Hoeneß ist nun sicherlich kein Skandal, ganz im Gegenteil.
Es spiegelt vielmehr ziemlich gut wider, wie Menschen vom Schlag Hoeneß (60+, eher konservativ, Bayer, etc.) auf Männer und Frauen schauen und welche Geschlechterbilder dort vorherrschen.
Insofern ist es quasi das Gegenteil von skandlös, es ist vollkommen normal und alltäglich.

Auf der anderen Seite ist auch genau das das Ding. Menschen wie Hoeneß sagen einerseits etwas wie...
"[...]Ich möchte bei den Frauen sehen, dass sie elegant dribbeln und den Ball ins Tor schlenzen. Dass sie noch mehr das Schöne am Spiel zeigen, die Eleganz, die technische Raffinesse. Bei den Männern akzeptiere ich, dass einer mal bei einer Grätsche eine Verletzung des anderen in Kauf nimmt."
und keine 10 Sekunden später dann...
"(Frage: Wie ist denn generell Ihr Frauen-Bild, was macht eine moderne Frau aus?) Da liegt für mich in der Frage schon der Fehler. Weil sie ja impliziert, dass da ein Unterschied ist. Für mich ist die Gleichberechtigung aber voll da."
Und erkennen nicht mal den Widerspruch.
Aber das ist vielleicht sogar etwas, was man ihnen nicht mehr vermitteln kann in ihrem Leben.
Ich bin schon zufrieden, wenn heutzutage Generationen heranwachsen, die anders über Geschlecht denken und Frauen und Männer nicht in ein so starres Korsett von stereotypen Geschlechterbildern zwängen.
Zumindest ist das meine Hoffnung, aber ich bin da ganz guter Dinge.
 
Es werden sicher in Zukunft mehr Vorurteile und Hürden abgeschafft. Aber ich sehe es schon so, dass sich auch heute noch, auch junge Menschen, nicht nur in diesen Geschlechterbildern bewegen sondern auch sichtlich wohl fühlen.
 
Sicherlich, das zeigt ja auch einmal mehr wie gefestigt und sozial verankert diese Geschlechterkonstruktionen sind und wie tief sie in unsere Persönlichkeiten hineinwirken.
 
Jup, ist ungefähr wie bei unserer Sprache.

Gerade bei so Sachen wie Werbung ist Sexismus ja streng betrachtet allgegenwärtig. Bei uns Männern ja ebenso wie bei Frauen. Aktuelles Beispiel ist irgendein Rasierschaum für Männer für die Körperbehaarung. Braun gebranntes, gestähltes Sixpack, die eh schon perfekt glatte Brust wird nochmals rasiert. Wahrscheinlich sehen nur 0,8% der deutschen Männer so aus, und man wird es wohl sexistisch nennen. Aber was ist die Alternative bei einem Körper-Rasierschaum? Den stark behaarten Bodo aus Bottrop-Kirchhellen nehmen, der eher 70% der deutschen Männer repräsentiert? :ugly:

Werbung spricht unsere Instinkte an. Ich bin ein Mann. Ich stehe auf schöne Frauen. Ich schaue mir lieber schöne Frauen an als Frauen, die mich optisch nicht ansprechen. Frauen sehen lieber schöne Männerkörper als Schwabbelbäusche.

Man könnte die gesamte Werbebranche umkrempeln, so dass sie weniger sexistisch ist. Wie es das Kaufverhalten beeinflussen würde, weiss ich nicht. Aber ich bin mir relativ sicher, dass bereits nach kurzer Zeit die meisten Leute ihre "alte" Werbung gerne wieder haben würden. :D

Zu den stereotypischen Geschlechterrollen möchte ich noch sagen, dass sowohl Mann als auch Frau sicher auch gesellschaftlichen Halt darin finden. Wir leben in uns bekannten Bahnen. Und viele fühlen sich wohl darin. Ich hoffe, ich werde den möglichen gesellschaftlichen Umbruch nicht mehr miterleben. Sollen sich meine Kinder damit rumärgern. :D
 
Klar brauchen wir Halt und wollen in bekannten Bahnen leben.
Aber gesellschaftlicher Wandel (oder Umbruch, wie du sagst) ist ja nicht die neue Windows-Version, bei der auf einmal der Start-Button fehlt und bei der wir von heute auf morgen nicht mehr mit dem eigenen PC umgehen können. Sondern es ist das kontinuierliche Update unseres Betriebssystems, das im Hintergrund abläuft und bei dem Upgrades aufgespielt und Sicherheitslücken geschlossen werden, ohne das wir das groß merken würden.

Wenn man sich auf diesen Wandel einlässt, dann profitiert man auch vom gesellschaftlichen und sozialen Fortschritt, der damit einhergeht.
Aber klar, es gibt immer auch die Leute, die automatische Updates deaktivieren damit sich ja nichts verändert. Die Leute, die immer noch Windows 98 nutzen, weil es angeblich das beste Windows aller Zeiten ist. Die Typen, die dann bei der Hotline anrufen und sich beschweren, dass es den Treiber für den neuen Drucker nur noch ab Windows 7 und aufwärts gibt.

Das sind in meiner Analogie übrigens die Leute, die es als ihr gutes Recht betrachten heute noch Neger sagen zu dürfen.
 
Und selbst beim Betriebssystem gibt es immer wieder Updates und (erzwungene) Funktionen, die den Nutzern sauer aufstossen. Manchmal kommt es auch zu Shitstorms, wenn ein Hersteller wieder probiert, irgendetwas am Nutzer vorbei zu etablieren.

Optionale Updates sind daher eine gute Sache, erzwingen daher aber auch meist keinen grundsätzlichen Wandel.

Ich möchte übrigens nochmals deine Diskussionskultur hervorheben. Egal, wie unterschiedlich Meinungen auch sind, du bleibst immer auf einem hohen Niveau. Zudem pflegst du eine sehr gute Sprache, auch im Internet, wirfst nicht mit One Linern um dich, beherrschst und nutzt Satzzeichen und Gross- und Kleinschreibung. Das gefällt mir sehr. :dhoch:
 

raw
 
Klar brauchen wir Halt und wollen in bekannten Bahnen leben.
Aber gesellschaftlicher Wandel (oder Umbruch, wie du sagst) ist ja nicht die neue Windows-Version, bei der auf einmal der Start-Button fehlt und bei der wir von heute auf morgen nicht mehr mit dem eigenen PC umgehen können. Sondern es ist das kontinuierliche Update unseres Betriebssystems, das im Hintergrund abläuft und bei dem Upgrades aufgespielt und Sicherheitslücken geschlossen werden, ohne das wir das groß merken würden.

Wenn man sich auf diesen Wandel einlässt, dann profitiert man auch vom gesellschaftlichen und sozialen Fortschritt, der damit einhergeht.
Aber klar, es gibt immer auch die Leute, die automatische Updates deaktivieren damit sich ja nichts verändert. Die Leute, die immer noch Windows 98 nutzen, weil es angeblich das beste Windows aller Zeiten ist. Die Typen, die dann bei der Hotline anrufen und sich beschweren, dass es den Treiber für den neuen Drucker nur noch ab Windows 7 und aufwärts gibt.

Das sind in meiner Analogie übrigens die Leute, die es als ihr gutes Recht betrachten heute noch Neger sagen zu dürfen.
Da muss ich zugeben, du hast exakt mich beschrieben :gerri:
Bei meiner Stammeisbude werden übrigens Negerküsse verkauft, sind extra so ausgeschildert mit irgendeinem lustigen Spruch. Gut, du würdest es vermutlich nicht lustig finden. Der Laden ist halt auf DDR getrimmt und da steht dann Ostalgische Negerküsse oder sowas.

Egal, bei manchen Themen prallen halt Welten aufeinander. Wenn jemand meint es gibt 80 Geschlechter schüttel ich halt den Kopf und bin da anderer Meinung, aber soll halt jeder nach seiner Fasson glücklich werden. Leben und Leben lassen.
 
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