insgesamt liest man hier im thread hochtrabend von anscheinend soziokulturellen geschlechtern und dass es ja so viele davon gibt und am ende des tages ist das dann ein/e homosexuelle/r? oder jemand der von indianischen gesitern berührt wird und feminine wie maskuline gesiter in sich vereint? wie wäre es denn mal mit nem ernstzunehmenden beispiel? irgendwer der meint, er gehöre zum geschlecht der tische (jaja, jetzt bin ich wieder sarkastisch)... ich will hier keinem homosexuellen und auch keinem indianischen geistlichen zu nahe treten, aber wie sagt man so schön: come on!
Er will ein Beispiel für ein anderes Geschlecht. Ladyboys sind Männer und auch die Medizingeister haben eins von den beiden Geshlechtern, die an Menschen vergeben werden.
Was erwartet ihr denn als zusätzliches Geschlecht? Ein Wesen mit grüner Haut, Fell auf dem Rücken und zwei Hörnern auf der Stirn?
Selbstverständlich sind das Menschen wie du und ich, die entweder Penis oder Vagina haben (oder irgendwas dazwischen) und die
wir zweifelsfrei als Männer oder als Frauen identifizieren würden (und wenn wir es nicht könnten, dann wären wir uns zumindest sicher, dass wir es
entweder mit einer Frau oder mit einem Mann zu tun hätten). Für uns ist die Geschlechterdichotomie (Mann/Frau) eine der tiefgreifendsten Kategorien unseres sozialen Miteinander.
Um das viel diskutierte Beispiel der letzten Seiten aufzugreifen: diese Kategorie nehmen wir sogar dafür her, um zu unterscheiden, wer auf diese und wer auf jene Toilette gehen soll/muss. Der Grund dafür ist aber
gerade nicht, dass durch die verschiedenen Toiletten verschiedene Bedürfnisse befriedigt werden, die sich unmittelbar aus dem "Frausein" oder "Mannsein" (im Sinne von: Penis oder Vagina haben) ableiten ließen. Denn am Ende des Tages wird auf dieser wie auf jener Toilette das gleiche gemacht: gekackt und gepisst. Der Grund für eine Trennung von Toiletten ist alleine der, wie sich "Männer" und "Frauen" in unserer Gesellschaft sozial begegnen und dass wir als Gesellschaft offensichtlich der Meinung sind, kacken und pissen, das sollen Männer unter sich tun und Frauen unter sich.
Das nur nochmal zur Verdeutlichung, wie sehr die Geschlechterkategorie in unser soziales Miteinander eingreift.
Das vorausgeschickt nenne ich euch ein weiteres Geschlecht, dass sogar hierzulande lange Zeit eine ganz entscheidende Kategorie war, in der gesellschaftlich nach diesem und jenem Geschlecht unterschieden wurde.
Das Adelsgeschlecht. Trägt Geschlecht sogar im Namen.
Es gab eine Zeit, da wurde gesellschaftlich nach adelig und nicht-adelig unterschieden. Das war eine Unterscheidung, die gemacht wurde, noch bevor überhaupt nach Frau und Mann unterschieden wurde.
Eine Adelige, die aufs selbe Klo geht, wie eine nicht-adelige Person? No fucking way! Ein Adeliger, der eine Bürgerliche heiratet? Are you kidding me?!
Können wir nun unsere bestehende dichotome Kategorisierung (Mann/Frau) wie eine Schablone hernehmen und auf die damalige Gesellschaft legen und sagen "schön und gut, ob nun Adel oder Bürgertum, im Prinzip waren es ja doch einfach nur Männer und Frauen"?
Ja, natürlich können wir das. Aber wenn du das damals jemandem gesagt hättest, hätte er oder sie dich angeschaut, als ob du vom Mond kämst.
Und so geht ihr auch an andere Geschlechtereinteilungen anderer Kulturen ran. Selbstverständlich können wir unsere Schablone namens Mann/Frau anlegen und uns Bauklötze wundern, dass wir am Ende halt doch wieder nur Männer und Frauen sehen. Der 'Gag' an der Sache ist ja gerade, dass andere Kulturen und Gesellschaften eben andere Schablonen heranziehen bzw. herangezogen haben um andere Geschlechterkategorien anzuwenden, als wir es mit unserer Schablone tun.
Das ist so, als würden wir uns mit jemandem über Farben unterhalten und wir kennen aber nur die Grundtöne Rot, Grün und Gelb.
Die Person gegenüber erzählt dir dann von Lila, und du sagst "Ach, du meinst dieses Rot mit etwas Blauanteil".