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Die große Sexismus-Debatte

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ach Gottchen.... nun denn:

1) Ich hab meinen Zivi in einer Behinderteneinrichtung gemacht und nach den 12 Monaten sogar noch ab und zu ehrenamtlich ausgeholfen. War ne Superzeit in der ich ne Menge gelernt hab. Ich hatte mit leicht bis schwerbehinderten zu tun...

2) kommt bei mir "behindert" im Sprachgebrauch normal nicht vor, bei mir heissts einfach "deppat". Nur schreib ich das hier in nem deutschen Forum net.

3) Man sollte Leute nicht nur nach dem Gebrauch bestimmter Wörter beurteilen...
 
Ich hab die zitierten Personen diesmal übrigens komplett wertfrei zitiert. Das waren einfach die ersten Ergebnisse und ich wollte bloß die Aussage mit den 13-16 jährigen widerlegen. :)
 
Zu der Sache mit dem "Arzt denkt sich "geil"". Ich habe in meinem Beruf mit sehr vielen leicht bekleideten und nackten Frauen zu tun. Nicht nur nackt sondern auch erotisch insziniert wenn es zB Bilder für den Freund werden. Ich muss sagen dass ich das sehr strikt trennen kann, wenn ich Frauen so fotografiere sehe ich nur die Pose und die Optik sonst nichts. Das macht einen weder an noch denkt man sich dabei geil, Frauen sehen nackt sowieso alle gleich aus.
Trotzdem gibt es viele Frauen die lieber von einer Frau fotografiert werden möchten was meine Kollegin dann macht, es gehört zum guten Ton sowas vor einem Shooting zu fragen.
 
Marteinstein halt. Ein Vertreter der "das wird man ja wohl noch sagen dürfen"-Fraktion, der schon mal über die Notwendigkeit von Behindertenparkplätzen sinniert, weil ja schließlich "die meisten Behinderten gerne behandelt werden möchten wie andere Leute auch" und die Enttäuschung bei der Parkplatzsuche schließlich "eine allgemein menschliche Grunderfahrung der Moderne" sei.
Jemand, der Black Facing für nicht shitstorm-würdig erachtet, der das Modell Unisex-Toilette durch eine kleine Notlüge für unnötig erklärt.
Dieser Harald Martenstein hat hier also seinen schon im Jahre 2009 schlecht recherchierten Feldzug gegen Gender Theorien mit einigen skurilen Anekdoten bespickt und seine komplette Ignoranz gegenüber dieser Wissenschaft nochmal zu Papier gebracht. Allein das Zitat, mit dem er mal eben das gesamte Schaffen Judith Butlers auf den Punkt zu bringen versucht (oder eben nicht versucht). Pure Meinungsmache.
Man darf übrigens gerne in all diesen Punkten mit Martenstein übereinstimmen, sei es bei den Behindertenparkplätzen, dem Black Facing, den Unisex-Toiletten oder den Gender Theorien.
Ich will das eben nur einordnen, nicht dass jemand denkt, dass die Gender Theorien tatsächlich genau so sind, nur weil es in der ZEIT in der Wissensrubrik steht. Der Bericht ist in etwa so objektiv wie ein Beitrag von WISO über Videospiele.
 
Aber das Axiom, es gäbe neben der biologischen keine weitere Dimension von Geschlecht, sollte auch nicht unangetastet bleiben dürfen.
Darüber hinaus habe ich niemals behauptet, dass es das biologische Geschlecht nicht gäbe. Und es ist auch Mumpitz zu behaupten, die Gender Theorie ginge von diesem Axiom aus und setze alles daran, diesen Standpunkt irgendwie zu beweisen.
 
Ich frage mich halt nur "warum?" ich verstehe das Gleichberechtigung ein wichtiges Thema ist, was ich nicht ganz nachvollziehen kann ist warum man Fehler in der Entwicklung von Kindern sucht. Erziehung, ok, aber darum geht es hier ja nicht mal. Man spricht von Unterbewussten Prozessen, ein Vorleben von Gesellschaft und Medien, selbst von alltäglichen Dingen. Alles könnte Einfluss auf die Entwicklung haben, soll es aber nicht. Warum? Sowas impliziert doch das heutzutage die Kinder stark benachteiligt sind weil sie an allen Ecken und enden in ihrer Entwicklung negativ beeinflusst werden. Wollen wir jetzt ein soziales Vakuum für unsere Jugend schaffen um möglichst neutrales aufwachsen zu ermöglichen? Was hätten unsere Kinder davon und was ist schlimm daran eine Vielfalt an Typen durch verschiedene Einflüsse zu haben?
 
Ich habe keine Lust hier große Erklärungen zu schreiben. Aber grob gesagt ist die Herangehensweise komplett falsch. Ein Axiom aufzustellen, das du hier auch schon öfters genannt hast, das falsch ist, und daraus eine Wissenschaft zu konstruieren ist einfach sinnlos.
Sorry, aber gestern ist mir das nicht so aufgefallen:
Ich habe hier im Threadverlauf mehrmals ein Axiom genannt, das (bewiesenermaßen?) falsch ist? Ich respektiere, dass du keine Lust hast große Erklärungen zu geben. Aber kannst du mir dieses Axiom nennen, dass ich hier angeblich einbringen würde?

@SirHorst: Ich muss zunächst vorweg schicken, dass ich nicht zum Anwalt der Gender Studies gemacht werden will, ich habe zwar - auch studienbedingt - den ein oder anderen Einblick in diese Wissenschaft, würde mich dennoch nicht als Versteher oder gar Verfechter ebendieser sehen.
Auf welcher Grundlage diskutieren wir eigentlich über Geschlechterforschung? Ich hoffe nicht auf Grundlage von Martensteins Artikel, denn das wäre ungefähr so fruchtbar, als mit Eltern über Sinn und Unsinn von "Killerspielen" zu diskutieren, die darüber zufällig mal einen Beitrag im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesehen haben.
Mir wäre es vollkommen neu, dass das primäre Augenmerk von Geschlechterforschung darauf liegt, "Fehler in der Entwicklung von Kindern" zu suchen. Ich verweise an dieser Stelle einmal mehr auf Wikipedia:
Wikipedia schrieb:
Forschungsinhalte sind u.a.:
  • die Geschlechterzuweisung durch Kultur und anderen gesellschaftlichen Organisationsformen,
  • die Machtverhältnisse, die aus der Unterscheidung von „männlich“ und „weiblich“ resultieren,
  • der Prozess des Unterscheidens zwischen den Geschlechtern sowie dessen Hintergründe und Auswirkungen.
  • soziale Ungleichheit zwischen den Geschlechtern (systematische Benachteiligung im Beruf und in Sozialpolitik usw. wegen des Geschlechts), insbesondere durch Androzentrik[9]
  • soziale Stellung der Geschlechter innerhalb der Gesellschaft (Patriarchat, Matriarchat, Frauenwahlrecht)
  • vergeschlechtlichte Arbeitsteilung als Gesellschaftsstruktur (etwa durch die kapitalistische Unterscheidung von Produktion und Reproduktion)
  • Praktiken der Erzeugung der Geschlechterdifferenz („doing gender“)
  • mediale Präsentationen und Repräsentationen von Geschlecht, z. B. in Film, Literatur, Kunst, Werbung usw.
  • Verschränkung der Differenzachsen Geschlecht, Klasse (oder Schicht, Milieu usw.), Ethnizität/Hautfarbe, Sexualität.
  • Geschlechterpädagogik
  • Queer-Theorie
  • Frauen- und Männerforschung gemeinsam und getrennt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Studies
Geschlechterpädagogik ist also ein kleiner Punkt von vielen. Und auch da würde ich keinen Teufel an die Wand malen und das Schreckensgespenst einer bedrohten Vielfalt bemühen. Vielmehr besteht hier in meinen Augen auch die Chance Kindern mehr Vielfalt zu bieten, indem gerade in Kinderwelten ünnötige Geschlechterkategorien hinterfragt werden. Dazu muss man nur mal in ein Spielzeuggeschäft gehen und schauen, für welches Alter bereits geschlechterspezifisches Spielzeug angeboten wird oder sich fragen ob Kleinkinder unbedingt in rosa bzw. blaue Uniformen gesteckt werden müssen, damit auch ihre Umwelt sofort weiß, was sich unter ihrer Windel verbirgt.
Auch an dieser Stelle der Hinweis, dass ich keine Ahnung habe, ob das wirklich die Inhalte von Geschlechterpädagogik sind oder ob diese Disziplin vielleicht ganz andere Dinge im Auge hat. Und es darf auch jede*r für sich entscheiden, dass er*sie das nicht so sieht.
Aber zu sagen, dass sich die Wissenschaft nicht mit den oben aufgeführten Themenfeldern beschäftigen sollte, dass nach der sozialen Dimension von Geschlecht nicht gefragt werden sollte, das halte ich für wissenschaftsfeindlich und anmaßend.
 
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