Ich habe keine Lust hier große Erklärungen zu schreiben. Aber grob gesagt ist die Herangehensweise komplett falsch. Ein Axiom aufzustellen, das du hier auch schon öfters genannt hast, das falsch ist, und daraus eine Wissenschaft zu konstruieren ist einfach sinnlos.
Sorry, aber gestern ist mir das nicht so aufgefallen:
Ich habe hier im Threadverlauf mehrmals ein Axiom genannt, das (bewiesenermaßen?) falsch ist? Ich respektiere, dass du keine Lust hast große Erklärungen zu geben. Aber kannst du mir dieses Axiom nennen, dass ich hier angeblich einbringen würde?
@SirHorst: Ich muss zunächst vorweg schicken, dass ich nicht zum Anwalt der Gender Studies gemacht werden will, ich habe zwar - auch studienbedingt - den ein oder anderen Einblick in diese Wissenschaft, würde mich dennoch nicht als Versteher oder gar Verfechter ebendieser sehen.
Auf welcher Grundlage diskutieren wir eigentlich über Geschlechterforschung? Ich hoffe nicht auf Grundlage von Martensteins Artikel, denn das wäre ungefähr so fruchtbar, als mit Eltern über Sinn und Unsinn von "Killerspielen" zu diskutieren, die darüber zufällig mal einen Beitrag im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesehen haben.
Mir wäre es vollkommen neu, dass das primäre Augenmerk von Geschlechterforschung darauf liegt, "Fehler in der Entwicklung von Kindern" zu suchen. Ich verweise an dieser Stelle einmal mehr auf Wikipedia:
Wikipedia schrieb:
Forschungsinhalte sind u.a.:
- die Geschlechterzuweisung durch Kultur und anderen gesellschaftlichen Organisationsformen,
- die Machtverhältnisse, die aus der Unterscheidung von „männlich“ und „weiblich“ resultieren,
- der Prozess des Unterscheidens zwischen den Geschlechtern sowie dessen Hintergründe und Auswirkungen.
- soziale Ungleichheit zwischen den Geschlechtern (systematische Benachteiligung im Beruf und in Sozialpolitik usw. wegen des Geschlechts), insbesondere durch Androzentrik[9]
- soziale Stellung der Geschlechter innerhalb der Gesellschaft (Patriarchat, Matriarchat, Frauenwahlrecht)
- vergeschlechtlichte Arbeitsteilung als Gesellschaftsstruktur (etwa durch die kapitalistische Unterscheidung von Produktion und Reproduktion)
- Praktiken der Erzeugung der Geschlechterdifferenz („doing gender“)
- mediale Präsentationen und Repräsentationen von Geschlecht, z. B. in Film, Literatur, Kunst, Werbung usw.
- Verschränkung der Differenzachsen Geschlecht, Klasse (oder Schicht, Milieu usw.), Ethnizität/Hautfarbe, Sexualität.
- Geschlechterpädagogik
- Queer-Theorie
- Frauen- und Männerforschung gemeinsam und getrennt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gender_Studies
Geschlechterpädagogik ist also ein kleiner Punkt von vielen. Und auch da würde ich keinen Teufel an die Wand malen und das Schreckensgespenst einer bedrohten Vielfalt bemühen. Vielmehr besteht hier in meinen Augen auch die Chance Kindern mehr Vielfalt zu bieten, indem gerade in Kinderwelten ünnötige Geschlechterkategorien hinterfragt werden. Dazu muss man nur mal in ein Spielzeuggeschäft gehen und schauen, für welches Alter bereits geschlechterspezifisches Spielzeug angeboten wird oder sich fragen ob Kleinkinder unbedingt in rosa bzw. blaue Uniformen gesteckt werden müssen, damit auch ihre Umwelt sofort weiß, was sich unter ihrer Windel verbirgt.
Auch an dieser Stelle der Hinweis, dass ich keine Ahnung habe, ob das wirklich die Inhalte von Geschlechterpädagogik sind oder ob diese Disziplin vielleicht ganz andere Dinge im Auge hat. Und es darf auch jede*r für sich entscheiden, dass er*sie das nicht so sieht.
Aber zu sagen, dass sich die Wissenschaft nicht mit den oben aufgeführten Themenfeldern beschäftigen sollte, dass nach der sozialen Dimension von Geschlecht nicht gefragt werden sollte, das halte ich für wissenschaftsfeindlich und anmaßend.