Ich glaube worüber wir hier grade angeregt diskutieren ist in 1-2 Generationen kein Thema mehr, und das ganz sicher nicht wegen einem *innen oder wegen den Ultras unter den Feministinnen.
Ich glaube und hoffe auch, dass unsere Gesellschaft in 10,20 oder 30 Jahren diesbezüglich weiter und fortgeschrittener ist und darüber nicht mehr in der Form diskutiert wird.
Dennoch finde ich es anmaßend zu behaupten, dass dies kein Verdienst engagierter Feminist*innen gewesen sein wird (und damit meine ich nicht Alex oder mich). Denn natürlich spielen Vorreiter*innen, Opinion Leader, Early Adopters, etc. eine große Rolle, wenn es darum geht lange anerkanntes verkrustetes gesellschaftliches Denken zu durchbrechen. Genau so wie die Wissenschaft eine wichtige Rolle spielt, feministische Theorien, Gender Studies, etc.
Wir fotografieren grad nen Studentenkalender in dem Frauen sind, was sich die Feministen der Uni da letztes Mal aufgeregt haben dass der Kalender nicht Studentinnenkalender heißt
Wenn das an unserer Uni stattgefunden hätte, wäre ich einer der Feminist*innen gewesen, die sich darüber aufgeregt hätten. Einfach weil ich es unnötig finde, es gäbe doch bestimmt genügend elegante Wege den Kalender so zu benennen, dass aus dem Namen ersichtlich wird, dass beide anerkannten Geschlechter in dem Kalender vertreten sind.
na.... man muss da gar nicht in die Pfleger-Berufe gehen..... ein Bekannter von mir ist Erzieher in einer Kita.... was gab es da erst mal einen #Aufschrei wie es bekannt wurde das da ein Mann arbeiten soll....seltsamerweise waren mehr Frauen dagegen und haben sogar eine Unterschriften Aktion gestartet, das er da nicht arbeiten soll.... jaja.... die gute Toleranz
Ich weiß gar nicht, warum du mit diesem süffisanten Grinse-Smiley abschließen und damit suggerieren musst, dass mit zweierlei Maß gemessen würde.
Die Eltern, die gegen männliche Erzieher mit Fackeln und Mistgabeln auf die Straße gehen, sind mit Sicherheit nicht diejenigen, die begriffen haben um was es in der Geschlechterdebatte geht.
Und wie schon angemerkt wurde: der feministische Diskurs ist kein Kampf Männer gegen Frauen. Auch wenn es viele Männer so auffassen.
Naja, grade Hebamme ist schon ein Beruf, den eher Frauen machen sollten. Erstens weil wir Männer uns in diese Situation nicht wirklich reinfühlen können, zweitens weil halt viele Frauen verständlicherweise ein Problem damit haben, wenn ihnen ein fremder Mann in die Muschi glotzt und fasst. Frauenärzte sind das selbe Thema.
Meine Freundin z.B. würde niemals zu einem männlichen Frauenarzt oder nem Entbindungspfleger gehen.
Dass deine Freundin zu einer weiblichen Frauenärztin und zu einer weiblichen Entbindungspflegerin gehen will, bleibt ihr unbenommen. Ihre und deine persönliche Sichtweise zu dem Thema will ich gar nicht in Frage stellen.
Ein Problem habe ich mit der Formulierung, dass Männer den Beruf nicht ausüben
sollen und sich per se nicht in "weibliche Situationen" hineinfühlen
können.
Wie bereits bemerkt wurde, gibt es etliche Frauen, die kein Problem damit haben, zu einem männlichen Frauenarzt zu gehen sowie ihr Baby von einem männlichen Entbindungspfleger entbinden zu lassen. Warum also
sollen Männer diese Berufe nicht ausüben dürfen/wollen/können?
Und so super "verständlich" ist es imo nicht, dass die Vagina per se ein sexualisiertes Körperteil ist, das auch bei durch und durch medizinischen Vorgängen wie Abstrich, Entbindung, etc. automatisch einen sexuellen Reiz verströmt.
Das schlägt in die selbe Kerbe:
Glaub mir, das was Hebammen sehen ist noch 100x intimer als das, was Frauenärzte sehen.
Klar ist es nach wie vor der sogenannte "Intimbereich", aber das letzte, an das ich bei einer Geburt denke, ist die sexuelle Anziehungskraft, die von der Vagina ausgeht, aus der gerade ein Baby gepresst wird.
Wenn sie die Wahl haben, werden 99,9999% der Frauen bzw. deren Begleiter keine männliche Hebamme wollen.
Die Quote ist natürlich reinster Humbug und Übertreibung pur.
"Problem" ist halt: Er ist ein Mann. Wenn da n junges, hübsches Ding reinkommt, wird der innerlich grinsen und das alles nicht nur aus der distanzierten Medizinerperspektive sehen. Da kann er sagen was er will.
Halte ich für Blödsinn. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass es Männer gibt, die es so sehen würden wie du es beschreibst. Aber ebenso halte ich es für ausgemachten Blödsinn, dass es keine Männer geben soll, die nicht automatisch von einer unten rum entblößten Frau, die sie im nächsten Moment ärztlich untersuchen sollen, sexuell erregt werden.
Ihr füttert die Mär und das Geschlechterklische vom omnipotenten Mann, der immer kann und will. Das ist ja auch der Grund, warum dem männlichen Kindergärtner sofort Pädophilie angedichtet wird, denn der Mann trägt ja immer seinen Sexualtrieb mit sich.
Eine Frau muss erst verführt und erobert werden, bis sie Lust auf Sex bekommt. Aber im Penis des Mannes wird ja gemeinhin sogar dessen Gehirn vermutet.
Davon ab kommt imo die Problematik, dass ein Mann niemals frauenspezifische Probleme so nachvollziehen kann wie eine Frau, die damit eigene Erfahrungen hat.
Aus dem Grund würd ich auch bei geschlechtsspezifischen Problemen niemals zu nem weiblichen Arzt gehen.
In Paderborn bin ich immer auf dem Weg zur Uni an der Hebammenschule vorbeigefahren. Ich würde schätzen, dass 98% der Hebamenschülerinnen noch keine eigenen Kinder geboren haben, sobald sie in den Beruf einsteigen.
Wo also ist das Mehr an Erfahrung gegenüber einem männlichen Hebamenschüler?
Genau das gleiche beim Frauenarzt oder Frauenärztin bzw. beim Urologen oder Urlologin.
Was mache ich, wenn ich eine Nebenhodenentzündung mit unglaublichen Schmerzen habe, mein männlicher Urlologe diese Erkrankung aber nie hatte und sich gar nicht vorstellen kann, wie sich das anfühlt? In einem solchen Fall würde ich doch meinen, dass eine weibliche Ärztin das gleiche Vorstellungsvermögen aufbringen kann und mich genauso gut ärztlich versorgen kann, wie es ein Mann könnte.
Im übrigen war ich einmal beim Urologen, weil mir das Vorhautbändchen gerissen ist und ein medizinischer Eingriff von Nöten war.
Der Doktor war ein Mann und er hat auch das Skalpell bedient.
Aber was meint ihr, wer ihm assistiert hat, meinen Penis desinfiziert hat, etc. ? Das waren natürlich zwei Frauen, Arzthelferinnen. Und das letzte, was ich in diesem Moment gedacht habe ist, ob die beiden wohl von meinem Gemächt beeindruckt sein würden oder nicht.
Und wie würdet ihr in folgendem Fall entscheiden: ihr oder eure Frau/Freundin hat die Wahl zwischen einem schwulen Frauenarzt und einer lesbischen Frauenärztin.
Und im nächsten Schritt: ihr oder eure Frau/Freundin hat die Wahl zwischen einem Frauenarzt und einer Frauenärztin, über deren sexuelle Ausrichtung ihr nichts wisst.