Okay, wie schlimm konnte es werden? Der Trailer war...hmm...okay, aber nicht wirklich ein selling point für mich. Andererseits war die Serie genaugenommen auch infantiler Trash, der in allererster Linie von seinen Figuren lebte. Und darüber hinaus bin ich mittlerweile durch diverse Videothekendebakel mehr als gestählt, um auch einen Durchhänger im Kino zu verkraften. Blöd nur, dass ich kürzlich The Expendables gesehen habe und der hat die Latte für beknackte Gruppenaction doch recht hoch gelegt.
Aber es geschehen tatsächlich noch Zeichen und Wunder. Der Trailer wird dem Film nicht wirklich gerecht. Wenn man es genau nimmt, dann ist der Film exakt das, was die Serie gewesen wäre, hätten die Macher das Budget gehabt - nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Der erste Punkt, der ziemlich bemerkenswert ist, ist dass wir es hier mit einer Actionkomödie zu tun haben, die sich von Anfang bis Ende nicht ernst nimmt. Dann merkt man sehr schnell, dass die Darsteller ziemlich viel Spaß an der Sache hatten - manche etwas zuviel, denn bei Bradley Cooper wirkt das Ganze mitunter doch etwas aufgesetzt. Letztendlich konnten die Macher hier aber einen mehr als würdigen Ersatz der alten Truppe zusammenwürfeln und so das A-Team einerseits ins 21. Jahrhundert bringen, andererseits aber auch den gewissen Charme des Originals wahren (Schnauze, ihr elenden Fanboys

). Und zu guter Letzt passt sich auch die Handlung stimmig an die Moderne an. Der Film macht das einzig Richtige, indem er die Geschichte erzählt, wie aus den ehemaligen Elitesoldaten die Söldner der Serie wurden. Damit ist der kinowürdige Rahmen sichergestellt. Ich bezweifle, dass es auf der Leinwand cool gewirkt hätte, wenn man dort gezeigt hätte, wie Hannibal & Co. einem Taxiunternehmen dabei helfen, nicht von der bösen Konkurrenz per Magenschwinger und zertrümmerter Windschtzscheibe geschluckt zu werden.
Trotzdem enthält der Film aber alle Elemente der Serie: Raffinierte Pläne, Basteleien, Frotzeleien unter den Teammitgliedern und eine dezent über Bord geworfene Logik - und das alles andere als schlecht umgesetzt.
Auch die Action vollzieht den Schritt auf die Leinwand recht gut. Gravierenster Unterschied ist wohl der Punkt, dass dieses Mal so einige Leute ins Gras beißen. Ansonsten ist das alles ziemlich over the top. Gleichzeitig sorgt aber der Film auch mit seiner augenzwinkernden Haltung dafür, dass sich auch die absurdesten Szenen gut ins Geschehen einfügen.
Als Fazit kann ich nur sagen, dass ich mit dem A-Team mächtig viel Spaß hatte und das ist weitaus mehr, als ich im Vorfeld erwartet habe. Der Film ist viel besser als man durch den Trailer glauben mochte und wenn man die Serie mochte, sollte man dem Streifen durchaus eine Chance geben. Man sollte nicht zuviel von dem Gesehenen hinterfragen und beim Anblick vom Kölner Dom am Frankfurter Bahnhof fragt man sich schon, ob das die übliche hollywoodsche Topographie (wir drehen für Amis und die merken 'eh nix) oder eben einen ironischen Seitenhieb darstellt. Wenn man sich darauf einlässt, dann kriegt man einen durchaus kurzweiligen und spaßigen Bummbummfilm vorgesetzt. Und was bitte kann man vom A-Team mehr erwarten?
7/10