Ich bin der Ansicht, dass jedes Open-World-Spiel gleich ist.
Der Meinung bin ich nicht. Am Beispiel der zwei Open World Spiele die ich persönlich für die besten OW Titel dieser Gen halte...
The Witcher 3
Hat nicht nur augenscheinlich dasselbe Open World Design wie andere OWs der Marke Ubisoft ABER es strotzt dennoch nur so vor denkwürdigen Momenten und Charakteren, wie sie mir für gewöhnlich nur durch inszenierte Titel bieten können. Neben Rockstar der einzige Entwickler der im Open World Genre eine Inszenierung auffährt wie sie andere nicht einmal in ihren linearen Titeln hinbekommen, in einer Fülle und Qualität wie sie jedoch sogar Rockstar selbst bisher noch nicht abliefern konnte (bin gespannt wie sich RDR2 schlägt, als erster "Next Gen" Titel von Rockstar).
In einem Witcher erkunde ich die atmosphärische Welt und stoße währenddessen immer wieder auf kleine und größere Geschichten, die mich fabelhaft unterhalten und diese Welt in ihrer Gesamtheit bereichern. Das Gameplay eines Witchers ist zwar recht simpel, um nicht zu sagen sogar etwas dürftig aber das stört mich hier nicht, da mich diese Welt durch ihre Geschichten bei Laune hält und diese Geschichten wiederum hauchen der Welt Leben und Charakter ein. Da war es mir egal ob mich das eigentliche Gameplay bereits nach 30 Stunden angeödet hat, ich bin dem Spiel wegen seiner anderen Qualitäten an den Lippen geklebt.
Xenoblade Chronicles X
Das ist das andere Extrem. Die Story hier ist recht dünn und die Quests haben MMO Format aber das üppige und sehr komplexe Gameplay alleine (sowie dessen Welt) konnte mich sagenhafte 100+ Stunden bestens bei Laune halten. Ein Problem welches ich bei den meisten Open World Spielen habe ist, dass ihre eigentliche Gameplay Substanz selten ausreicht um mich 20-30 Stunden bei Laune zu halten. Ja, ich habe Zelda auch dafür kritisiert aber dieses hat mich immerhin bis zu 40 Stunden bei Laune gehalten, bevor ich dann auf das Ende zusteuern musste, weil die Luft raus war. Das ist eine Zeit von der die meisten OW Titel bei mir nur träumen können. Bei einem XBCX hatte ich hingegen zu der Zeit noch nicht einmal alles gesehen bzw. standen mir noch nicht einmal alle Gameplay Systeme zur Verfügung. Hatte da gerade mal seit ein paar Stunden meinen ersten Mech, der mir wieder einen weiteren, umfangreichen Gameplay Layer bescherte sowie die Komplexität des Spiels noch weiter steigerte und da war ich immer noch ein paar Stunden von zB dem Flugmodul entfernt, welches die Exploration Komponente im Alleingang völlig umkrempelte und mich Orte entdecken ließ die mir zuvor verwehrt blieben.
Ein anderes Beispiel aus der letzten Gen, welches gar keine der Stärken der vorher genannten Spiele besitzt:
Skyrim
Das Spiel hat weder gutes Gameplay noch eine gute Geschichte aber eine fabelhaft gestaltete Welt, mit dem besten Environmental Storytelling überhaupt. Das ist nicht nur eine schöne Kulisse, sondern diese Kulisse verfügt auch über reichlich Inhalt, der nicht nur durch Cut Scenes oder Texte serviert wird, sondern durch außerordentlich ausgeklügeltes Welten Design, welches ich begierig aufgesogen habe.