Mandos schrieb:Mir ist natürlich wohl bewußt, dass es für verschiedene Bewegungen Helfsbewegungen geben muss. Wo ist denn da aber wieder das Problem.
Das Problem liegt daran, dass dadurch eben nicht die Immersion verstärkt wird, wie du es dir vorstellst. Du hättest dann lediglich ein anderes Kontrollschema. Statt Buttons zu lernen, musst du lernen, wo du mit deinen Armen hindeuten musst, damit die Figur irgendwas macht. Du wirst dich ihr trotzdem nicht näher verbunden fühlen, weil sie eben völlig andere Dinge tut als du.
Und wenn ich das hier sehe:
[vid]http://www.gametrailers.com/video/e3-2011-mass-effect/714804?type=flv[/vid]
dann frage ich mich auch, was das soll. Natürlich ist das die einzig praktikable Lösung. Aber WIE um alles in der Welt soll es die Immersion steigern, wenn ich ein paar kurze Stichpunkte vorlese und der Charakter wiederholt das dann nochmal? Das wirkt eher so, als hätte Shepard einen Mann im Ohr, der ihm Dinge einflüstert.
Und Teamkoordination via Stimme? Klingt nett. Aber der Typ legt Positionen und Ziele immer noch mit dem Pad fest und sagt dann, wer was tun soll. Imo auch vollkommener Schwachsinn, denn bevor man den Satz raushat, hat man per reiner Pad Kontrolle 3 Kommandos verteilt. Wo das einen völlig neuen Level von Kontrolle bringen soll, darf mir auch mal einer erklären.
Deckungsgameplay ist auch wieder so eine Sache. Es ist natürlich vollkommen klar, wie sowas theoretisch umsetzbar wäre. Aber wieviele Kniebeuge hätten's denn gern? So oft wie man bei Gears & Co hinter einer Mauer abduckt - das wird ein echtes Workout. Dazu noch durch den Level laufen etc. nicht schlecht. Wenn das Realität wird, dann spielen die bei The biggest Loser demnächst nur noch Kinect.
Und es hapert übrigens nicht an der Technik. Es hapert an den Dingen, die ich schon genannt habe. EA hat z.B. Fight Night nicht kinectkompatibel gemacht, weil die Spieler das konditionell nicht durchstehen würden (und dabei ist noch nicht mal eingeflossen, dass man sich per Kinect unmöglich durch den Ring bewegen kann).
Und die anderen Dinge werden die Entwickler natürlich auch schon durchprobiert haben. Nur merkt man eben, was das für eine Zumutung ist, wenn man es mal 30 Minuten am Stück gemacht hat. Marcus Fenix wird sich auch beim 100.000sten Mal easy aus der Deckung erheben. Mandos vorm TV wird aber schon beim 100sten Mal nur noch ächzend hochkommen und beim zweihundertsten Mal wahrscheinlich eher sitzenbleiben und auf die Controllersteuerung switchen.
- sprich, abgeschürfte Kniee, kaputte Deckenlampen, Blut an Decke und Wand etc. Ich kann mich da nur wiederholen - man kann sich nicht vorstellen wenn man es nicht selbst erlebt hat. Wobei gerade das Beachvolleyball eben das Extrem-Paradebeispiel für Kinect ist.
Und wenn alles andere für dich uninteressant ist, ist das eben so. Ganz klar. Bei mir ist das eben anders. Ich lasse mich gerne auf dieses "langweiligere" Gameplay ein, weil ich mir für mich dadurch eine andere Spieleerfahrung erhoffe und sie aktuell teilweise ja auch schon bekomme, wie die die ich bisher bekomme. Und darum bin ich, der aktuell extrem Shooterübersättigt ist, eben froh. Ich möchte auf der anderen Seite auch nicht ständig vorm Bildschirm herum turnen. Die Couch ist auch bei mir mein Platz Nummero Uno. Aber ich bin für die Abwechslung froh. In meinen ewig langen Ausführungen wollte ich ja auch nur darstellen was für mich Vorstellbar und interessant ist.

