Mein trauriges Highlight war ja schon die Begründung, dass die Zahlen aufgrund der Herbstferien sinken. Die es zu dem Zeitpunkt in 8 von 16 Bundesländern noch gar nicht gab und in 4 Bundesländern erst seit einem (!) Tag(
https://konsolentreff.de/themen/coronavirus-covid-19.31058/seite-2141#post-4990707).
Und das nur weil er nicht akzeptieren konnte, dass es das erste mal keine Maßnahmen gab und die Welle trotzdem gebrochen ist. So wie in jedem anderen Land. Und wie Wellen nun mal verlaufen, ob nun mit Maßnahmen oder ohne - wellenförmig. Deswegen wehren sich auch die Bundesländer weiterhin gegen die Einführung, da es inzwischen (mit Omikron, Impfungen, über 98% Grundimmunität, usw usw) schlicht keinen Unterschied macht - wie es alle anderen Länder seit Monaten vormachen und gemerkt haben. Sie stehen weder signifikant besser da, noch schlechter. Und auch wenn hier im Thread noch vor ein paar Monaten ein paar Leute meinten "Ja warte mal ab, dann kommen in den anderen Ländern auch wieder Maßnahmen!" - Nein, in keinem Land kam etwas hinzu und keine politische Entscheidungsebene erwägt sie, im Gegenteil - es wurde nur noch mehr gelockert.
Meiner Meinung nach darf man sowas als Gesundheitsminister nicht einfach raushauen, auch wenn es nicht zu seiner mahnenden Aussage vom 30.09. ("Diese Welle wird sich nicht von alleine begrenzen.") und der Forderung von Maßnahmen passte. Das Sinken hätte er bei der Einführung von Maßnahmen dann natürlich damit begründet, was auch sonst. Da gab es zurecht von allen Seiten Sprachlosigkeit und Kritik. Die gab es ja auch schon für Aussagen vom Sommer wie "Jeder hat nun die Wahl: Impfung oder Covid", was gänzlich der wissenschaftlichen Erkenntnis widerspricht, dass man sich auch mit Impfung anstecken kann und sie "nur" die Schwere des Verlaufs abmildert. Ich mein, ZUM GLÜCK haben wir dieses Werkzeug und die Impfung sollte auch immer beworben und wahrgenommen werden. Aber die Aussage ist trotzdem Quatsch und vermittelt einfach ein falsches Bild.
Aktuell habe ich das Gefühl, es gibt oftmals zwei radikale Ansichten, die sich nicht mehr ändern: Auf der einen Seite immer noch die Anfangs-"Querdenker", die jegliche Gefahr und Existenz von Corona leugnen. Auf der anderen Seite regelrecht fanatische Menschen, die die gesamte Entwicklung der letzten 12 Monate ignorieren und immer noch die härtesten Maßnahmen fordern, teilweise bis hin zum Lockdown, obwohl wir alle inzwischen doch wissen sollten: Corona wird nie mehr verschwinden. Nie mehr. Ich würde es einfach schön finden wenn sich beide Gruppierungen wieder mehr annähern, denn es gibt leider noch so viel anderes schlimmes auf der Welt. Und wünscht sich nicht jeder mehr Harmonie? (so unwahrscheinlich es auch beim Menschen ist.)
Und nein, hier im Forum gibt es zum Glück niemanden aus einer der beiden Gruppen - aber es fällt eben auf, wenn man mal durch Social Media stöbert.
Hier übrigens noch ein Artikel vom ZDF zur Isolationspflicht, die ja auch kaum noch irgendwo gilt (die ich aber prinzipiell ganz gut finde, kenne genug Leute, die sich auch mit 40° Fieber zur Arbeit schleppen und dann andere anstecken würden, war auch schon in Grippezeiten so...). Der Artikel ist aber schon eine Woche alt, seitdem sind die Zahlen überall in Europa nochmal gesunken:
Corona: Steigen die Zahlen ohne Isolationspflicht? - ZDFheute