Ich kann da gerne was zu schreiben.
COVID19 ist ein Problem der gesamten Gesellschaft. Ein erst mal extrem schwerwiegendes Problem, das das Potenzial hat(te), das Gesundheitssystem kollabieren zu lassen und damit in der modernen, nachkrieglichen Gesellschaft ungekannte Dramen und Leid zu verursachen.
Wir haben das Problem im letzten Jahr durch ebenfalls ungekannte Grundrechtseingriffe geregelt bekommen, auch wenn wir in den Abgrund geschaut haben. Diese Grundrechtseingriffe wurden solidarisch durch die Gesamtgesellschaft getragen, auch wenn das Risiko, an COVID19 zu sterben oder schwerwiegend zu erkranken, hauptsächlich auf einem Teil der Gesellschaft lag - den Älteren und Kranken.
Trotzdem musste v.a. junge Menschen und Kinder die wohl schlimmsten Einschränkungen auf sich nehmen, denn tatsächlich weiß noch niemand, welche Langzeitfolgen durch die Schulschließungen und massiven Einschränkungen der wichtigen Sozialkontakte entstanden sind.
Dazu noch die finanziellen Einbußen, die viele Arbeitnehmer hatten - die auch zum Großteil nicht der hauptsächlich gefährdeten Bevolkerungsschicht angehören.
Jetzt haben wir durch die Impfungen den einzigen Ausweg aus der Lage, die Situation nur durch Grundrechtseingriffe regeln zu können.
Wer geimpft ist, stellt kein wirkliches Risiko mehr da, ein Glied in einer unkontrollierbaren Infektionskette zu sein und minimiert auch das eigene Risiko der Erkrankung.
Es ist eine kleine Aufgabe, die die einzelnen Menschen haben, eine Aufgabe, die nach heutigem Kenntnisstand sehr sehr risikoarm ist - auch im Gegensatz zum Risiko junger und mittelalter Erwachsener durch COVID19.
Somit ist die Lösung des Problems COVID19 durch die Impfung ebenfalls gesamtgesellschaftlich zu tragen. Die Gesellschaft hat geschlossen agiert, um mittels Grundrechtseingriffen die Schwachen zu schützen und jetzt sollte geschlossen agiert werden, um das Problem an den Rand zu drängen und auch und insbesonder, um den durch die Grundrechtseingriffe besonders belasteten Personen (das waren meist nicht diejenigen mit einem hohen Krankheitsrisiko) hier zu zeigen, dass Solidarität keine Einbahnstraße ist.
Wer sich nicht impfen lässt obwohl man zur Bevölkerungsgruppe gehört, für die eine Impfempfehlung ausgesprochen wird, handelt also höchst asozial und egoistisch, da man seine eigene Bequemlichkeit über den großen Nutzen der Gesellschaft stellt. Bei einer Sache, die weder Aufwand noch Kosten bedeutet.
Das verstehe ich aus gesellschaftlicher Sicht und persönlich absolut nicht und daher schüttel ich den kopf über jeden Impfverweigerer (aus dem Personenkreis der Stiko-Empfehlung).
Und daher sollte - ebenfalls aus gesellschaftlicher und sozialpolitischer Sicht - Impfverweigerern, denen die Solidarität bei der Pandemiebekämpfung fehlt, die soziale Unterstützung durch kostenlose Tests entzogen werden.
Und aus Pandemiesicht könnte man überlegen, wieso Geimpfte (mit großer Sicherheit) denn lediglich Getesteten (mit trügerischer Sicherheit) gleichgestellt werden sollten.
So, das ist mein letzter Post, bevor ich mich gleich auf den Weg ins Impfzentrum mache, um Moderna Nr. 2 abzuholen