Wie zuverlässig sind die Corona-Tests?
Kein Test ist fehlerfrei. Positive und negative Testergebnisse können also auch mal falsch liegen. Wie verlässlich ein bestimmtes Testverfahren ist, wird zunächst durch zwei Parameter bestimmt:
Sensitivität und
Spezifität.
- Die Sensitivität eines Tests gibt an, bei wie viel Prozent der Infizierten ein Test die Infektion auch wirklich erkennt. Ein Test mit einer Sensitivität von 99 Prozent identifiziert 99 von 100 Infektionen und eine nicht. Eine Person hat also ein falsch-negatives Ergebnis. Heißt: Je höher die Sensitivität ist, desto sicherer erfasst ein Test die Erkrankung.
- Die Spezifität gibt an, zu wie viel Prozent ein Test eine gesunde Person auch als gesund erkennt. Ein Test mit einer Spezifität von 95 Prozent liefert bei 95 von 100 gesunden Menschen ein negatives Ergebnis. Bei fünf Gesunden schlägt der Test allerdings trotzdem an und erkennt sie fälschlicherweise als infiziert. Er liefert also bei fünf Personen ein falsch-positives Ergebnis.
Hersteller geben oft eine nahezu 100-prozentige Sensitivität und Spezifität für PCR-Tests an. Diese guten Werte gelten zunächst aber nur unter Laborbedingungen. Sie dürften in der Praxis selten erreicht werden, schon weil beim Testen selbst Unsicherheitsfaktoren hinzukommen. So können bei der Entnahme der Proben Fehler passieren oder die Proben falsch transportiert werden. Auch der Zeitpunkt der Probenentnahme spielt eine Rolle dafür, ob überhaupt noch Viren nachweisbar sind. So zeigt eine im Fachmagazin Nature veröffentlichte Studie eines deutschen Forschungsteams: Abstrichproben aus dem Rachen enthalten vermehrungsfähige Viren nur bis zum vierten, aus dem Sputum bis zum achten Tag nach Symptombeginn.
Wenn dieses Kriterium eingehalten wird, gelten die Tests allerdings als sehr zuverlässig.
Falsche Befunde kommen laut RKI nur sehr selten vor.