mal zu dem gemecker über großveranstaltungen: die veranstaltungsbranche gehört wirtschaftlich afaik zu den top 5 in deutschland. die haben seit monaten null, absolut null umsatz und es betrifft immerhin über 1,5 mio beschäftigte. die staatlichen hilfen sind leider nicht ausreichend um da stützend zu wirken. kredite bringen dir gar nix, wenn du monatelang keine einnahmen hast. sie verschieben nur das problem und müssen irgendwann zurückgezahlt werden. die ausgeschütteten staatlichen mittel sind nur ein tropfen auf den heißen stein.
während also alles andere so langsam wieder ans rollen kommt steht die branche praktisch immer noch still. keine messen, keine konzerte, hier und da mal theater was aber im grunde überhaupt nicht wirtschaftlich betrieben werden kann, weil die zahl der besucher so stark eingeschränkt ist, dass du nichtmal das licht bezahlen kannst (übertrieben gesagt). ganz nebenbei gibt es noch einen haufen leute, die entlassen wurden. ich kenne bspw ein veranstaltungsunternehmen welches deutschlandweit tätig ist, u.a. feste verträge für die dauerhafte betreuung mindestens einer großen halle hat und die inzwischen alle ca. 20 mitarbeiter entlassen mussten, weil sie schlicht nicht absehen können, welche perspektiven es wann gibt. von den ganzen selbstständigen kulturschaffenden brauche ich wohl gar nicht erst anfangen.
ich halte es daher für absolut nachvollziehbar und tatsächlich auch notwendig, dass wir uns ernsthaft gedanken machen, wie wir auch das thema veranstaltungen wieder ins rollen bekommen. bei aller berechtigten vorsicht. bei allen berechtigten einschränkungen. meiner meinung nach können wir nicht alles dauerhaft runterfahren, bis wir sicher sind, dass es corona nicht mehr gibt. so hart es klingen mag, aber wir müssen auch die wirtschaftlichen folgen bedenken. dabei geht es dann aber nicht darum, dass wir in den urlaub fahren können oder einen neuen fernseher kaufen, sondern dass nicht unzählige existenzen komplett zerstört werden. übertrieben: was haben wir davon wenn die menschen nicht an corona sterben sondern verhungern?
ich denke, dass wir uns insgesamt mit corona und seinen folgen arangieren müssen. so wie unsere welt funktioniert können wir nicht ganze branchen dauerhaft zu machen. das ist wirtschaftlich ruinös und die folgen davon könnten noch gravierender sein, als das was corona uns hierzulande antut. vor allem: was wenn die nächste pandemie kommt? machen wir dann wieder alles dauerhaft zu? wie soll das dann funktionieren?
und nur zur klarstellung: das muss alles gut durchdacht und mit plan umgesetzt werden. ich propagiere in keiner weise einfach alles zu öffnen oder ohne maske auf ein konzert zu gehen.