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Coronavirus / Covid-19

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ja, so kann man das natürlich vereinfachen und schön böse darstellen.

Aber wenn man das Gegenteil als Standpunkt hat und diese Perspektive mal zu Ende denkt (Gesundheit als derart alles andere überragendes Gut, dass sich schon jegliche Abwägung verbietet), bleiben die Kitas, Schulen, Stadien, Clubs und Konzerthallen des Landes für immer leer, denn da haben sich schon immer Leute mit Krankheiten angesteckt und sie weitervebreitet, woran letztlich auch Leute sterben.


Und nein, ich bin nicht anti, mich würden viele der möglichen Schließungen persönlich nicht mal jucken, aber ein "weiter genau so" in Bezug auf die letzten drei Monate ist doch kaum machbar, wollbar, cocktailbar

Naja, "zu Ende denken" heißt bei dir ja ins perverse Überspitzen. Kann man machen, aber diese Strohfigur bediene ich nicht. Wirtschaft über Gesundheit heißt ja auch nicht, dass wir alle Sicherungssysteme opfern und die Leute sich kaputt schuften müssen. Genauso wenig, wie dass für Gesundheit über Wirtschaft keiner mehr auf die Straße dürfte.

Trotzdem: Hätte man die Gesundheit über Wirtschaft priorisiert, hätten wir weniger schnell aus dem Lockdown kommen müssen und einige Einschränkungen von "damals" müssten auch jetzt noch gelten. Du siehst ja selbst, dass weder die Politik noch die Bürger bereit sind, dies zu tun. Von daher ist es kein Wunder, dass, wie so oft in der Geschichte, eine zweite Welle anrückt. Diese sind bekanntermaßen oft schlimmer, als die erste. Mal sehen, ob es dies mal besser klappt.
 
Ich finde, dass man das so zugespitzt angesichts der "Bilanz" in Deutschland nicht sagen kann. Wäre ich Politiker, würde ich zumindest schon fragen, wie man sowas behaupten kann angesichts der Tatsache, dass momentan ~5 Menschen pro Tag an/mit Corona sterben und die Maßnahmen, die genau dazu geführt haben das BIP dieses Jahr um irgendwas zwischen 5 und 10% werden abstürzen lassen (~200, 300 Mrd. Euro).

Versteht mich nicht falsch: Ich finde die Maßnahmen richtig und gut so.

Ich nehme persönlich nur einen stark wechselnden Kurs der Politik in der Sache war: Einmal der schneller (und nachträglich betrachtet, wohl auch richtige) Lockdown, der aber, aufgrund wirtschaftlichen Drucks wieder gelockert wurde, obwohl wir noch mitten in der Pandemie waren. Daran kann man das sehr gut sehen.
 
Ich nehme persönlich nur einen stark wechselnden Kurs der Politik in der Sache war: Einmal der schneller (und nachträglich betrachtet, wohl auch richtige) Lockdown, der aber, aufgrund wirtschaftlichen Drucks wieder gelockert wurde, obwohl wir noch mitten in der Pandemie waren. Daran kann man das sehr gut sehen.

Ich nehme das ein wenig anders wahr: Zuerst ein "Soft" Lockdown unter dem Eindruck einer extrem stark steigenden Anzahl an Infizierten und der Befürchtung, dass die schiere Anzahl der betroffenen das Gesundheitssystem überfordern könnte.
In der Folge ging die Infiziertenzahl dann sehr stark zurück und dann wurden die Maßnahmen teilweise wieder zurückgenommen. Das hat sicherlich auch etwas mit wirtschaftlichem Druck zu tun, aber natürlich auch damit, dass man eine Einschränkung der Freiheiten von Menschen und Unternehmen in einem Staat, in dem eben diese Freiheiten in der Verfassung garantiert werden, nicht einfach so ohne ausreichenden Grund auf Dauer festschreiben kann (vgl. dazu auch die diversen Urteile, die sich mit der Frage beschäftigt haben, inwiefern Versammlungsfreiheit, lokaler Lockdown etc. überhaupt noch zulässig sind). Ob man nun so viel und so schnell hätte öffnen sollen, sei mal dahingestellt. Darüber kann man sicherlich trefflich streiten.

Das spannende wird für mich, wie die Politik reagieren wird, falls die Zahlen in den kommenden Wochen weiter steigen - und daran wird man dann m.E. auch tatsächlich erkennen können, ob die Wirtschaft wichtiger als die Gesundheit der Menschen ist.
 
Ich hab während Corona gelernt, dass keine Sau die Jobs in der Autobranche interessieren. So muss ich ganz ehrlich sagen, dass mir andere Jobs auch nicht näher gehen.
Das ist m. E. viel zu kurz gedacht: Die deutsche Autobranche (ausdrücklich nicht die Jobs) hatten in jeder vergangenen Krise absolute Priorität auf Grund der einflussreichsten Lobby, die m. E. mit der Bevorteilung und politischen Beeinflussung durch die Pharmabranche (!!!!) kaum zu toppen ist. Die „vernachlässigten“ Jobs sind auf Deinen Arbeitgeber zurückzuführen und haben mit den meisten anderen leidenden Branchen, insbesondere im Mittelstand in der Corona-Krise rein gar nichts zu tun.

Klar bist Du der Leidtragende, aber auch nur weil Dein AG das mit Geheule kommunikativ auf Deinem Rücken austrägt. Seit jeher müsst ihr durch diese Krisen leiden, während sich die Unternehmer(n) stetig die Taschen füllen und nur auf ihren eigenen Säckel schauen und die Situation immer mit vorgeschobenen wirtschaftlichen Gründen zu Eurem Nachteil ausnutzen, auch wenn die Rücklagen bei weitem ausreichen sollten, um auf Stellenabbau verzichten zu können. Die Krise ist oft ein willkommenes Fressen für die geld- und luxusüberfüllten Auto-Kapitalisten (zumeist ja noch Familien) an der Spitze der wirtschaftlichen Nahrungskette. Die Autobranche kotzt mich nicht nur einfach so an, nein, es sind vielmehr auch die Politiker, die die Unternehmer gegen Geld gnadenlos protegieren.

@pil Ich hatte am Ende noch etwas zugefügt, von dem ich nicht weiß, ob das auch Deine Meinung trifft
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Das ist m. E. viel zu kurz gedacht: Die deutsche Autobranche (ausdrücklich nicht die Jobs) hatten in jeder vergangenen Krise absolute Priorität auf Grund der einflussreichsten Lobby, die m. E. mit der Bevorteilung und politischen Beeinflussung durch die Pharmabranche (!!!!) kaum zu toppen ist. Die „vernachlässigten“ Jobs sind auf Deinen Arbeitgeber zurückzuführen und haben mit den meisten anderen leidenden Branchen, insbesondere im Mittelstand in der Corona-Krise rein gar nichts zu tun.

Klar bist Du der Leidtragende, aber auch nur weil Dein AG das mit Geheule kommunikativ auf Deinem Rücken austrägt. Seit jeher müsst ihr durch diese Krisen leiden, während sich die Unternehmer(n) stetig die Taschen füllen und nur auf ihren eigenen Säckel schauen.

Ja, das klingt echt gut aus deinem Mund.

Ich sag das dann morgen meiner Chefin, dass sie sich in all den Krisen die Taschen gefüllt hat, während die AN leiden mussten. Das ist auch wirklich naheliegend, denn ich durfte im Autohaus meinen Job über mehrere Wochen nicht ausführen. Die Werkstatt lief nur auf 50%. Ich hätte Autos ausliefern dürfen, aber da keine Fahrzeuge produziert wurden...

Ich will dir nicht zu nahe treten, aber ich kenne glaube ich einige Unternehmer im Handel, die würden dich für solche Aussagen auseinandernehmen.
 
Viel interessanter ist die in dem heute (28.07.) veröffentlichten Bericht stetig sinkende Mortalitätsrate seit KW20 bis letzte Woche deutlich unter 1% (Die Tabelle gibt es am 27.07. nicht). Diese ist m. E. zum einen auf den Schutz der älteren Menschen zurückzuführen (anhand des sinkenden Durchschnittsalter), zu anderen vielleicht auch auf die Entwicklung des Virusstammes. Die Tabelle kann aber auch ein Indiz für einen undifferenzierten Lockdown sein. Mann kann daraus schließen, dass ein ordentlicher Schutz der älteren Bevölkerung durchaus ausgereicht hätte bzw. ausreicht. Die Korrelation ist klar erkennbar, auch wenn die Repräsentationsfähigkeit noch per heute eingeschränkt ist, aber schon die Entwicklung der letzten 5 Wochen spricht ein klare Sprache.

Wenn man mehr testet, gibt es mehr erkannte Erkrankungen und eine geringere Dunkelziffer wodurch der Nenner größer und somit die errechnete Mortalitätsrate kleiner wird bzw. ein realistischeres Bild zeichnet.
 
@Vetulus

Sprichst du jetzt von den Herstellern (und ihren Eignern/Managern), oder von den tausenden Händlern?
Ich wollte gerade auf Deinen vorherigen Post antworten :) Deine Chefin ist nach meiner Auffassung eher in Deiner Position und sollte genauso gestützt werden. Diese eher antikapitalistische Auffassung passt vielleicht nicht zu meinem Job aber solidarisch ist die Betrachtung m. E. allemal. Und Dich bzw. Deine Haltung wollte ich schon gar nicht angreifen, sondern eher stützen.

Ich will dir nicht zu nahe treten, aber ich kenne glaube ich einige Unternehmer im Handel, die würden dich für solche Aussagen auseinandernehmen.
Niemand nimmt mich dafür auseinander, wenn der Händler am Tropf einer Milliardenmaschine hängt.

Wenn man mehr testet, gibt es mehr erkannte Erkrankungen und eine geringere Dunkelziffer wodurch der Nenner größer und somit die errechnete Mortalitätsrate kleiner wird bzw. ein realistischeres Bild zeichnet.
Ne, das passt nicht zur veröffentlichten Statistik, da die ja nicht mit einer Dunkelziffer rechnen. Todesfälle/erkannte Erkrankungen gilt in der Statistik ja nachwievor. Aber grundsätzlich gebe ich Dir Recht, was es aber nicht besser macht. Die Dunkelziffer verkleinert die Mortalität - aber die älteren Menschen müssen dabei geschützt bleiben, was klar aus dem Durchschnittsalter hervorgeht.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
@Vetulus

Okay. Aber ich kann dir sagen (und ich kenne wirklich einige Zahlen aus der Branche), dass wir Händler oft arme Schlucker sind. Und das kann man teils sogar wortwörtlich nehmen. Viele Unternehmer bei BMW könnten sich sicher keinen 7er leisten, wenn er nicht eh als Vfw. auf dem Hof stehen müsste. Viele kraucheln mit Umsatzrenditen von +/- 0 durch die Gegend.

Das Ganze ist von den Herstellern natürlich so gewollt, denn die machen sich die Taschen auf unsere Kosten voll. Daher macht es mich immer so wütend, wenn von "DER Autobranche" gesprochen wird, während sich die Kritik nur auf die Hersteller beziehen müsste.
 
@Vetulus

Okay. Aber ich kann dir sagen (und ich kenne wirklich einige Zahlen aus der Branche), dass wir Händler oft arme Schlucker sind. Und das kann man teils sogar wortwörtlich nehmen. Viele Unternehmer bei BMW könnten sich sicher keinen 7er leisten, wenn er nicht eh als Vfw. auf dem Hof stehen müsste. Viele kraucheln mit Umsatzrenditen von +/- 0 durch die Gegend.

Das Ganze ist von den Herstellern natürlich so gewollt, denn die machen sich die Taschen auf unsere Kosten voll. Daher macht es mich immer so wütend, wenn von "DER Autobranche" gesprochen wird, während sich die Kritik nur auf die Hersteller beziehen müsste.
Das ist definitiv so....die meinte ich auch und das gehört ja auch zu Ausbeutungsstrategie der Hersteller. Ich habe da auch 2 im Mandantenbestand. Und Du hattest die Jobs in der „Autobranche“ ins Spiel gebracht, aber ich wusste schon was Du meinst. Trotzdem muss Solidarität gegenüber den anderen Branchen angebracht sein und man darf nicht wegsehen, nur weil Du auch betroffen bist.
 
Ich gönn jedem seinen Besuch im Park oder seinen Urlaub.

Angie hatte damals gesagt, dass jetzt die Zeit beginne, wo jeder Eigenverantwortung tragen müsse, wenn er "Normalität" wolle.

Irgendwo stelle ich mir dann aber auch die Frage, wo die Eigenverantwortung beginnt, und wo sie endet. Was, wenn ich mich bei persönlichem Vergnügen infiziere und dadurch bei uns der ganze Betrieb in Quarantäne muss?

Ich hab während Corona gelernt, dass keine Sau die Jobs in der Autobranche interessieren. So muss ich ganz ehrlich sagen, dass mir andere Jobs auch nicht näher gehen.

Der Vergleich ist aber drakonisch.

Man kann nicht jede Branche unterstützen.
Korrigiere mich aber Deutschland hat eine absolute Autofahrer-Lobby.
Um nicht zu sagen, die Autokonzerne konnten sich bislang fast alles rausnehmen. Auch den Dieselskandal hat man die längste Zeit mit einem ab auf die stille Treppe abgetan.
Bei der letzten Finanzkrise hat man die Abwrackprämie ins Leben gerufen, die dazu auch nicht der Knaller war, weil es die Krise nur verschleppt hatte.
Was hätte man nun tun sollen ?
Eine neue Prämie auch für Benziner und am besten noch Diesel ?
Ich schätze die Automobilindustrie zu großen Teilen als stark genug ein das alleine zu packen.
Ich persönlich würde es nicht gut finden, wenn man da abseits von Prämien für Endkunden Geld reingepumpt hätte.
Die Prämie nur für E-Autos fand ich überraschend gut getroffen.
 
@snowman

Auch dir sei gesagt: Autobranche =/= Hersteller

Nur ein Bruchteil der Jobs in der Autobranche arbeitet in den Werken.

Ich empfand die E-Prämie auch am besten. Andere Prämien für Verbrenner wären Wahnsinn gewesen.

Ich meinte damit eher, warum sollen mir Jobs in den Freizeitparks "leid" tun, wenn mein Job, obwohl ich selbst auch hart betroffen war und NICHTS mit BMW zu tun habe, hier als latent überflüssig abgetan wurde?

Wenn in so einem Park ein grösserer Ausbruch geschieht, dann heisst es wieder "haben wir doch gleich gesagt, dass das keine gute Idee war".
 
@snowman

Auch dir sei gesagt: Autobranche =/= Hersteller

Nur ein Bruchteil der Jobs in der Autobranche arbeitet in den Werken.

Ich empfand die E-Prämie auch am besten. Andere Prämien für Verbrenner wären Wahnsinn gewesen.

Ich meinte damit eher, warum sollen mir Jobs in den Freizeitparks "leid" tun, wenn mein Job, obwohl ich selbst auch hart betroffen war und NICHTS mit BMW zu tun habe, hier als latent überflüssig abgetan wurde?

Wenn in so einem Park ein grösserer Ausbruch geschieht, dann heisst es wieder "haben wir doch gleich gesagt, dass das keine gute Idee war".

Okay, dann hab ich dich komplett falsch verstanden.
Ja klar, kann ich verstehen.
 
Die Prämie für E-Autos war und ist aus ökologischer Sicht völlig unsinnig - dann können wir ja mal anfangen über die Öko-Bilanz der E-Scheiße, die derzeit auf dem Markt ist, von der Herstellung bis zur Entsorgung zu diskutieren...aber nicht hier in dem Thread. Ich hätte da aber schon Spass dran.....aber die Diskussion verliert eh jeder E-Befürworter. Da hätte man vor 10 Jahren schon ansetzen können/müssen, aber da war es eben wirtschaftlich/politisch noch nicht vorteilhaft.

Die Autoindustrie ist und bleibt ein Sumpf der Bestechung, der Politikmanipulation und des Geldverdienens.

Schade, dass mich @snowman auf ignore hat, dann hätte er sich viel sparen können :ugly:
 
Nur kurz, fast jedes heutzutage produziertes E-Auto ist nach 1-2 Jahren ökologischer als jeder Fossile.
Quelle inkl. Entsorgung oder Unfall ? Mein Nachbar musste erst neulich als Feuerwehrmann ein E-Auto in der Wassermulde versenken um den Scheiß aubzukühlen. Und woher kommt der Strom fürs Aufladen ? Und bitte jetzt keine Treibhausgase...der Zug ist schon abgefahren.
 
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