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Bundestagswahl '09 - Seid ihr mit dem Ausgang zufrieden?

Wie zufrieden seid ihr?


  • Umfrageteilnehmer
    99

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Nero schrieb:
Dies begründete ich mit der unverantwortbaren Handlung der Steuersenkungen und Deregulierung des Marktes. Nun, derartige Dinge sind tatsächlich nichts, wovon der Staat profitieren kann.

Da liegt dein Missverständnis, (neo)liberale Politik will gerade weniger Staat. Insofern soll "der Staat" gar nicht profitieren.
 
el_barto schrieb:
Aber bitte nicht beschweren, wenn der Mob dein Auto abfackelt ;)

Ich habe kein Auto...

Hintergrund der Aussage war auch nur, dass die Leute sich nicht alles gefallen lassen sollen, was jetzt gegen uns beschlossen wird.

Ich gehe auch davon aus das es den Leuten egal ist, scheiß auf Kündigungsschutz, man trifft sich lieber mit tausenden zum Flashmob vorm Burger King, um da tausende Bürger zu bestellen, damit sich ein Großkapitalist freut und paar Hilfsarbeiter richtig beschäftigt sind...
 
Iro schrieb:
Ich gehe auch davon aus das es den Leuten egal ist, scheiß auf Kündigungsschutz, man trifft sich lieber mit tausenden zum Flashmob vorm Burger King, um da tausende Bürger zu bestellen, damit sich ein Großkapitalist freut und paar Hilfsarbeiter richtig beschäftigt sind...

traurig aber wahr.
 
Nasreddin schrieb:
Nero schrieb:
Dies begründete ich mit der unverantwortbaren Handlung der Steuersenkungen und Deregulierung des Marktes. Nun, derartige Dinge sind tatsächlich nichts, wovon der Staat profitieren kann.

Da liegt dein Missverständnis, (neo)liberale Politik will gerade weniger Staat. Insofern soll "der Staat" gar nicht profitieren.

Das soll er in meinen Augen aber sehr wohl. Deshalb stand ich dem Neoliberalismus ja überhaupt erst so kritisch gegenüber. Eine hoch verschuldete Institution, welche beschließt, ihre Einnahmen zu kürzen, handelt grundsätzlich wirtschaftlich unklug. So pauschal formuliert ist diese Aussage richtig, doch empfinde ich den Weg der FDP als äußerst intelligent (oder zumindest, wie sie plant zu gehen).
 
n9ne.0h.4our schrieb:
gut is eh relativ...

Ich bekomm hier 'ne Krebs-Behandlung für fast lau und darf anschließend sogar ein paar Wochen zur Kur (ebenfalls lau). Ich denke, wenn ich mich anstrenge, dann fallen mir aus dem Hut bestimmt mind. 100 Länder ein, wo ich mit dieser Diagnose innerhalb eines Jahres verreckt wäre. Ich bin tatsächlich das erste Mal glücklich, in Deutschland zu leben.
 
Weltkrise privat: Dr. Guidos Diary

Ist zwar Verarsche, aber ich fands witzig :D.

Freitag, 2. Oktober: Überall heißt es jetzt, ich stehe für soziale Eiszeit. Dabei möchte ich sogar die kalte Progression abschaffen, haha! Eben, ich hab nämlich auch Humor. Wird oft unterschätzt. Noch einer? Zum Bleistift den: Dr. Westerwelle will die Erderwärmung beenden - mit nichts als seiner sozialen Kälte. Für sowas kriegt Harald Schmidt einen Haufen Geld.

:lol:
 
MouseMan schrieb:
lüsterneLINDA schrieb:
ok, die merkel ist zwar nicht dumm, ganz im gegenteil, aber das macht es imo nicht viel besser.

die ist ja genauso für steuersenkungen[...]

Merkst du was? ;)
Sie ist intelligent und ist für Steuersenkungen. Vielleicht ist dann das ja doch nicht der ganz falsche Weg ;)

Nero hat etwas dazu geschrieben, kannst dir ja mal durchlesen.

toll, ich hab grad ne super antwort geschrieben und als ich es abgesendet habe war alles weg.:wand:

egal, dann halt nochmal in kurz.

die merkel ist schlau und nutzt ihre schlauheit für ihre wiederwahl, ist ihr ja auch gelungen. die interessen der BRD sind da höchstens noch zweitrangig. die (wieder)wahl ist in 90% der fälle für politiker immer das wichtigste. so läufts in einer demokratie ab. keiner hat je behauptet es wäre die beste staatsform. for allem nicht was wirtschaft angeht.

wenn eine steuersenkung für unternehmen dem staat garnicht mal so viel einnahmen kostet wie befürchtet, ja wieso sollte dann dieser kleine betrag ausgerechnet den unternehmen die entscheidung abnehmen ihre produktion in deutschland zu lassen und nicht ins ausland abzuwandern? macht irgendwie null sinn was sich neroo von seinem liberalen erzählen lassen hat. ein unternehmen geht nicht einfach nur wegen ein bisschen mehrgewinn ins ausland, wo er ein viel höheres erfolgsrisiko trägt als hier. und wieso sollte diese steuersenkung den unternehmen schon genug sein? die können doch nie genug bekommen und wenn es sich für sie lohnt dann gehen sie sowieso ins ausland. so ne billig steuersenkung nutz da überhauptnichts.

die unternehmen sollen mal viel eher darüber nachdenken warum sie in DEUTSCHLAND gewinne einfahren und überhaupt groß geworden sind. dass ist nicht allein ihr verdienst. ne zum größten teil sind es einfach die rahmenbdingungen die in deutschland gegeben sind und ohne die man nicht mal so einfach nen großes, erfolgreiches unternehmen aufbauen kann. dazu gehören infrastruktur und hoch ausgebildetes personal, um nur mal 2 wichtige punkte zu nennen.

wenn sie der meinung sind sie könnten das alles auch in billiglohnländern oder steueroasen finden, bitteschön, sollen sie doch gehen. es sind schon andere unternehmen vor ihnen mit dieser strategie baden gegangen und dass wissen sie. alles, was es sich nicht lohnt in deutschland zu produzieren, wird doch schon seit jahren in anderen ländern produziert.

steuersenkungen helfen in der krise nur denen, denen es sowieso gut geht und das auf kosten der allgemeinheit. nem mittelständler, der kurz vor der pleite steht da er durch die finanzkrise keine kredite mehr bekommt, da die banken auf ihrem geld sitzen und kein risiko mehr eingehen wollen, dem hilft auch eine steuersenkung nichts. der macht ja eh keine gewinne die zu versteuern wären. der braucht AUFTRÄGE. deshalb sollen sie lieber weitere konjunktur pakete schnüren anstatt steuern zu senken. damit kommt man schneller aus der krise und verliert nicht noch mehr arbeitsplätze als ohnehin schon.

nach einer wirtschaftskrise kann man überlegen die steuern zu senken, aber doch nicht mitten drin. das ist gegen jede wirtschaftliche vernunft. das wir auch einem jeder ökonom sagen, aber was hilft das schon wenn auf stimmernfang ist und gut von der unternehmer lobby bearbeitet wird.

passend zu der kurzsichtigkeit der unternehmern passt was letzte woche an der uni mannheim stattfinden hätte sollen. ackermann hätte da einen vortrag halten sollen, den er aber KURZFRISTIG abgesagt hat weil jeder zu diesem saal zugang gehabt hätte und das ein sicherheitsrisiko gewesen wäre. mann, wie blöd ist denn der und seine sicherheitsleute? die wissen doch schon vorher wie es an einer uni abläuft und dass sie genügend security brauchen um so einen saal zu sichern. gerade bei so einer provozierenden persönlichkeit wie dem ackermann.:wand:
 
Du glaubst also Konjunkturpakete sind sinnvoller als leichte Steuersenkungen? Ehrlich? Ganz ehrlich? Dann befindest du dich leider auf dem Holzweg. Ein Konjunkturprogramm kann nur kurzfristig helfen, auf kosten der Nachhaltigkeit. Beispiel: Die Abwrackprämie. Es wurden kurzfristig viele Autos verkauft was jeden vermuten lässt ist ja alles doch nicht so schlimm mit den Verkaufszahlen. Ist der Topf jedoch leer, gehen die Absatzzahlen in den Keller und man steht vor einem noch größeren Haufen an nicht verkaufbaren Autos. Die Menschen haben nicht wegen der Umweltprämie plötzlich mehr Geld um sich mehr Autos zu kaufen. Sie kaufen eben grob gesagt die Menge an Autos, die in den nächsten 2 Jahren verauft worden wären, eben in diesem einen Jahr. Alle freuen sich über die Prämie, aber nachhaltig ist nix übrig geblieben.

Warum sollte Deutschland versuchen Firmen hier im Land zu halten? Ich hoffe auch dieses Statement von dir war nicht ernst gemeint. Firmen erzeugen Arbeitsplätze und somit Kaufkraft. Damit ist mehr Geld hier verfügbar das ausgegeben werden kann, der allgemeine Geldfluss bei Einnahmen und Ausgaben wird größer. Dadurch steigen zu einem kleinen Teil natürlich auch die Steuereinnahmen. Netter Nebeneffekt: Die Arbeitslosenzahl geht runter ;)
Firmen gehen tatsächlich bei geringeren Kosten ins Ausland, mit Traditionsverbundenheit ist da nichts. Die versuchen natürlich einfach nur ihren Gewinn zu maximieren. Was der Staat tut, ist denen, abgesehen vom finanziellen, egal. Beispiel: Nokia. Was da passiert ist, kannst du selber nachlesen ;)

Und antizyklisch arbeiten heißt für den Staat wirklich, dass er jetzt in der Krise Geld ausgeben muss, respektive weniger Einnehmen, dass auf lange Sicht das Einkommen gesichert wird.

Ich könnte jetzt noch viieel mehr schreiben in diesem Zusammenhang, habe aber einfach keine Lust hier so viel zu tippen ;)
 
die abwrakprämie war kein konjunkturprogramm. das war ein 1A wahlgeschenk an die bevölkerung. sonst nichts. der deutschen automobilindustrie hat sie nichts genutzt. nur den autohändlern kurzzeitig die kassen gefüllt.

aber genau das ist was die kurz vor der pleite stehenden mittelständler brauchen. geld. die brauchen keine steuersenkungen. erklärt mir doch mal bitte was die damit anfangen sollen? ist jetzt ernst gemeint.
die brauchen jetzt geld um ihre geschäft weiterhin tätigen zu können. die nachhaltigkeit stellt sich dann wieder ein wenn sie aus der krise raus sind. oder auch nicht, aber dann sind sie eben nicht überlebensfähig gewesen.

ein unternehmen geht ins ausland wenn sie dort ihre kosten senken können und zwar erheblich. wegen ein bissche einsparung gehen die nicht ins ausland. und mehr wäre bei einer kleinen steuersenkung auch nicht für die unternehmen drin also würden sie trotzdem ins ausland gehen wenns da billiger geht.

beispiel nokia: lese doch am besten selber mal nach was aus dieser tollen fabrik in rumänien geworden ist.:grins:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/520/480996/text/
tja, scheiß beispiel sag ich da mal.:cool:

und jetzt zeige mir doch bitte ein großes unternehmen, welches in krisenzeiten ihre produktionsstätten so radikal von einem ort zum anderen verlagert! sowas gibts nicht, wenn sie unter der krise leiden, dann haben sie garnicht das kapital um so etwas zu machen. kein unternehmer geht in so einer kritischen zeit so ein großes risiko ein. die warten ab bis die wirtschaft sich erholt hat und geau dann ist auch die zeit wenn man über eine steuerentlastung nachdenken kann.

jetzt sind steuersenkungen nur eins, prozyklisch.

wenn man steuern konstant lässt sind sie von haus aus anti zyklisch. in boom phasen nimmt der staat dank großer gewinne steuerüberschüsse ein (die er wenn er schlau ist anlegt). in krisenzeiten kann er dann diese gesparten gelder wieder in die wirtschaft pumpen und die nachfrage anregen (konjunkturprogramme). außerdem zahlen auch die unternehmen automatisch weniger steuern, da sie viel geringere gewinne haben.

wer in dieses system eingreift verstärkt in krisenzeiten nur den negativen effekt.
 
Da ich immer noch keine Lust habe hier viel zu schreiben was ja doch nix bringt, sage ich nur noch eins: Die Politik kann nur Rahmenbedingungen schaffen, nichts direkt steuern. Das heißt jedoch, dass alles nur langsam gehen kann, nicht schnell.

PS: Die Umweltprämie war tatsächlich ein Teil des Konjunkturprogrammes II, das 2009 eingeführt wurde.
 
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