dazu dann nochn bisschen text:
BILD: Was genau ist denn vorgefallen?
Kempter: „Es war ein schleichender Prozess. Herr Amerell hat über Jahre hinweg Vertrauen geschaffen, und dann ging es irgendwann los, verstärkt in den letzten zwei Jahren. Erst nur mit Hand auflegen auf den Oberschenkeln – und dann wanderte die Hand immer weiter, in die Hose, in den Genitalbereich. Als die Hand in meine Hose ging, habe ich gedacht, „Was soll ich jetzt machen?“ Ich wollte nicht, aber er hat nicht aufgehört.“
BILD: War da noch mehr?
Kempter: „Herr Amerell hat mich auch auf den Mund geküsst. Ich habe mich abgewendet, ihm deutlich signalisiert, dass ich das nicht will. Manchmal hat er nachts an meine Hotelzimmertür geklopft. Da habe ich schon nicht mehr aufgemacht. Am nächsten Morgen beim Frühstück war er beleidigt. Herr Amerell hat auf Ablehnung sehr giftig reagiert.“
BILD: Aber Geschlechtsverkehr gab es nicht?
Kempter: „Nein, das wäre ja noch schlimmer.“
BILD: Über wie viele Vorfälle reden wir?
Kempter: „Drei Vorfälle.“
BILD: Homosexualität ist ein Tabu im Fußball. Sind Sie schwul, Herr Kempter?
Kempter: „Nein, bin ich nicht. Und wir haben auch niemals eine Affäre gehabt. Was jemand in den eigenen vier Wänden macht, sollte grundsätzlich seine Privatsache sein. Es geht doch nur darum, ob jemand ein Abhängigkeitsverhältnis gegen den Willen anderer für seine Interessen ausnutzt.
BILD: Trotzdem könnten Fans in Stadien Sie anfeinden. Haben Sie Angst?
Kempter: „Nein. Ich habe doch nur die Wahrheit gesagt. Ich bin kein Täter, ich war das Opfer. Ich wollte diese Vorfälle nicht weiter verheimlichen und hoffe, dass die Fans das anerkennen. Ich habe die schwierigste und wichtigste Entscheidung in meiner Schiedsrichterlaufbahn getroffen. Ich glaube, es ist Zeit für Herrn Amerell, dass er sich zur Wahrheit bekennt.“
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