Bart Wux schrieb:
Jetzt werden mir schon Tests verübelt, in denen ich Spiele ausnahmsweise mal nicht verreiße. Also richtig machen kann ich's wirklich nicht, oder?
In Beitrag 166 hab ich es noch mal versucht zu verdeutlichen. Ich wiederhole es gerne noch einmal in kürzerer Form:
Spiele müssen nicht zwingend anspruchsvoller werden. Aber sie sollten auch nicht noch dümmer werden und dahin geht der Trend.
Aber dieser Trend existiert schon lange. Die Frage ist doch, inwiefern es ein Game schafft, zu motivieren und Spass zu provozieren. Ein GeometryWars ist auch "dumm", aber das Konzept ist durchdacht und gut umgesetzt. Dadurch ist dieses Game gut und populär.
Andere Games "kaufen" sich ihre Motivation und ihren Spass durch Explosionen und Titten und Gore. Oder Grafik. Etc. Ganz falsch ist dies nicht, übertreibt man es jedoch, wird das Game von bestimmten Leuten als wirklich "dumm" enttarnt, und imo zurecht, weil es mit all den "billigen" Elementen versucht, ein tatsächlich schlechtes/ungenügendes Konzept zu verdecken.
Auf der anderen Seite können diese Elemente auch störend und überflüssig erscheinen bei einem Game, das ein gutes Konzept hätte (darunter könnte evt. NinjaGaiden fallen) - damit wird wohl seitens der Entwickler versucht, die Käuferschicht so weit wie möglich zu erweitern - und das ist zumindest verständlich - verschlechtert jedoch das Game als Ganzes.
Games, die gut genug sind, dass sie durch ihr Konzept (ich sehe dies als einen Überbegriff, der u.a. Gameplay, Atmo, Setting, Story etc. verbindet) überzeugen und der Rest (Gewalt, Titten, ...) dezent oder zumindest glaubwürdig/logisch/realistisch eingesetzt wird wodurch das Game abgerundet wird, sind selten und das waren sie schon immer. An dieser Stelle möchte ich, zum x-sten Mal, meine Wertschätzung gegenüber HalfLifeII aussprechen
"Wovon lebt Spiel X ?", ist imo eine entscheidende Frage.
Die Idee bei ACII, sich an tatsächhliche historische Begebenheiten/Charaktere etc. zu orientieren, ist ansich grandios. Aber es MUSSTE scheitern. Wir KT-User würden ein Game, das LeonardoDaVinci realistisch inszeniert möglicherweise in den Himmel loben, weil aber das Game gleichzeitig spannend etc. sein müsste, wird es so schnell nicht entwickelt, geschweige denn, mit Profit verkauft

Weniger DaVinci wäre wohl mehr gewesen.
Edit: Ich denke, viele Entwickler trauen sich nicht, oder können es sich nicht leisten, ein Game mit einem guten Konzept zu entwickeln, das auf Titten etc. im Übermass verzichtet. Schade, denn gerade dadurch würde das Game an Glaubwürdigkeit gewinnen und das Konzept könnte sich frei entfalten und seine Qualitäten ausspielen. Imo findet sich die gleiche Schwierigkeit auch im Filmbereich.