Ich werde mit Veilguard nicht warm und habe es deshalb jetzt abgebrochen. Wenn mich ein Spiel nach 10 Stunden nicht überzeugen kann, dann ist es wohl einfach nichts für mich.
Es ist mehr Action-Adventure als Rollenspiel, ziemlich lineares, repetitives Gameplay - was an sich in Ordnung ist, aber dann müssen mich Story und Charaktere auch emotional ansprechen und mitreißen. Leider passiert hier bei mir gar nichts. Die Dialoge fühlen sich häufig sehr substanzlos an, alle wirken so gezwungen nett und gleichzeitig oberflächlich, erzählen zehn Mal das Offensichtliche. Keiner meiner Gefährten ist mir wirklich sympatisch, die sind mir alle relativ egal.
Mir fällt es auch schwer die Welt rettenswert zu finden. Treviso zum Beispiel sieht nett aus, aber es fühlt sich sehr leblos an. Keiner der NPCs hat einen Tagesablauf, oder mal mehr zu erzählen. Alle stehen wie Puppen herum und der Rest des Levels ist relativ leer, von den obligatorischen Monstern hier und da abgesehen. Man ist in den Städten, um über die immer gleichen Truhen zu stolpern, einem Zielmarker hinterher zu laufen und drei Händler aufzusuchen. Mehr kann man dort eigentlich nicht interagieren.
Sehr schade finde ich auch, dass die Dialog-Optionen keine Auswirkung haben. Warum sind sie überhaupt da, wenn es im Grunde egal ist, was ich antworte. Ich kann zu keinem wirklich unfreundlich sein oder ihn gar vergraulen. Für mich gehört es zu einem guten Rollenspiel dazu, auch moralisch fragwürdige Entscheidungen treffen zu dürfen. Hier gibt es nur eine Spielmöglichkeit, und das ist die gute Seite, und das fühlt sich für mich zu einseitig an.
Ich freue mich für jedem, der Spaß damit hat. Ich spiele dann doch lieber nochmal Bladur's Gate 3.
