Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Coronavirus / Covid-19

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Klar ist Lauterbach Epidemiologe, aber an erster Stelle eben auch Politiker. Und seine Einschätzung über einen Kollateralschaden und den Unsinn, den er im Zusammenhang mit den Schulen seit Monaten von sich gibt,
Deswegen schrieb ich "aus epidemiologischer Sicht".

Weisst du, wir beide kommen da nicht auf einen Nenner. Du bist bei Kollateralschäden immer zur Stelle. Deine Mandanten, die Wirtschaft, die Gesellschaft... alles wichtig bei den Kollateralschäden. Dass wir aber vielleicht alleine im Dezember irgendwas um die 10.000 Tote haben werden, ist mehr als ein Kollateralschaden, den diese Menschen bezahlen müssen, damit deine Mandanten weitermachen können. Und mit dieser Einstellung komme ich nicht klar, bin ich ganz ehrlich. Gut, sind vielleicht zu 70% Ü80, die haben ja eh nichts mehr für die Gesellschaft beizutragen...

Und die Sache mit den Schulen...

https://www.tagesschau.de/investigativ/schulen-infektionen-corona-101.html

Ich weiss gerade echt nicht, welchen Unsinn ich denn jetzt eher glauben soll.
 
Ja, der gesamte untere Abschnitt wird wohl weniger Wahrheitsgehalt haben als das, was die Kultusminister sagen, die ihre Schulen und Kitas unbedingt aufhalten "müssen".

Die nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina schätzt die Lage anders ein: "Schülerinnen und Schüler sind ein wesentlicher Teil des Infektionsgeschehens - das zeigen die Zahlen in anderen europäischen Ländern wie auch aktuelle Zahlen des Robert Koch-Instituts für Deutschland", heißt es in einer Mitteilung. Und weiter: "Bei Schülerinnen und Schülern hat die Inzidenz in allen Altersgruppen in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. Der Schwellenwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen ist deutlich überschritten, besonders deutlich bei den Zehn- bis 19-jährigen.

Nach aktuellen Angaben des RKI liegt die Inzidenz der vergangenen sieben Tage bei Zehn- bis 19-Jährigen bei 170 Fällen auf 100.000 Einwohner - und damit über dem Durchschnitt aller Altersgruppen von 150.

RKI: Ausbrüche auch in Schulen
Die Kultusminister betonen immer wieder, die Schulen seien nicht der Ort der Infektionen - diese würden von außen hereingetragen. Kritiker verweisen in diesem Kontext jedoch auf Massentestungen an Schulen, die eine vielfach höhere Inzidenz als in der Gesamtbevölkerung ergaben. Es sei daher nicht schlüssig, dass die Infektionen nur hineingetragen würden.

Das RKI schreibt in seinem Lagebericht, Covid-19-bedingte Ausbrüche würden "in Alten- und Pflegeheimen gemeldet, aber auch in Schulen und im beruflichen Setting." Im Vergleich zur ersten Welle im Frühjahr seien "viele Fälle in Schulen und Kitas zu beobachten, da es zum jetzigen Zeitpunkt keine allgemeinen Kita- und Schulschließungen gibt. Mit der Zunahme der Gesamtfallzahlen nehmen daher auch die Fälle in Kitas und Schulen zu." Das RKI plädiert nicht für die Schließung von Schulen, Präsident Lothar Wieler appellierte aber wiederholt an die Bundesländer, die RKI-Empfehlungen umzusetzen, um das Infektionsrisiko zu verkleinern. Auch die Leopoldina verwies noch einmal "mit Nachdruck" auf diese Maßnahmen.
 
Das ist doch seit Monaten das Problem. Man kriegt einfach die Infektionswege nicht aufgedröselt. Wie auch, wenn die Daten dazu fehlen. Und das erklärt dann auch die Planlosigkeit bezogen auf die Maßnahmen. Wo sind denn nun derzeit die Ansteckungspunkte? In den Schulen? Im ÖPNV? Beim Glühweintrinken? In den Wohnungen? Im Büro? So richtig weiß man es nicht und es wird offenbar auch nicht genug unternommen, um das mal herauszufinden. So wird dann weiter auf dem Schlingerkurs zwischen Lockdown und Öffnung gefahren. Und auf den Impfstoff gewartet. Das ist alles mehr als frustrierend.
 
Du Hanswurst. Ich rede von Infektionen, nicht von Toten. Letzteres ist mit ersterem korreliert. Und die Erde ist rund.
Hanswurst ? Das habe ja lange nicht mehr gehört :D
Du hast mich wahrscheinlich missverstanden - Ich meinte damit den gezielten Schutz der Risikogruppen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Das ist doch seit Monaten das Problem. Man kriegt einfach die Infektionswege nicht aufgedröselt. Wie auch, wenn die Daten dazu fehlen. Und das erklärt dann auch die Planlosigkeit bezogen auf die Maßnahmen. Wo sind denn nun derzeit die Ansteckungspunkte? In den Schulen? Im ÖPNV? Beim Glühweintrinken? In den Wohnungen? Im Büro? So richtig weiß man es nicht und es wird offenbar auch nicht genug unternommen, um das mal herauszufinden. So wird dann weiter auf dem Schlingerkurs zwischen Lockdown und Öffnung gefahren. Und auf den Impfstoff gewartet. Das ist alles mehr als frustrierend.
Das schlimme ist doch, dass man es eigentlich ziemlich gut weiß und es Daten dazu gibt, aber man sie wegignoriert. Was da alles schon aktiv vertuscht wurde bzgl. Schulen die letzte Zeit mit schriftlichen Anweisungen von oben was man alles für sich zu behalten hat. Da wundert es mich langsam nicht mehr dass wir so viele Verschwörungstheoretiker da draußen rumrennen haben, die dann bei den richtigen Covidioten versumpfen.
 
Ich hätte halt gehofft, dass die Politik sich die Zeit im Sommer genommen hätte um zu planen, welche Maßnahmen sie bei welchen Vorraussetzungen wann und wo durchsetzen.

Ich kann verstehen, dass man trotz der Ansteckungsgefahr Schulen länger offen halten möchte als z.b. Nagelstudios.

Ich kann auch nachvollziehen dass es der Politik extrem schwierig fällt den Einzelhandel in der Vorweihnachtszeit zu schließen.

Deshalb wäre es doch so hilfreich gewesen, wenn man im Sommer Regeln aufgestellt hätte, an die man sich jetzt halten kann.

Mal abwarten, ich rechne mit einem stärkeren Lockdown ab KW52.
 
Ich hoffe übrigens, dass unsere Enkel mal später nicht solche vollassozialen Husos sind wie unsere Generation, die unsere Alten, nachdem sie ihr Leben lang gearbeitet haben, dann als Kollateralschaden elendig alleine verrecken lassen, für den guten Zweck, dass man unbequemerweise mal ein Jahr lang kein Stückchen Stoff beim Einkaufen vors Näschen binden muss.
 
Das Virus ist in der Breite angekommen, es braucht keine Superspreader-Events für hohe Zahlen.

Ein paar stecken sich im Restaurant an, ein paar in Schulen, ein paar daheim, ein paar auf Partys, ein paar hier und da. Und die tragen das Virus weiter in ihre Umwelt.

Als Raucher oder Dampfer sieht man sogar optisch, wie sich die ausgeatmete Luft in der Umwelt verteilt, wie hoch die Reichweite ist, wie lange der Dampf/Qualm in der Luft verharrt. Wenn ich abends im Wohnzimmer dampfe kann ich zugucken, wie sich der Raum mit stehendem Dampf füllt.

Mir soll keiner erzählen, dass man sich im Restaurant wegen der ach so guten Hygiene-Konzepte nicht anstecken könne...

@lüsterneLINDA

Es gab und gibt Massnahmen, die damals bereits ab einer Inzidenz von 50 greifen sollten. Aber die meisten Städte/Gemeinden haben sich schlicht nicht daran gehalten. Jetzt haben wir Inzidenzen, die oftmals sogar über 200 liegen und trotzdem hört man nur relativ selten von wirklich einschneidenden Massnahmen. Ich glaube wirklich, dass hier a) ein grosser Unterschied von Theorie und Praxis liegt weil b) der Bund nicht wirklich eingreifen kann.
 
Ja das ist das Problem, man hat gesagt ab 50 bestätigten Fällen pro 100.000 Einwohnern muss etwas gemacht werden. Das ist aber viel zu vage. Was muss gemacht werden, wenn dieser Wert fast flächendeckend in ganz Deutschland weit überschritten wird?
Darüber hat man sich nicht (öffentlich) beraten und offensichtlich auch keine Lösung.
 
Ich hoffe übrigens, dass unsere Enkel mal später nicht solche vollassozialen Husos sind wie unsere Generation, die unsere Alten, nachdem sie ihr Leben lang gearbeitet haben, dann als Kollateralschaden elendig alleine verrecken lassen, für den guten Zweck, dass man unbequemerweise mal ein Jahr lang kein Stückchen Stoff beim Einkaufen vors Näschen binden muss.

Wär dass dann nicht die Ironie an sich wenn unsere Enkel uns Husos beschützen? :D
 
Der Masterplan war halt mit Ansage und Schulterklopfen lokale Maßnahmen. Und dann hat man sich darauf ausgeruht. Hätte niemand erahnen können, dass es im Winter schlimmer wird. Völlig unmöglich. Das absurde an der Sache ist ja, dass es offensichtlich wirtschaftlich getrieben ist. Wie viele Menschen sind wir bereit direkt über die Planke gehen zu lassen um unsere Wirtschaft am Brummen zu halten. Ist halt sehr unpopulär das so direkt anzusprechen, aber ein Geheimnis ist es ja auch nicht. Nur, ich bin schon fast versucht zu sagen "wen wunderts", haben sie es mal wieder dennoch geschafft, mit ihren faulen Kompromissen beiden Seiten einen Felsbrocken ans Bein zu binden. Die Wirtschaftszweige die es egal wie besonders hart trifft und wo wenig Lohn gezahlt wird, haben absolut keinen Vorteil von einem Lockdown light. Ganz im Gegenteil. Der einzige Unterschied für die ist, dass sie das ganze jetzt monatelang aussitzen müssen, statt nur ein paar Wochen. Bei den ganz großen brummt es ja. Gewinne höher als je zuvor. Aktienmarkt ist auf dem Allzeithoch.
 
Soll mir auch keiner erzählen dass das jetzige on/off Schulmodell, bei dem halbe Klassen oder ganze Klassen immer wieder fehlen auch nur einen Deut besser ist als den ganzen Laden einfach mal ein paar Wochen dicht zu machen. Die lernen jetzt in dem Chaos noch weniger. Aber es ist des Deutschen Alptraum, wenn sie ihren Kindern nur noch 3 statt 4 Jahren lang immer wieder die Ereignisse des zweiten Weltkriegs in den Schlund drücken können. Hattet ihr das auch jedes Jahr früher? :D
 
Solange Politiker mit Aussagen wie sie Boris Palmer traf, derart von den Medien abgestraft werden, ist eine Diskussionskultur nicht möglich. Zeigt sich leider auch hier im Forum. Und nur schon die letzte 1-2 Seite(n) sollten an Beispielen für die Discord Diskussion wo den der Ton schlecht sei ausreichen.
 
Ich kann mich nur wundern dass das Mammut im Raum nicht wirklich thematisiert wird: Schulen. Ich lehn mich mal aus dem Fenster und sage das ist fast schon der einzige maßgebende Grund warum das momentan nicht funktioniert. Alle Menschen können sich anstecken, nur Schüler nicht, muss man wissen. Sind andere Menschen. Lieber Lockdown nachts, wo sich die Menschen draußen zu Millionen tummeln und gegenseitig anstecken. Und wie sie dann überrascht tun, wenn sich dann doch mal jemand dazu herablässt flächendeckend eine Schule zu testen und sie alle dann schockiert sind, SCHOCKIERT, dass man das ja nicht hätte ahnen können dass da dann ein Vielfaches mehr an Virenschleudern rumlaufen als man gedacht hätte. Weil das ja anders funktioniert bei Schülern als bei Menschen...

100% agree. Das ist der Punkt, den ich auch nach wie vor nicht verstehe. Die Kids stecken sich in der Schule an, gehen dann nach Hause zu ihren Familien und verbreiten es da weiter. Für derart simple Kausalität braucht man imho nun wirklich keinen Doktortitel. Deshalb hilft aus meiner Sicht auch nur ein harter Komplettlockdown. Es ist vollkommen klar, dass das an anderer Stelle (z.B. Familien) zu deutlich stärkeren Belastungen führen wird, aber die Rundum-Sorglos-Lösung, wo alle glücklich sind, gibt es hierbei nunmal nicht. Die Alternative ist, dass es so weitergeht wie bisher und wir in einem Jahr noch nicht weiter sind.
 
Naja, zum Glück haben wir ja den Convenience-Trump als Baseline für so ziemlich alles. So kann man dann immer später betonen, wieviel besser wir waren, und dass wir das ganze gerockt haben. :)
 
Zurück
Oben