Leben und Wirken
Drosten wurde 1972 im
Bonifatius Hospital Lingen geboren und wuchs auf einem Bauernhof in
Groß Hesepe,
Emsland, auf.
[1] Nach dem Abitur am Bischöflichen
Gymnasium Marianum in
Meppen studierte Drosten ab 1992 zunächst
Chemietechnik und Biologie in Dortmund und Münster. Ab 1994 studierte er
Humanmedizin an der
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und absolvierte im Mai 2000 das dritte
Staatsexamen. Er wurde 2003 mit
summa cum laude zum
Doktor der Medizin promoviert. Gegenstand seiner
Dissertation waren Arbeiten zur Etablierung eines Hochdurchsatz-Systems zum Testen von
Blutspendern am Institut für
Transfusionsmedizin und
Immunhämatologie des
DRK-Blutspendedienstes.
[2]
Ab Juni 2000 arbeitete Drosten als
Arzt im Praktikum in der Laborgruppe des Mediziners Herbert Schmitz der Abteilung für Virologie des
Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg, wo er die Laborgruppe
Molekulare Diagnostik leitete und ein Forschungsprogramm zur molekularen Diagnostik tropischer Viruskrankheiten etablierte. Ab 2007 leitete Drosten das Institut für Virologie am
Universitätsklinikum Bonn. Im Jahr 2017 folgte er einem
Ruf an die
Charité in Berlin, wo er das Institut für Virologie leitet.
[3]
Drosten gehört zu den Mitentdeckern des
SARS-assoziierten Coronavirus (SARS-CoV). Mit
Stephan Günther gelang ihm 2003, wenige Tage nach der Identifizierung und noch vor den
Centers for Disease Control and Prevention in Atlanta die Entwicklung eines diagnostischen Tests auf das neu identifizierte Virus. Seine Erkenntnisse zu SARS stellte Drosten der
Wissenschaftsgemeinde über das Internet sofort zur Verfügung, noch bevor sein Beitrag im Mai 2003 im
New England Journal of Medicine erschien.
[4] Dies wurde u. a. von der Zeitschrift
Nature gewürdigt.
[5]
Ab 2012 erforschte die von Drosten geleitete Forschungsgruppe unter anderem auch das
Middle East respiratory syndrome-coronavirus (MERS-CoV).
Für das erstmals im Dezember 2019 aufgetretene Coronavirus
SARS-CoV-2 entwickelte die von Drosten geleitete Forschungsgruppe einen Test, den sie Mitte Januar 2020 weltweit zur Verfügung stellte.
[6] Außerdem publizierte sie das sequenzierte
Genom aus in Deutschland gewonnenen Proben.
Drosten setzt sich für die transparente Verbreitung von wissenschaftlichen Daten ein und publiziert darum in Fachzeitschriften wie
Eurosurveillance, wo alle Artikel online frei verfügbar sind.
[7]
Christian Drosten hat (Stand April 2020) laut
Google Scholar einen
h-Index von 88,
[8] laut der Datenbank
Scopus einen von 73.
[9] So finden sich
Veröffentlichungen von ihm mit mehr als 2.000
Zitationen.
[10]