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Die große Sexismus-Debatte

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Mingos Ausführungen waren auch nicht speziell auf Alba bezogen, sondern auf die Gesellschaft: "Daher werden auf dieser Ebene nicht die unmittelbar involvierten Cheerleaderinnen vor Sexismus "geschützt" sondern eben im Sinne der Gesamtheit der Gesellschaft gehandelt."
Vielleicht ist der Begriff "im Sinne" ungünstig gewählt oder es wäre besser "im vermeintlichen Sinne" zu schreiben; aber mir geht es dabei ja vielmehr um die Ebene der Adressierung, und da sind es eben einige Tänzerinnen die von der konkreten Entscheidung betroffen sind und zusätzlich aber potentiell alle Frauen, die von Sexismus betroffen sind.
Deswegen halte ich es für viel zu kurz gegriffen zu behaupten, die Betroffenen spielten in der Entscheidung "keine oder nur eine untergeordnete Rolle" wenn dabei doch genau deren Perspektive eingenommen wird.

Unabhängig davon kann man natürlich geteilter Meinung sein ob es eine richtige Entscheidung von ALBA war oder nicht; ich bin in der Frage gar nicht so wirklich entschlossen.
Aber ich finde die Entscheidung und die Argumentation durchaus nachvollziehbar.
Dass hier so viele User jedoch vollkommen ratlos zu sein scheinen, wie man in Cheerleading als Pausenshow beim Herrenbasketball überhaupt auch nur annähernd etwas sexistisches erkennen könne, so als ob es der abwegigste Gedanke der Welt wäre, das finde ich dann schon ziemlich irritierend.
 
Wenn jemand für sich in Anspruch nimmt zu wissen, was besser für die Gesamtheit der Gesellschaft ist und dann das über die Köpfe der Betroffenen hinweg durchsetzt hat das für mich nichts mit Demokratie zu tun. Aber das kann natürlich jeder so sehen wie er will.

Mingos Ausführungen waren auch nicht speziell auf Alba bezogen, sondern auf die Gesellschaft: "Daher werden auf dieser Ebene nicht die unmittelbar involvierten Cheerleaderinnen vor Sexismus "geschützt" sondern eben im Sinne der Gesamtheit der Gesellschaft gehandelt."

Aber das Entscheidet doch jeder für sich selbst, ob er es FÜR SICH vertreten kann, FÜR oder DAGEGEN zu sein. Wenn ich der Auffassung bin, damit der Gesellschaft etwas gutes zutun, nehme ich ihnen doch nichts weg. Soviel Macht hätte ich doch gar nicht. Sie bekommen es einfach nur nicht mehr von mir. Meine Entscheidung hat keinen direkten Einfluss darauf wie andere dieses Problem handhaben wollen.
 


Allein, das ist ihr Bier. Ihre Entscheidung. Ihr Körper, ihr Leben, ihr Sport, ihre Präsentation des Ganzen. Und wenn sie es vielleicht sogar schön finden, dass einige Männer (und Frauen) sie sexy finden, na und? Ist es Sache des Vereins, darüber zu richten?

Die Frauen sind natürlich frei in ihrer Entscheidung, sich sexy zu geben und beim tanzen etwas Haut zuzeigen.
Der Verein ist aber genau so frei sich zu entscheiden, ob er dafür eine Plattform bieten will oder eben halt nicht.
Da kommt es unweigerlich dazu dass Entscheidungen getroffen werden, die auch andere treffen. Ich würde nicht soweit gehen und behaupteten, der Verein entscheidet über Köpfe hinweg. Der Verein entscheidet zu aller erst für sich. Ich frage nochmal. Darf er das nicht?
 
Naja, wenn hier immer auf der gesellschaftlichen Verantwortung rumgeritten wird und dann plötzlich das Recht des Einzelnen betont wird, wenn es einem in den Kram paßt, hat das schon ein Geschmäckle. Ich bin auch der Meinung, daß man zuerst für sich selbst entscheiden darf, insofern d'accord. Das sollte dann aber auch immer gelten
 
Ich hab letztens im Büro ein paar Kolleginnen „belauscht“, als sie genau über dieses Thema „gefachsimpelt“ haben und einheitlich der Meinung waren, dass Cheerleading verboten gehört.

Und genau diese Damenrunde war letztes Jahr gemeinsam bei den Chippendales, was sie ausführlich auf Instagram breitgetreten haben.

:lol::lol::lol:
 
Aber es zeigt doch ganz schön das am Ende des Tages wirklich keiner eine Ahnung hat wie man so Themen wie Sexismus und Feminismus angehen sollte. Da herrscht nach wie vor von allen Seiten eine große Unsicherheit die von überreaktionen zu bagatellisierung alles abdeckt. Daher finde ich auch das man hier nur schwerlich "die eine richtige meinung" vertreten kann wenn sich die betroffenen selbst noch nicht mal im klaren darüber sind wie man sie definieren sollte. Denn letztlich sollten es grade die sein die taktgeber und Vorreiter sind.
 
hier ist es aber schon - völlig unabhängig vom thema - absurd dass man frauen "zugesteht" selbst zu entscheiden ob sie als cheerleader bei basketballspielen auftreten wollen oder nicht, dem verein alba berlin aber nicht zugesteht für sich zu entscheiden ob er das überhaupt möchte. als hätte alba eine verpflichtung, junge frauen knapp bekleidet in den spielpausen aufs parkett zu schicken.
 
Ich kann mich auch einfach nicht des Verdachts erwehren, dass das eigentliche Problem darin liegt, dass immer alles Sex-Bezogene direkt als schlecht, anrüchig, niveaulos usw. abgetan wird.

So wie die Denkweise, dass man geile Weiber angeblich ständig auf irgendwas "reduziere", wenn man deren Geilness attestiert. Wer reduziert denn in dem Augenblick? Und werden Experimentalphysikerinnen in gleicher unerhörter Weise auf einen einzigen Punkt ihres Wesens reduziert?

Jeder hat n Aussehen, Job, Interessen, Sexleben, Flatulenzen und Ohrenschmalz.
 
Aber es zeigt doch ganz schön das am Ende des Tages wirklich keiner eine Ahnung hat wie man so Themen wie Sexismus und Feminismus angehen sollte. Da herrscht nach wie vor von allen Seiten eine große Unsicherheit die von überreaktionen zu bagatellisierung alles abdeckt. Daher finde ich auch das man hier nur schwerlich "die eine richtige meinung" vertreten kann wenn sich die betroffenen selbst noch nicht mal im klaren darüber sind wie man sie definieren sollte. Denn letztlich sollten es grade die sein die taktgeber und Vorreiter sind.
Man darf allerdings auch niemals außer Acht lassen, dass der Diskurs über gesellschaftliche Strukturen immer innerhalb dieser Strukturen abläuft, d.h. auch der Diskurs selbst wird durch die Strukturen geordnet und daraus, wie der Diskurs schließlich verläuft kann man wiederum einiges über die Strukturen (die ja soziale Macht- und Kräfteverhältnisse hervorbringen und wiederspiegeln) lernen.
 
Ich kann mich auch einfach nicht des Verdachts erwehren, dass das eigentliche Problem darin liegt, dass immer alles Sex-Bezogene direkt als schlecht, anrüchig, niveaulos usw. abgetan wird.

So wie die Denkweise, dass man geile Weiber angeblich ständig auf irgendwas "reduziere", wenn man deren Geilness attestiert. Wer reduziert denn in dem Augenblick? Und werden Experimentalphysikerinnen in gleicher unerhörter Weise auf einen einzigen Punkt ihres Wesens reduziert?

Jeder hat n Aussehen, Job, Interessen, Sexleben, Flatulenzen und Ohrenschmalz.

Ich glaube nicht, dass es das ist, was hier einige Leute stört. Es ist eher so wie es auch Alba ausdrückt. Brauchen wir beim Herren-Basketball als Pausenfüller eine Unterhaltungsshow mit sexy Mädels, die sich offensichtlich an Männer richtet, während ein gemischtes Publikum im Stadion sitzt?
Das ist für mich ein deutlich spezifischerer Fall als einfach nur "leicht bekleidete Frauen" irgendwo zu haben. Ich persönlich sehe keinerlei Probleme dabei, mit sexuellen Reizen zu spielen. Ob das jetzt privat oder eben professionell ist. Ich denke, das ist menschlich und das tun Frauen genau so wie es auch Männer tun. Aber hier sehe ich ein unschönes Gleichgewicht, das meiner Meinung nach dem Sexismus entspringt. Und ich sehe hier die Tänzerinnen auch nicht alleine als Betroffenen an. Auch die Zuschauerinnen sind doch unmittelbar betroffen. Das ist für mich in keiner Weise eine Entscheidung, die das Cheerleader-Team alleine fällen sollte.
 
Gab's denn irgendwann mal eine Erhebung beim Publikum, wie die Cheerleader ankommen? Ob sich Frauen unwohl dabei fühlen, wenn sie sowas sehen müssen?

Denn für die Alba Dancers selbst kam die Entscheidung ja offensichtlich sehr überraschend.
 
Ich meinte das jetzt nicht speziell auf den Alba-Fall bezogen.

Wenn die Prominente XY im Rock bei Lanz sitzt, um ihren neuen Film zu promoten, schreiben von 842 Kommentaren ca. 371 wie fickbar/geil/schön/attraktiv sie ist.

Das empört dann viele und sie sehen das als Problem der Gesellschaft, weil eklig/reduzierend....das meine ich.
Wenn man aber akzeptiert, dass wir Affen in Hosen sind (und vorausgesetzt, dass dort nichts strafrechtlich Relevantes geschrieben wurde), fehlt mMn die Grundlage zur Empörung.
 
muss jetzt jeder verein, jedes unternehmen, jede kanzlei vorher umfragen machen was geht und was nicht geht? das ist doch lächerlich.
alba hat eine entscheidung getroffen. sie haben diese entscheidung begründet. nochmal: weder gegen die entscheidung noch gegen die begründung kann man wirklich etwas sagen. auch als betroffene nicht. alba hat nicht die pflicht cheerleader im rahmenprogramm auftreten zu lassen.

und ebenfalls nochmal: es wird keiner frau verboten als cheerleaderin aufzutreten. das können sie jederzeit wieder machen. nur nicht als teil von alba berlin im rahmenprogramm, weil der verein dies nicht mehr für angemessen hält.

...ob jetzt gleich die frage kommt, ob ich genauso reden würde wenn ein verein es nicht für angemessen hielte, wenn bspw. muslime einem spiel beiwohnen.
 
und um das nochmal ergänzend zu sagen: hier wurde relativ deutlich alba das recht streitig gemacht, diese entscheidung zu treffen. das ist halt quatsch und damit hat man sich vom sinn und zweck dieser diskussion recht schnell entfernt.

Für mich war die Diskussion eher stellvertretend für das, was hier gemacht wurde und wie es gemacht wurde.

Mit deiner Begründung, dass es das gute Recht von Alba Berlin ist (was es wohl ist), ist jegliche Folgediskussion obsolet. Ist ihr gutes Recht, Diskussion beendet.
 
Man darf allerdings auch niemals außer Acht lassen, dass der Diskurs über gesellschaftliche Strukturen immer innerhalb dieser Strukturen abläuft, d.h. auch der Diskurs selbst wird durch die Strukturen geordnet und daraus, wie der Diskurs schließlich verläuft kann man wiederum einiges über die Strukturen (die ja soziale Macht- und Kräfteverhältnisse hervorbringen und wiederspiegeln) lernen.
War auch keine Kritik am diskurs selbst sondern interessiertes beobachten.
 
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