Ok, ok, das Spiel wird mit jeder Stunde besser. Reift in jedem Spielbereich. Gameplay, Setting und Story. Weitere Waffenmodifikationen, Items und Fähigkeiten (inkl. entsprechender Upgrades), die einem neue Bereiche des Gebäudes eröffnen. Dazu natürlich regelmäßig frische Gegnertypen, damit es nicht langweilig wird. Dachte anfangs übrigens, dass es regenerierende Lebensenergie gibt. Ist aber nicht so. Und das ist gut, weil man so dazu genötigt wird, offensiv vorzugehen (Health erhält man durch besiegte Gegner). Sorgt für einen angenehmen, nach vorne gerichteten Actionfluss.
Der anfänglich eher einfallslos erscheinende Schauplatz (schlichter Betonklotz von Gebäude), blüht ebenso auf und bietet Szenerien, mit denen ich nicht unbedingt gerechnet hätte. Backtracking ist, Metroidvania-typisch logischerweise vorhanden, wird aber kurzweilig serviert. Die Wege sind überschaubar und es gibt eine Schnellreisefunktion zwischen bestimmten Savepoints.
Natürlich entwickelt sich auch der Plot. Wusste im ersten Moment nicht, was ich davon halten soll. War sehr surreal und wirr. Dagegen ist selbst Alan Wake glasklare Geschichtenerzählung. Möchte jetzt nicht behaupten, dass sich das Puzzle bereits zusammensetzt, wirklich viel verstehe ich nämlich immer noch nicht, aber langsam bildet sich da ein Background, der richtig spannend zu sein scheint. Lese auch wieder gerne die optionalen Sammelgegestände. Die füllen die (Hintergrund)Story wie in Quantum Break noch etwas mehr mit netten Informationen aus.
Bisschen lahm ist leider die Präsentation in Form der Zwischensequenzen. Immer noch sehr hölzern und irgendwie "lieblos". Dafür begeistert mich das Environmental Storytelling. Sobald in-gameplay etwas erzählt wird, ist es inszenatorisch fantastisch. Die Soundkulisse, das Spiel mit Perspektiven, Farben und Licht, das "lebendig" anmutende Gebäude. Als wäre man in der Twilight Zone. Großartig. Die übliche, statische Zwischensequenz, die meist nur aus zwei, sich gegenüberstehenden Charakteren besteht, fällt dagegen dann deutlich ab. Inhaltlich ist auch das sehr interessant und mysteriös, aber vorgetragen wird es wie von 'nem nassen Toastbrot. Da fand ich Quantum Break cineastischer.
Alles in allem wieder ein toller Remedy Titel. Metroidvania Design geht anscheinend auf, Gun- und Fähigkeitenplay ist flott und die Story erneut ein abgefahrenes Hirngespinst der Finnen. Das sie diesmal hoffentlich auch befriedigend und endgültig auflösen werden. Noch ein Remedy-Cliffhanger ohne Fortsetzung wäre unschön.
