Ja, plus nervige Minispielchen. Sieh dir am besten das hier gepostete 4-Players Testvideo an. Kampfteil scheint aber super zu sein.
Ich warte mal noch ein paar „objektive“ Eindrücke hier ab. Bin gespannt auf den Ersteindruck von
@SirHorst
Kein Problem!
Also hab jetzt irgendwas um die 4 Stunden gespielt.
Am Anfang geht es um die Auswahl des eigenen Hauses das man unterrichten möchte. Da die Schüler einen noch nicht kennen hat man etwas zeit mit ihnen zu reden und sie kennen zu lernen. Hier fällt direkt positiv auf das jeder Dialog vertont ist und die englischen Sprecher auch gute Arbeit leisten. Nur selten hat man das Gefühl einer übertrieben karikierten Anime Figur gegenüber zu stehen die jeden Moment Witze über Unterwäsche und kleine Mädchen machen könnte.
Jedes Haus hat 8 (oder so) Schüler die man später aber auch abwerben kann. Anfangs war ich noch der Überzeugung mich dem Haus der hübschen blonden anzuschließen aber die arroganten adeligen dort gingen mir binnen Sekunden auf die Nüsse was mir um ein zwei Schüler wiederum recht leid tat die ganz vernünftig wirkten. Das Haus mit dem gelben Wappen wiederum war voller Draufgänger und Hitzköpfe, auch nicht meins. Also habe ich mich dem bodenständigen Dimitri und seinen Freunden angeschlossen. Eine recht gute Wahl bisher denn es hilft Fire Emblem bei etwas, das im 3DS Teil von mir noch als problematisch wahrgenommen wurde. Dazu muss ich etwas ausholen:
Fire Emblems Alleinstellungsmerkmal ist natürlich der Permadeath der Einheiten die natürlich auch alle eine Persönlichkeit haben ganz im Gegensatz zu Advance Wars wo man das Spielfeld mit random Einheiten flutet oder X-Com wo die Persönlichkeit der Einheiten der eigenen Fantasie entspringt. Der 3DS Teil (Fates) hat versucht die Persönlichkeitsentwicklung aus den Kämpfen auszulagern und über ein Basislager dem Spieler die Möglichkeit gegeben mit seinen Kameraden zu anzubändeln. Das schwankte inhaltlich nicht nur zwischen Cringe und Belanglosigkeit, fühlte sich aber auch immer fremd und aufgesetzt an (zumindest für mich). Three Houses findet hier einen Kniff der eigentlich besser kaum sein könnte. Ihr seid Verantwortlich für alle Einheiten auf dem Schlachtfeld. Nein, nicht nur durch das Steuern, sondern es sind eure Schüler. Ihr übernehmt ihre Entwicklung, habt ein offenes Ohr für ihre Probleme und müsst sie stets sicher nach Hause bringen. Wer sich auf diese Prämisse einlassen kann, dem steht ein viel intensiveres Strategie Erlebnis bevor als in den anderen Teilen. So stand z.B. Mercedes, eine meiner besten Streber Schülerinnen, in einer der Missionen plötzlich in Reichweite eines Gegners den ich aus den Augen verloren hatte. Ihr Verlust wäre meine Schuld gewesen. Immerhin habe ich als ihr Lehrer ihr Vertrauen missbraucht und sie sträflich dort stehen lassen. Gott sei Dank hat sie die Situation überlebt da Dimitri ihr helfen konnte, aber es zeigt was diese simple Idee des Lehrens für Auswirkungen im Gameplay haben kann. Man kennt seine Schüler, man denkt sich "Ich lasse das Felix machen, der will sich eh immer beweisen" und ist umso erstaunter wenn Felix plötzlich wirklich abliefert.
Das Geschehen abseits der Kämpfe wiederum ist nicht so wild wie erwartet. Es beschränkt sich sehr oft auf kurze, knackige Dialoge und kleine Entscheidungen. Die Geschenke Mechanik ala Harvest Moon find ich in jedem Spiel wie auch hier Banane, aber man hat viele Möglichkeiten die "Freizeit" zwischen dem Unterricht zu nutzen und wird somit nicht dazu gezwungen jeden Tag zu Angeln oder zu Reden oder eben Geschenke zu machen. Ganz im Gegenteil, man hält irgendwann sogar ganz gerne mal ein Pläuschchen mit Schülern aus anderen Häusern von denen der ein oder andere auch durchaus neidvoll auf deinen Unterricht blickt.
Das System hinter den Kämpfen hingegen gewinnt stark an komplexität. Es ist nicht mehr das simple Schere Stein Papier der alten Teile. Viel mehr gilt es seine Schüler zu spezialisieren ohne ihre eigenen Wünsche zu missachten und einen gesunden Mix aus Waffen bereit zu stellen. So hat Felix durch Zufall einen Bogen auf dem Schlachtfeld gefunden mit dem er eiskalt einen nach dem anderen ausgeschaltet hat. Ein echter Teufelskerl. Hätte ich ihm nicht zugetraut. Werde ihn aber auch nicht wissen lassen wie beeindruckt ich war, noch arroganter muss er wirklich nicht werden. Außerdem lassen sich den einzelnen Einheiten Batallione zuordnen. Ein kleiner Trupp der noch weitere besondere Fähigkeiten mit sich bringt die sich gezielt eingesetzt auch kombinieren lassen. Durch das aufleveln in den einzelnen Bereichen erhalten eure Charaktere dann schließlich auch neue Fertigkeiten und können stärkere Waffen ausrüsten und in neue Berufe wechseln. Hierbei ergeben sich schier unzählige Möglichkeiten.
TL;DR der Rollenspiel Part ist inzwischen wirklich das, ein waschechter RPG Teil. Man wird nicht mit Text erschlagen und alles ist vertont. Der Japano Cringe Faktor hält sich stark in Grenzen und die Kämpfe gewinnen durch die RPG Komponente Tatsächlich an Bedeutung, weswegen ich jedem hier die Permadeath Option ans Herz legen würde. Auch die Balance aus Kämpfen und Rollenspiel ist im erträglichen Rahmen bzw. merkt man zumindest die Gewichtung nicht so stark die tatsächlich mehr Richtung RPG geht.